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Andrea Fischbacher im Skiweltcup.TV Interview: „Jetzt ist die Zeit, um eine gute Grundbasis zu schaffen.“

© Kraft Foods  /  Andrea Fischbacher

© Kraft Foods / Andrea Fischbacher

Eben im Pongau/La Parva – Mit vier Jahren stand die 1985 geborene Salzburgerin Andrea Fischbacher das erste Mal auf Skiern. Bereits ein Jahr danach bestritt sie ihre ersten Rennen. Da sie bereits in den unteren Nachwuchsklassen erfolgreich war, besuchte sie nach der Grundschule die Skihauptschule in Bad Gastein. Nachdem sie aber nicht in den Salzburger Landeskader aufgenommen wurde, wechselte sie auf die Schladminger Skihauptschule und belegte dann auch die Skihandelsschule. Mit 15 Jahren bestritt Fischbacher ihre ersten FIS-Rennen und wurde kurze Zeit später in den ÖSV-Nachwuchskader aufgenommen. Gegen Ende der Saison 2002/03 bestritt die Athletin vom Union Skiklub Eben ihre ersten Europacupeinsätze und konnte sich bei der Junioren-WM im französischen Briançonnais über den achten Rang im Riesenslalom freuen.

Im Dezember 2003 feierte die mittlerweile in den B-Kader aufgerückte Fischbacher ihren ersten Sieg bei einem Europacuprennen. So stand sie im Super-G am Tonalepass ganz oben auf dem Podest. Bei der Junioren-WM im slowenischen Marburg gewann sie im Super-G die Goldmedaille, die sie jedoch mit der Italienerin Nadia Fanchini teilen musste. Bedingt durch diese guten Ergebnisse kam „Fischi“ in den Genuss der A-Kader-Mitgliedschaft. Ab der Saison 2004/05 fährt die Salzburgerin im Weltcup. Im zweiten Rennen inmitten der Weltelite wurde sie beim Super-G, der immer mehr ihrer Paradedisziplin wurde, Achte auf der Tofana in Cortina d’Ampezzo. Dadurch konnte sie bei der WM in Bormio mitfahren, wo sie auf Anhieb den siebten Rang belegte. Bei der Junioren-WM in Bardonecchia konnte sie ihren Titel erfolgreich verteidigen, auch im Europacup stand sie ganz oben.

Seit der Saison 2005/06 gehört Fischbacher zum Weltcupteam und ist seit Ende dergleichen Saison Mitglied des ÖSV-Nationalteam. Weitere Erfolge erzielte sie im Super-G, so auch bei der WM 2009 in Val-d’Isère, als sie Dritte wurde. Das beste Rennen ihrer Karriere war indessen der Super-G bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver im Februar vor drei Jahren. Nachdem sie um einen Wimpernschlag eine Medaille in der Spezialabfahrt verpasste, gelang ihr kurze Zeit später eine blitzsaubere Abfahrt. Sie gewann in ihrer Paradedisziplin die Goldmedaille vor Tina Maze und Lindsey Vonn. Bis zum heutigen Tag gelangen ihr im Weltcup bei neun Platzierungen auf dem Podium zwei Siege. Abgerundet wird ihr sehr gutes Leistungsprofil mit insgesamt acht Triumphen bei FIS-Rennen, drei Vizemeistertiteln bei den österreichischen Meisterschaften und vier Juniorenmeistertiteln. Im Interview mit skiweltcup.tv zieht Fischbacher Bilanz, die letzte Saison betreffend, das Schulsystem Österreichs, über ihr Dasein als Großcousine von Hermann Maier und das aktuelle ÖSV-Training im chilenischen La Parva.

© Kraft Foods  /  Andrea Fischbacher

© Kraft Foods / Andrea Fischbacher

skiweltcup.tv: Andrea, bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Vancouver 2010 hast du uns alle mit dem Gewinn der Goldmedaille im Super-G mehr als positiv überrascht. Trotzdem ist es in den letzten Jahren etwas still um dich geworden. Welche Lehren und Hoffnungen ziehst du aus der jüngeren Vergangenheit im Hinblick auf den herannehmenden Olympiawinter 2013/14?

Andrea Fischbacher: Ich habe in den letzten Jahren sehr viel gelernt, und Höhen und Tiefen gehören im Sport einfach dazu. Man sollte auf seinen Körper hören, und wenn mal gar nichts mehr geht, auch den Mut haben, sich eine „Auszeit“ zu nehmen, um danach wieder mit neuer Motivation und freien Kopf durchstarten zu können. In Hinblick auf den neuen Winter schaue ich von Rennen zu Rennen, und möchte wieder an meine Leistungen von früher anschließen.

skiweltcup.tv: Bereits mit jungen Jahren bist du auf den Skiern gestanden, ja auf den Brettern, die für dich mehr als nur die Welt bedeuten. Welchen guten Ratschlag hast du für Eltern parat, die mit ihrem Nachwuchs auf die Piste gehen wollen und ab wann ist es für das Kind besser, selbst Entscheidungen fernab der motivierten und ehrgeizigen Eltern zu treffen?

Andrea Fischbacher: Für das Kind sollte immer der Spaß im Vordergrund stehen, und dann kommt der Rest von selbst.

skiweltcup.tv: Weshalb ist es schwierig, oft Ausbildung und Skikarriere unter einem gemeinsamen Nenner zu bringen? Die Schulzeit betrifft nur einen kleinen Teil des Lebens, die sportliche Laufbahn ist auch relativ kurz. Wie schmal ist die Gratwanderung zwischen dem Anspruch, gut in der Schule zu sein und auf der anderen Seite international auf hohem Niveau mitfahren zu können, obgleich man weiß, dass man kaum Zeitressourcen für alles hat?

Andrea Fischbacher: Wir haben in Österreich ein sehr gutes System mit Skihaupt-, Skihandels- sowie Skihotelfachschule, so dass man Sport und Ausbildung perfekt verbinden kann. In jungen Jahren denkt man nur an das Skifahren und will möglichst erfolgreich sein. Mit dem, was danach kommt, macht man sich meist erste Gedanken, wenn es soweit ist. Während der aktiven Karriere ist die Zeit für eine Aus- oder Weiterbildung sehr begrenzt.

© Kraft Foods  /  Andrea Fischbacher

© Kraft Foods / Andrea Fischbacher

skiweltcup.tv: Die derzeit sich von einer schweren Verletzung zurückkämpfende US-Amerikanerin Lindsey Vonn hat sich bei ihrer WM-Titelfeier im französischen Val d’Isère einmal beim Köpfen einer Champagnerflasche die Beugesehne im rechten Daumen durchtrennt. Gibt es in deiner sportlichen Karriere auch einmal so ein kurioses, aber genauso schmerzhaftes Hoppala?

Andrea Fischbacher: Nein.

skiweltcup.tv: Besonders in den schnellen Disziplinen besticht deine Sportart oft durch den Kampf gegen die Uhr. Bruchteile von Sekunden entscheiden über Sieg oder Niederlage, Edelmetall oder „Blech“ bei einem Weltcuprennen oder bei einer Großveranstaltung. Wie wichtig ist gerade im Skisport die mentale Stärke, wie kannst du sie am besten schulen und was ist dein Geheimrezept?

Andrea Fischbacher: Die mentale Stärke ist sehr wichtig. Wenn ich dir jetzt mein Geheimrezept verraten würde, wäre es ja nicht mehr geheim (lacht).

skiweltcup.tv: Von der Fähigkeit, mental stark zu sein, zur Fähigkeit eine kompakte Skifahrerin zu sein. Was macht für dich eine kompakte und in allen Angelegenheiten über den Dingen stehende Skirennläuferin aus? Reichen etwa Talent, Ehrgeiz und Können aus, oder gibt es viel bedeutsamere Charaktereigenschaften wie die eben genannten?

Andrea Fischbacher: Talent, Ehrgeiz und Können sind wichtige Grundvoraussetzungen. Um eine kompakte Skirennläuferin zu sein, müssen alle Komponenten zusammenpassen. Dazu gehören die mentale Stärke, das Selbstvertrauen, die Gesundheit, die Technik, das Material und auch das nötige Glück.

skiweltcup.tv: Andersrum: Kann die Slowenin Tina Maze angesichts ihrer letztjährigen Übersaison als die kompakteste Athletin im Skiweltcup gesehen werden, oder wird der vergangene Skiwinter mit dem Brechen zahlreicher Rekorde und Bestleistungen am Fließband eine Ausnahmeerscheinung bleiben?

Andrea Fischbacher: Tina Maze war in der letzten Saison mit Sicherheit die kompakteste Athletin und mit dem Brechen zahlreicher Rekorde kann man ihr nur gratulieren.

© Kraft Foods  /  Andrea Fischbacher

© Kraft Foods / Andrea Fischbacher

skiweltcup.tv: Andrea, deine Teamkollegin Anna Fenninger setzt sich für den Naturschutz und den Erhalt der Geparde ein. Bist du auch ein sozialer Mensch, was ist dir wichtig und hast du auch irgendwo eine Patenschaft übernommen?

Andrea Fischbacher: Ich bin Patin eines Steinadlers. Adler haben mich schon immer fasziniert, und letztes Jahr hatte ich die Gelegenheit, auf der Adlerwarte Kreuzenstein, Greifvögel hautnah zu erleben.

skiweltcup.tv: Wenn man deinen Familienstammbaum betrachtet, erkennt man, dass du eine Großcousine des fast schon zeitlebens zum Mythos avancierten Hermann Maier bist. Ist es ein Vorteil, einen so erfolgreichen, ehemaligen Skirennläufer in der erweiterten Familie zu haben oder ist es eher belastend, da du vielleicht oft auf ihn angesprochen wirst?

Andrea Fischbacher: Ich werde immer wieder auf Ihn angesprochen aber ich habe nichts mit Ihm zu tun. Ich bin eine eigene Persönlichkeit, sowie Athletin, und sollte auch von allen so gesehen werden.

skiweltcup.tv: Schauen wir abschließend in die Jetztzeit. Was macht Andrea Fischbacher momentan? Welche Trainings stehen auf dem Programm und welche persönlichen Zielsetzungen hast du dir für die bevorstehenden Trainings- und Ausbildungseinheiten gesetzt?

Andrea Fischbacher: Ich befinde mich momentan mit dem ÖSV-Speedteam in La Parva (Chile) im Trainingslager, wo die Trainingsschwerpunkte auf Super G und Abfahrt gelegt sind. Dazwischen wird immer wieder Riesentorlauf trainiert, um eine gute Grundbasis zu schaffen.

Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner  

 

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