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Angelo Weiss‘ Blick in die Zukunft ist alles andere als rosig

© Archivio FISI / Angelo Weiss (Marco Trovati Pentaphoto)

© Archivio FISI / Angelo Weiss (Marco Trovati Pentaphoto)

Santa Caterina Valfurva – Der einstige italienische Slalomspezialist Angelo Weiss arbeitet im Team von Gianluca Rulfi. Er verfolgt die azurblauen Torläuferinnen und erzählt, dass seine Schützlinge viele schwere Fehler machen, die keinen Sinn machen. Sobald die Damen wie im Training auftreten, ist ein Platz unter den Top-15 möglich. Aber wenn nur eine – wie heute Manuela Mölgg – in den Punkten landet, ist das nicht gut.

Die Italienerinnen haben das Zeug, sich konstant mit guten Ergebnissen zu empfehlen, auch wenn die Top-5 weit entfernt ist. Man kann nicht immer dem Schnee, der Piste, der Kurssetzung u.a. die Schuld geben, sondern auch an sich arbeiten.

Das Tragische ist, dass auch in vier bis fünf Jahren kein Licht am Ende des azurblauen Tunnels zu erkennen ist. Man muss das Rad der Zeit bis ins Jahr 1997 zurücktreten. Vom Verbandspräsidenten bis zum Trainer muss ein neues Torlaufprojekt für die Damen angegangen und realisiert werden. Wunder kann man keine erwarten.

Es werden viele Riesentorlaufeinheiten im Sommer abgespult, aber im Slalom wird wenig trainiert, dies ist ein großes Manko. Es ist wohl nicht zu schwer, vier Torstangen in den Schnee zu stecken, ein paar Fahrten anzugehen und dann gemeinsam im Videostudium zu bewerten. So ist es im Riesenslalom.

Im Torlauf sind es mehr Tore und auch mehr Aufwand. Aber wenn man den Slalom weiter als ‚Stiefkind‘ behandelt, sieht die Zukunft alles andere als rosig aus. Wenn man den Slalom von klein auf außer Acht lässt, ist es schwer, sich im fortgeschrittenen Alter zurecht zu finden. Weiss berichtet, dass man die Jungen fahren lassen soll, aber es gibt im italienischen Nachwuchsbereich keine Athletin, die im Europacup unter den besten Zehn landet. Wenn die jungen Skirennläuferinnen im kontinentalen Bewerb gut sind, dürfen sie im Weltcup fahren, ansonsten hat das ganze Projekt keinen Sinn.

Man muss einen Schritt nach dem anderen setzen. Weiss betont auch, dass wenn man eine 17-Jährige hernimmt, die noch nichts gezeigt hat und von Null in das kalte Wasser des Weltcups wirft, wird sie verbrannt. Das ist auch kein richtiger Weg. Man ist am Nullpunkt angekommen und muss einen Neubeginn wagen. Costazzas Moral ist im Keller, sie wird im Europacup neue Kräfte sammeln. Und in Zinal wird auch Michela Azzola an den Start gehen, zumal es die letzte Siegerin in der kontinentalen Rennserie ist. Da sie 1991 geboren ist und verhältnismäßig jung ist, kann man noch auf sie zählen.

Auf das heutige Rennen in Santa Caterina Valfurva angesprochen, hat Roberta Midali das Gegenteil des bisher Gezeigten gemacht. Auch wenn sie nur wenige Tore umkurvt, versucht sie das Beste zu erreichen. Heute wollte sie ankommen. Federica Sosio war nicht schlecht unterwegs, schied jedoch aus und tat sich am Knie etwas weh. Brignone konnte zu drei Viertel überzeugen. Im unteren Streckenabschnitt ist sie eingeschlafen. Das ist schade, zumal sich der Schnee in einer fantastischen Verfassung präsentierte und die Strecke perfekt präpariert war. Manuela Mölgg, Chiara Costazza und Irene Curtoni sind als Veteraninnen wichtig für die junge Generation und sind durchaus Leaderinnen innerhalb des Teams. Nur auf Ankommen fahren wird auf Dauer auch zu wenig sein. Ein gutes Ergebnis könnte für alle so etwas wie eine Befreiung oder ein Lichtblick sein.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.raceskimagazine.it

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