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Alpine Ski-Küken im Gespräch, heute Joana Hählen

© Gerwig Löffelholz / Alpine Ski-Küken Joana Hählen

© Gerwig Löffelholz / Alpine Ski-Küken Joana Hählen

Lenk – Wenn man die talentierte 20-jährige Schweizerin über das befragt, was sie beim Skifahren liebt,  antwortet Joana Hählen mit strahlenden Augen: Geschwindigkeit. Die Eidgenossin gibt zu, dass die hohe Geschwindigkeit für sie mehr als nur Adrenalin pur, sondern der wahre Nervenkitzel des Rennsports ist. In der letzten Saison raste sie bei der Junioren-WM im italienischen Roccaraso auf Platz 2 im Super-G. Und auch in der Abfahrt hat sie es aufs Podium im Europacup gebracht.

www.FISAlpine.com hat die junge Schweizerin für ein Gespräch gebeten und mit ihr über allerhand Dinge, allen voran über ihre Liebesbeziehung zur Geschwindigkeit gesprochen.

Joana, was liebst du beim Skifahren am meisten? Ist es die Geschwindigkeit?

Es sind mehrere Faktoren, die da zusammen kommen. Ich finde das Skifahren mit hoher Geschwindigkeit sehr faszinieren. Aber ich liebe auch technische Herausforderungen. Fakt ist, ich liebe alles, was man in der Natur machen kann. Im Zuge der Wertschätzung aller Faktoren ist das wie das Sahnehäubchen auf dem Kuchen.

Was ist das Spezielle an der Abfahrt, das du so magst?

Die Geschwindigkeit. Ich liebe das Adrenalin, schnell zu fahren. Es ist ein fantastisches Gefühl, einen Berg mit hohem Tempo herunterzufahren.

Bei Abfahrten können hohe Geschwindigkeiten beängstigend sein. Hat dich das je eingeschüchtert oder bekamst du während eines Rennens Angst?

Ich habe nicht wirklich Angst, aber immer Respekt vor dem ersten Trainingslauf auf dem Hang. Ich verlor einmal bei einem Trainingslauf in Zermatt bei hohem Tempo beim Skifahren einen Ski. Ich stürzte zwar nicht, aber es war sehr knapp. Das war ein Moment der Angst, aber auch sehr viel Glück!

Wie findest du Carvingschwünge oder fährst du lieber bergab mit hoher Geschwindigkeit?

Ich fühle mich in allen Disziplinen wohl. Jede hat ihre speziellen Eigenschaften, die ich mag.

Würdest du sagen, du seist ein „Speed-Junkie“, süchtig nach Tempo auf Skiern?

Auf jeden Fall. Es gibt nämlich nichts Schöneres, als den Hang hinunter zu beschleunigen?

Wann hast du deine Liebe zur Geschwindigkeit entdeckt?

Damals war ich noch klein. Schon als Kind bevorzugte ich es, den Hügel gerade hinunter zu fahren.

Glaubst du, du wärest eine Skifahrerin geworden, wenn du in einem „flachen Ort“ geboren wärest und denkst du, dass das Tempo ein Teil deiner DNA oder deines Körpers und deiner Seele ist?

Vielleicht, aber die Umstände waren andere. Ich glaube, dass mindestens die Hälfte der Geschwindigkeit in einem sein muss. Sonst wirst du nie wirklich gut.

Wo bist du am besten? Auf der Piste oder beim Drachenfliegen? Was magst du am liebsten?

Ich mag die Sprünge in einer Abfahrt, die Gleitpassagen weniger. Segelfliegen ist nicht sehr aufregend, und ich bin aufgrund meines Gewichts langsamer.

Du hast gesagt, du würdest gerne Surfen und Fallschirmspringen. Kannst du uns mehr darüber erzählen?

Ich würde gerne Surfen lernen. Leider habe ich keine Zeit, oder sie noch nicht gefunden. Vielleicht im nächsten Jahr. Fallschirmspringen ist seit jeher ein Traum für mich. Der Skiclub in Lenk schenkte mir anlässlich meiner Junioren-WM-Medaille einen Gutschein, den ich bald einlösen werde. Ich kann es nicht erwarten!

Machst du alles in deinem Leben, was mit hoher Geschwindigkeit zu tun hat? Gehören dann schnelles Essen, Trinken, Gehen, Sprechen und Einkaufen auch dazu?

Ich denke nicht, denn eigentlich bin ich ein entspannter Typ. Aber es juckt mich immer, und ich bin ungeduldig. Und für jemand aus dem Kanton Bern spreche ich schnell (breit grinsend).

Lenk im Simmental, das ist der Ort, in dem du aufgewachsen bist. Hier gibt es schöne Thermalquellen. Außerdem ist deine Heimatgemeinde bekannt als Kurort und Skistadt. Was macht dir hier besonders Spaß?

Ich mag gerne unter Menschen sein. Ich versuche das oft, und bin oft mit meinem Team zusammen.

Beschreibe uns deinen perfekten Wellness-Tag!

Nach einem perfekten Skitag gehören eine Sauna und Spaß dazu. Dann ist es toll, in den Schnee einzutauchen und anschließend im Whirlpool zu entspannen.

Du spielst gerne Tennis, ist das richtig?

Ja, ich mag Tennis. Leider habe ich nicht oft die Zeit dafür. Als ich jünger war, spielte ich sogar bei Turnieren mit.

Du hast gesagt, Roger Federer ist eines deiner Vorbild. Ist das wahr, dass er es aufgrund seiner mentalen Stärke ist?

Für mich ist Roger Federer einer der besten Sportler aller Zeiten. Er hat so viel erreicht, blieb aber immer mit beiden Füßen auf der Erde, also nicht abgehoben. Wenn es wirklich darauf ankommt, spielt er das beste Tennis.

Apropos Vorbilder: Welches Idol hast du im Skiweltcup? Ist es Didier Cuche?

Ja, er inspiriert mich als Skifahrer. Ich bewundere ihn und seine Leistungen. Er ist ein großes Vorbild für mich, aber dazu zählen auch andere Rennfahrer auf und abseits der Rennstrecke.

Du hast bei der Junioren-WM im italienischen Roccaraso die Silbermedaille im Super-G geholt. Was war das für eine Erfahrung für dich?

Unglaublich. Ich war so aufgeregt. Ich hatte ein gutes Gefühl, auch vor dem Start. Als ich die Ziellinie überquerte, lag ich in Führung. So wusste ich, dass es für eine Podiumsplatzierung reichen könnte. Es war ein verrücktes Rennen, denn die ersten fünf Athletinnen waren nur innerhalb acht Hundertstelsekunden voneinander getrennt. Ich war einfach nur begeistert.

War deine Familie in Roccaraso dabei? Gab es eine große Feier danach?

Meine Eltern und mein Onkel waren in Roccaraso vor Ort. Es war toll, sie dabei zu haben. Als ich daheim ankam, organisierte ich eine große Party mit meinen Freunden und ein Raclette-Essen.

In der Saison 2011/12 hast du in einer Europacupabfahrt den dritten Platz belegt. Beschreibe dein Gefühl!

Ich bin sehr stolz, dieses Ergebnis eingefahren zu haben. Ich war nach meinen Kreuzbandriss ein Jahr lang nicht mit Abfahrtsski unterwegs. Doch der Kurs in Sella Nevea kam mir so gut entgegen. Ich war so glücklich, wieder einmal bergab zu fahren. Und die Rechnung ging auf.

Was ist das Wichtigste, was du in der letzten Saison gelernt hast?

Man muss es schätzen lernen, gesund zu sein, und um alles zu genießen, muss man hart dafür arbeiten.

Trotz deines Daseins als „Speed-Junkie“ bist du auch eine gute Carverin. Die Bronzemedaille bei der FIS-WM in Crans Montana und zwei Plätze im Europacup, allesamt in der Superkombination, sind Beweis genug. Wie bequem sind diese Skier und fühlst du dich auch als Technikerin?

Ich habe derzeit viel Riesentorlauf und ein wenig Slalom trainiert. Hier muss ich noch viel trainieren, aber ich habe mich bereits verbessert. Mein Ziel ist, mein Niveau in den technischen Disziplinen zu halten.

Siehst du dich als Allrounderin oder Speedspezialistin?

Momentan würde ich zum Ersteren tendieren, da ich mich ja in den technischen Disziplinen verbessern möchte.

Kannst du dir auch einige Rennen im Weltcup vorstellen?

Warum nicht, aber dafür werde ich noch viel mehr Slalom trainieren. (lacht) Alle Disziplinen zu bestreiten, wäre ein echt hartes Programm.

Wo sehen wir dich in der bevorstehenden Saison?

Mein Fokus ist sicher mal auf den Europacup gerichtet. Die Trainer entscheiden, welche Rennen ich bestreite.

Welches ist der beste Rat, den du bei Skirennen verfolgst.

Das ist schwer zu sagen. Aber man soll Spaß beim Skifahren haben und nicht so viel über Ergebnisse und Punkte nachdenken.

Ich habe gehört, dass du auch kochst. Stimmt das?

Ja, ich koche gerne zu Hause.

Und was ist das beste Gericht in Bezug auf deine Koch- oder Backkünste?

Ich bevorzuge es, Desserts zu machen. Mein Mousse au choccolat oder meine Schokoladenkuchen sind wirklich lecker.

Hast du auch andere Hobbys?

Ja, dazu zählen Rad fahren, Schwimmen, Wandern, Lesen, Filme… Ich liebe es zudem, meine Zeit mit Freunden und meiner Familie zu verbringen.

Du hast auch einen Zwilling. Ist es ein Bruder oder eine Schwester?

Ja, Simona ist meine eineiige Zwillingsschwester. Zudem habe ich eine ältere Schwester namens Gianna. Simona und ich verstehen uns sehr gut. Es ist großartig, eine Zwillingsschwester zu haben.

Bestritt sie auch Rennen?

Ja, aber sie ließ es nach den FIS-Rennen. Sie war nicht mehr motiviert, hart zu trainieren.

Hast du heuer irgendeinen Urlaub genossen? Gehst du überall dorthin, wo es warm ist?

Ja, ich habe ein paar Wochen Pause im April gemacht und einige Fahrten in der Schweiz unternommen. Im Juni besuchte ich einen guten Bekannten in Norwegen. Wir genossen die Zeit, doch es war nicht so warm.

Was berichtest du uns abschließend noch über das Sommertraining?

Das körperliche Training ist gut verlaufen, die Trainingslager waren in Mallorca sehr facettenreich und das Rennradcamp ist seit jeher der Höhepunkt für mich. Das Schneetraining in Zermatt mit ausgezeichneten Bedingungen verlief auch sehr gut. Dann flogen wir nach Neuseeland. Es war eine tolle Erfahrung, aber nach zehn Tagen intensivem Training stürzte ich bei einem Riesentorlauftraining und brach mir den Mittelhandknochen. So musste ich leider früher nach Hause fliegen. Vier Wochen konnte ich nichts tun, aber ich hoffe inständig, bald wieder Skifahren zu können.

Den Originalbericht finden Sie unter: http://www.fisalpine.com/news/alpine-young-guns-joana-haehlen,2001.html

Interview für www.FISAlpine.com : Michael Mastarciyan

Bearbeitung und Übersetzung für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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