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1. Abfahrtstraining in Beaver Creek verkommt zur Juxabfahrt

3 Dezember 2009 15 views bisher keine Kommentare

09-hoffmann001Das erste Abfahrtstraining der Männer in Beaver Creek, Colorado (USA), war am Ende mehr oder weniger Beschäftigungstherapie für die Rennläufer. Wegen Schneefalls, der für das erste Training eine Verzögerung von zweidreiviertel Stunden mit sich brachte, wurde auf einer um rund die Hälfte verkürzten Piste gefahren.

Um die Rennfahrer nicht unverrichteter Dinge wieder in die Hotels zuschicken wurde eine Abfahrtstraining vom Riesenslalomstart gefahren. Statt gut 2,7 Kilometer hatten die Fahrer lediglich 1,4 Kilometer zu bewältigen.

Entsprechend wenig aussagekräftig waren die erzielten Zeiten. “Viel bringt eine solche Übung natürlich nicht”, sagte Ambrosi Hoffmann der Trainingsschnellste wohl stellvertretend für alle Fahrer.

„So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie gemacht“, sagte Cuche mit einem Kopfschütteln. „Für mich ist dieses Training sinnlos.“ Didier geht mit der Kritik gar noch etwas weiter. FIS-Renndirektor Günter Hujara habe das Training doch bloss durchgeboxt, damit die Slalomfahrer vor der Super-Kombi vom Freitag noch ein zusätzliches Training auf der Abfahrtsstrecke hätten. „Und das ist für uns Abfahrtsspezialisten im Hinblick auf die Super-Kombination doch ein klarer Nachteil.“

Didier Défago nahms mit Humor. “Wenigstens sind wir nicht umsonst aufgestanden.” Marco Büchel war froh, noch nicht zurückgetreten zu sein. “So konnte ich wenigstens diesen ‘Blödsinn’ noch mitmachen”, sagte der Liechtensteiner lachend.

Auch bei gestandenen Abfahrern wie Michael Walchhofer oder Klaus Kröll hielt sich die Begeisterung für den wenig aussagekräftigen “Sprint” auf der spektakulären Piste natürlich in Grenzen, Christoph Gruber, der mit Rainer Schönfelder sowie einigen jungen ÖSV-Läufern wie schon in Lake Louise um einen Startplatz für die Spezialabfahrt am Samstag rittern muss, sprach von einer “Alibi-Aktion.”

Kröll holte überhaupt zu einer Pauschalkritik aus, weil man offenbar den oberen und am Mittwoch nicht befahrenen Teil der “Raubvogelpiste” noch kurviger als zuletzt gesetzt hat. “Völlig kastriert, wir fahren ja nur noch Querfahrten. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll”, meinte der Steirer.

Am Ende setzte sich Ambrosi Hoffmann mit einem Hundertstel Vorsprung vor dem überraschenden Teamkollegen Ralf Kreuzer an die Klassementsspitze. Der mit der Nummer 54 gestartete B-Kader-Fahrer bestreitet in Beaver Creek erst sein fünftes Weltcup-Rennen. Mario Scheiber lag als Vierter und bester Österreicher nur drei Hundertstel hinter Hoffmann.

Das Programm in Beaver Creek beginnt diesmal erst am Freitag und mit der Superkombination. Ein Bewerb, der von den Abfahrern diesmal auch deshalb heftig kritisiert wird, weil man dafür in Beaver Creek den Super-G geopfert hat. Michael Walchhofer nannte das gar “ein Verbrechen”.

llrounder wie Benjamin Raich oder Rainer Schönfelder sehen das naturgemäß ganz anders. “Es ist schwach, wenn sich Leute keine Gedanken machen und nur aus dem eigenen Vorteil heraus argumentieren. Jammern tun eh nur die, die keine Superkombi fahren”, schoss Schönfelder zurück. “Ich bin für alles, was für den Sport ist!”

Technische Daten: Piste Birds of Prey (verkürzte Strecke), 1465 m Länge, 429 m HD, 26 Tore; Kurssetzer Helmut Schmalzl (FIS/It).

Plazierungen ÖSV Fahrer beim 1. Abfahrtstraining

 

4

39

SCHEIBER Mario 

1983 

AUT 

 49.10

9

38

GRUGGER Hans 

1981 

AUT 

 49.33

14

50

SCHOENFELDER Rainer 

1977 

AUT 

 49.45

16

28

BAUMANN Romed 

1986 

AUT 

 49.48

18

23

STREITBERGER Georg 

1981 

AUT 

 49.53

22

12

WALCHHOFER Michael 

1975 

AUT 

 49.60

34

31

RAICH Benjamin 

1978 

AUT 

 49.88

40

5

BUDER Andreas 

1979 

AUT 

 50.07

46

14

KROELL Klaus 

1980 

AUT 

 50.18

49

56

PUCHNER Joachim 

1987 

AUT 

 50.21

55

58

SCHEIBER Florian 

1987 

AUT 

 50.33

61

74

KRAMER Manuel 

1989 

AUT 

 50.44

67

2

GRUBER Christoph 

1976 

AUT 

 50.64

 

 

Plazierungen DSV Fahrer beim 1. Abfahrtstraining

 

41

 62

STRODL Andreas 

1987 

GER 

 50.08

 44

 49

STRODL Peter 

1982 

GER 

 50.15

 47

 47

STECHERT Tobias 

1985 

GER 

 50.19

 52

 40

KEPPLER Stephan 

1983 

GER 

 50.24

 62

 53

NEUREUTHER Felix 

1984 

GER 

 50.46

 83

 61

WAGNER Hannes 

1986 

GER 

 51.78

 

 

Plazierungen SWISS Team Fahrer beim 1. Abfahrtstraining

 

1

20

HOFFMANN Ambrosi 

1977 

SUI 

 49.07

2

54

KREUZER Ralf 

1983 

SUI 

 49.08

17

3

GRUENENFELDER Tobias 

1977 

SUI 

 49.49

25

44

KUENG Patrick 

1984 

SUI 

 49.64

28

15

DEFAGO Didier 

1977 

SUI 

 49.67

29

11

CUCHE Didier 

1974 

SUI 

 49.69

32

13

JANKA Carlo 

1986 

SUI 

 49.84

35

22

ZURBRIGGEN Silvan 

1981 

SUI 

 49.90

52

63

FEUZ Beat 

1987 

SUI 

 50.24

64

69

VILETTA Sandro 

1986 

SUI 

 50.50

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