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Abfahrt der Herren in Kitzbühel, Vorbericht, Startliste, Liveticker

22 Januar 2010 33 views bisher keine Kommentare

Das Hahnenkammrennen, gefährlichste Abfahrt im Skizirkus, findet zum 70. Mal statt. Sie ist die gefährlichste Ski-Piste der Welt – die Streif in Kitzbühel.

Jedes Jahr stürzen Fahrer, jedes Jahr müssen die Rettungs-Sanitäter einen Sportler ins Krankenhaus fliegen. Und dennoch ist das Hahnenkamm-Rennen Kult. Sowohl bei den Zuschauern, als auch bei den Fahrern.

Hier gibt’s nur eins: Absturz! Geradewegs in den Abgrund. Beim Blick aus dem roten Rahmen des Starterhauses die Piste hinunter sind das die ersten Gedanken. “I foahr do net runter”, sagte Franz Klammer bei seinem ersten Streif-Start 1973. Hat er dann aber doch gemacht. Und viermal gewonnen, so oft wie kein anderer. Wer das heute schaffen will, muss Gas geben, von 0 auf 130 km/h in acht Sekunden. Mit dieser Beschleunigung geht’s runter in die “Mausefalle”, den Abgrund mit 85 Prozent Gefälle. ”

Max Rauffer, der frühere deutsche Weltklasse-Abfahrer, sah auf der Streif mal einen, der seine Angst nicht überwinden konnte. Der Mann stieg im Startbereich aus der Gondel, blickte in die Tiefe und stieg dann wieder ein. „Er hatte meinen großen Respekt“, sagt Rauffer.

Eine Weltcup-Abfahrt ist eine Show, nichts anderes. „Die Zuschauer wollen Stürze sehen, davon lebt der Sport“, sagt Patrick Ortlieb, der frühere Abfahrtsweltmeister aus Österreich. „Nur ernsthaft passieren sollte halt nichts.“

Dieser Satz symbolisiert die fast obszöne Gratwanderung: größtmöglicher Nervenkitzel bei maximaler Sicherheit. Wo das Enden kann zeigte der Sturz von Daniel Albrecht im letzten Jahr. Der Schweizer stürzte beim Training zum Hahnenkammrennen im Zielhang bei einem 70-Meter-Sprung; dort war 2008 bereits der Amerikaner Scott Macartney mit einem Schädel-Hirn-Trauma liegen geblieben.

Es ist ein Spiel mit dem Feuer und jeder Rennläufer muß sich der Gefahr bewußt sein. Auf den Athleten wartet die gefährlichste Ski-Piste der Welt – die Streif in Kitzbühel. Jedes Jahr stürzen Fahrer, jedes Jahr müssen die Rettungs-Sanitäter einen Sportler ins Krankenhaus fliegen. Und dennoch ist das Hahnenkamm-Rennen Kult. Sowohl bei den Zuschauern, als auch bei den Fahrern.

Nicht wenige Athleten würden einen Sieg bei der Hahnenkamm Abfahrt auf der Streif in Kitzbühel ohne zu zögern gegen einen Olympia-Sieg oder einen WM-Titel eintauschen.

Das ist die Streif: Gleich nach dem steilen Start ist von den Fahrern viel Mut gefordert. Wer kein Selbstvertrauen hat, der bekundet beim Sprung bis über 50 Meter die ersten Probleme. Die Mausefalle ist mit 85 Prozent Gefälle der steilste Punkt der Streif. Es folgt eine Kompression, in welcher die Fahrer extremen Fliehkräften ausgesetzt sind.

Karusellkurve: Die S-Kurvenkombination ist der nächste Schlüsselpunkt und bildet die Einfahrt in den Steilhang. Der lange Rechtsschwung am Ende entscheidet über das Tempo, möglichst wenig rutschen ist wichtig. Holt ein Fahrer vor dem Bogen aus, kann sich das durchaus als Vorteil erweisen.

Steilhang und Gschöss: Im Steilhang sind die technischen Anforderungen sehr hoch. Perfekte Kanten und optimales Timing sind nötig um die Tore richtig zu erwischen. Normalerweise ist die Stelle völig vereist, durch die starken Schneefälle lässt sie sich vermutlich einfacher fahren. Möglichst viel Tempo mitnehmen ist wichtig, da mit dem Gschöss eine 650 Meter lange Gleiterpassage folgt. Hier entscheiden gutes Material, starke Kondition und gutes Gleitvermögen.

Alte Schneise, Seidlalm: Die alte Schneise ist eine unruhige und riskante Schrägfahrt, welche von einem raschen Gelände- und Lichtwechsel gefolgt wird. Über die Seidlalm ist Geduld und perfekte Körperspannung gefragt. Wer sich hier aufrichtet, verliert wertvolle Hundertstel.

Lärchenschuss: Ein erneutes Gleiterstück ist der Lärchenschuss, Tempo bis 102 km/h werden erreicht. Mental befinden sich die Fahrer bereits in der Vorbereitung auf den nächsten schweren Abschnitt. Die Beine brennen, manch einer stösst langsam an seine körperlichen Grenzen.

Hausbergkante: In den Trainings stand eine Nebelwand über der Hausbergkante, was den Sprung zusätzlich erschwerte. Es folgt eine schwierige Linkskurve über eine Welle, es gilt möglichst hoch in die Querfahrt einzufahren.

Querfahrt: Viele Bodenwellen machen die Querfahrt zu einer Schütteltortur, möglichst nicht abheben ist gefragt. Oft werden hier die Fahrer nach unten getrieben und büssen die hohe Linie ein. Diese wäre wichtig um nochmals volles Tempo in den Zielschuss mitzunehmen.

Zielschuss und Zielsprung: Im Zielschuss erreichen die Athleten die höchste Geschwindigkeit des Rennens, mit bis zu 140 km/h rasen sie über die letzten Meter. Trotz der Müdigkeit müssen sich die Fahrer nochmals zusammennehmen, sonst verkommt der Zielsprung zum Unfallort. Im vergangenen Jahr knalle Scott Macartney schmerzhaft auf den Boden, ob der Amerikaner unbeschwert über den letzten Hügel wird fahren können? Schliesslich treffen die Pistenraser auf der “Rasmusleitn” in direkter Nähe der Stadt im Zielraum ein. Wer hat die Schlüsselstellen am besten gemeistert?

Das erste Rennen auf der Streif gewann 1931 Ferdl Friedensbacher mit einer Zeit von 4:34,2. Den Streckenrekord setzte 1997 der Österreicher Fritz Strobl mit 1:51,58.

Startnummern Hahnenkammabfahrt in Kitzbühel

1  50858 STREITBERGER Georg  1981  AUT  Fischer
 2  511139 KUENG Patrick  1984  SUI  Salomon
 3  292291 THANEI Stefan  1981  ITA  Atomic
 4  510747 GRUENENFELDER Tobias  1977  SUI  Stoeckli
 5  534939 FISHER Erik  1985  USA  Atomic
 6  50833 GRUGGER Hans  1981  AUT  Head
 7  560447 SPORN Andrej  1981  SLO  Elan
 8  501076 OLSSON Hans  1984  SWE  Head
 9  192746 THEAUX Adrien  1984  FRA  Rossignol
 10  560332 JERMAN Andrej  1978  SLO  Stoeckli
 11  421328 SVINDAL Aksel Lund  1982  NOR  Atomic
 12  350032 BUECHEL Marco  1971  LIE  Head
 13  293006 INNERHOFER Christof  1984  ITA  Rossignol
 14  102263 GUAY Erik  1981  CAN  Atomic
 15  532431 MILLER Bode  1977  USA  Head
 16  50041 WALCHHOFER Michael  1975  AUT  Atomic
 17  511313 JANKA Carlo  1986  SUI  Atomic
 18  292514 HEEL Werner  1982  ITA  Rossignol
 19  102899 OSBORNE-PARADIS Manuel  1984  CAN  Rossignol
 20  510030 CUCHE Didier  1974  SUI  Head
 21  50753 KROELL Klaus  1980  AUT  Salomon
 22  510727 DEFAGO Didier  1977  SUI  Rossignol
 23  533131 SULLIVAN Marco  1980  USA  Nordica
 24  530939 WEIBRECHT Andrew  1986  USA  Rossignol
 25  51215 BAUMANN Romed  1986  AUT  Salomon
 26  533866 NYMAN Steven  1982  USA  Fischer
 27  500150 JAERBYN Patrik  1969  SWE  Atomic
 28  290998 STAUDACHER Patrick  1980  ITA  Head
 29  191964 POISSON David  1982  FRA  Salomon
 30  51005 SCHEIBER Mario  1983  AUT  Atomic
 31  510890 ZURBRIGGEN Silvan  1981  SUI  Rossignol
 32  380260 KOSTELIC Ivica  1979  CRO  Fischer
 33  50625 RAICH Benjamin  1978  AUT  Atomic
 34  191459 LIZEROUX Julien  1979  FRA  Dynastar
 35  534562 LIGETY Ted  1984  USA  Rossignol
 36  532490 MACARTNEY Scott  1978  USA  Nordica
 37  201606 KEPPLER Stephan  1983  GER  Head
 38  191591 BERTRAND Yannick  1980  FRA  Dynastar
 39  51327 PUCHNER Joachim  1987  AUT  Atomic
 40  510498 ZUEGER Cornel  1981  SUI  Stoeckli
 41  561067 PERKO Rok  1985  SLO  Stoeckli
 42  192932 FAYED Guillermo  1985  FRA  Dynastar
 43  291459 PARIS Dominik  1989  ITA  Nordica
 44  511039 KREUZER Ralf  1983  SUI  Salomon
 45  421483 JANSRUD Kjetil  1985  NOR  Atomic
 46  380292 ZRNCIC-DIM Natko  1986  CRO  Atomic
 47  201987 STRODL Andreas  1987  GER  Atomic
 48  150398 BANK Ondrej  1980  CZE  Elan
 49  511383 FEUZ Beat  1987  SUI  Salomon
 50  294277 KLOTZ Siegmar  1987  ITA  Nordica
 51  51232 HERZOG Mario  1986  AUT  Head
 52  561085 KRIZAJ Andrej  1986  SLO  Stoeckli
 53  191778 PICHOT Sebastien  1981  FRA  Fischer
 54  292831 PIERUZ Aronne  1983  ITA  Atomic
 55  50742 REICHELT Hannes  1980  AUT  Salomon
 56  480736 HOROSHILOV Alexandr  1984  RUS  Fischer
 57  430429 BYDLINSKI Maciej  1988  POL  Atomic
 58  102403 SEMPLE Ryan  1982  CAN  Fischer
 59  60159 VAN BUYNDER Frederik  1988  BEL 

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