1. Abfahrtstraining in Beaver Creek verkommt zur Juxabfahrt
Das erste Abfahrtstraining der Männer in Beaver Creek, Colorado (USA), war am Ende mehr oder weniger Beschäftigungstherapie für die Rennläufer. Wegen Schneefalls, der für das erste Training eine Verzögerung von zweidreiviertel Stunden mit sich brachte, wurde auf einer um rund die Hälfte verkürzten Piste gefahren.
Um die Rennfahrer nicht unverrichteter Dinge wieder in die Hotels zuschicken wurde eine Abfahrtstraining vom Riesenslalomstart gefahren. Statt gut 2,7 Kilometer hatten die Fahrer lediglich 1,4 Kilometer zu bewältigen.
Entsprechend wenig aussagekräftig waren die erzielten Zeiten. “Viel bringt eine solche Übung natürlich nicht”, sagte Ambrosi Hoffmann der Trainingsschnellste wohl stellvertretend für alle Fahrer.
„So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie gemacht“, sagte Cuche mit einem Kopfschütteln. „Für mich ist dieses Training sinnlos.“ Didier geht mit der Kritik gar noch etwas weiter. FIS-Renndirektor Günter Hujara habe das Training doch bloss durchgeboxt, damit die Slalomfahrer vor der Super-Kombi vom Freitag noch ein zusätzliches Training auf der Abfahrtsstrecke hätten. „Und das ist für uns Abfahrtsspezialisten im Hinblick auf die Super-Kombination doch ein klarer Nachteil.“
Didier Défago nahms mit Humor. “Wenigstens sind wir nicht umsonst aufgestanden.” Marco Büchel war froh, noch nicht zurückgetreten zu sein. “So konnte ich wenigstens diesen ‘Blödsinn’ noch mitmachen”, sagte der Liechtensteiner lachend.
Auch bei gestandenen Abfahrern wie Michael Walchhofer oder Klaus Kröll hielt sich die Begeisterung für den wenig aussagekräftigen “Sprint” auf der spektakulären Piste natürlich in Grenzen, Christoph Gruber, der mit Rainer Schönfelder sowie einigen jungen ÖSV-Läufern wie schon in Lake Louise um einen Startplatz für die Spezialabfahrt am Samstag rittern muss, sprach von einer “Alibi-Aktion.”
Kröll holte überhaupt zu einer Pauschalkritik aus, weil man offenbar den oberen und am Mittwoch nicht befahrenen Teil der “Raubvogelpiste” noch kurviger als zuletzt gesetzt hat. “Völlig kastriert, wir fahren ja nur noch Querfahrten. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll”, meinte der Steirer.
Am Ende setzte sich Ambrosi Hoffmann mit einem Hundertstel Vorsprung vor dem überraschenden Teamkollegen Ralf Kreuzer an die Klassementsspitze. Der mit der Nummer 54 gestartete B-Kader-Fahrer bestreitet in Beaver Creek erst sein fünftes Weltcup-Rennen. Mario Scheiber lag als Vierter und bester Österreicher nur drei Hundertstel hinter Hoffmann.
Das Programm in Beaver Creek beginnt diesmal erst am Freitag und mit der Superkombination. Ein Bewerb, der von den Abfahrern diesmal auch deshalb heftig kritisiert wird, weil man dafür in Beaver Creek den Super-G geopfert hat. Michael Walchhofer nannte das gar “ein Verbrechen”.
llrounder wie Benjamin Raich oder Rainer Schönfelder sehen das naturgemäß ganz anders. “Es ist schwach, wenn sich Leute keine Gedanken machen und nur aus dem eigenen Vorteil heraus argumentieren. Jammern tun eh nur die, die keine Superkombi fahren”, schoss Schönfelder zurück. “Ich bin für alles, was für den Sport ist!”
Technische Daten: Piste Birds of Prey (verkürzte Strecke), 1465 m Länge, 429 m HD, 26 Tore; Kurssetzer Helmut Schmalzl (FIS/It).
Plazierungen ÖSV Fahrer beim 1. Abfahrtstraining
|
4 |
39 |
SCHEIBER Mario |
1983 |
AUT |
49.10 |
|
9 |
38 |
GRUGGER Hans |
1981 |
AUT |
49.33 |
|
14 |
50 |
SCHOENFELDER Rainer |
1977 |
AUT |
49.45 |
|
16 |
28 |
BAUMANN Romed |
1986 |
AUT |
49.48 |
|
18 |
23 |
STREITBERGER Georg |
1981 |
AUT |
49.53 |
|
22 |
12 |
WALCHHOFER Michael |
1975 |
AUT |
49.60 |
|
34 |
31 |
RAICH Benjamin |
1978 |
AUT |
49.88 |
|
40 |
5 |
BUDER Andreas |
1979 |
AUT |
50.07 |
|
46 |
14 |
KROELL Klaus |
1980 |
AUT |
50.18 |
|
49 |
56 |
PUCHNER Joachim |
1987 |
AUT |
50.21 |
|
55 |
58 |
SCHEIBER Florian |
1987 |
AUT |
50.33 |
|
61 |
74 |
KRAMER Manuel |
1989 |
AUT |
50.44 |
|
67 |
2 |
GRUBER Christoph |
1976 |
AUT |
50.64 |
Plazierungen DSV Fahrer beim 1. Abfahrtstraining
|
41 |
62 |
STRODL Andreas |
1987 |
GER |
50.08 |
|
44 |
49 |
STRODL Peter |
1982 |
GER |
50.15 |
|
47 |
47 |
STECHERT Tobias |
1985 |
GER |
50.19 |
|
52 |
40 |
KEPPLER Stephan |
1983 |
GER |
50.24 |
|
62 |
53 |
NEUREUTHER Felix |
1984 |
GER |
50.46 |
|
83 |
61 |
WAGNER Hannes |
1986 |
GER |
51.78 |
Plazierungen SWISS Team Fahrer beim 1. Abfahrtstraining
|
1 |
20 |
HOFFMANN Ambrosi |
1977 |
SUI |
49.07 |
|
2 |
54 |
KREUZER Ralf |
1983 |
SUI |
49.08 |
|
17 |
3 |
GRUENENFELDER Tobias |
1977 |
SUI |
49.49 |
|
25 |
44 |
KUENG Patrick |
1984 |
SUI |
49.64 |
|
28 |
15 |
DEFAGO Didier |
1977 |
SUI |
49.67 |
|
29 |
11 |
CUCHE Didier |
1974 |
SUI |
49.69 |
|
32 |
13 |
JANKA Carlo |
1986 |
SUI |
49.84 |
|
35 |
22 |
ZURBRIGGEN Silvan |
1981 |
SUI |
49.90 |
|
52 |
63 |
FEUZ Beat |
1987 |
SUI |
50.24 |
|
64 |
69 |
VILETTA Sandro |
1986 |
SUI |
50.50 |




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