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Annemarie Moser-Pröll im Skiweltcup TV Interview: „Jede Zeit hatte ihre großen Helden“

Annemarie Moser-Pröll im Skiweltcup.TV-Interview: „Jede Zeit hatte ihre großen Helden“

Annemarie Moser-Pröll im Skiweltcup.TV-Interview: „Jede Zeit hatte ihre großen Helden“

Kleinarl – Annemarie Moser-Pröll muss man eigentlich nicht vorstellen. Die österreichische Skirennläuferin gewann in den 1970er-Jahren fast alles, was man gewinnen konnte. Neben 63 Siegen bei Weltcuprennen, die erst vor kurzer Zeit von der US-Amerikanerin Lindsey Vonn übertrumpft wurden, holte sich die Salzburgerin sechsmal die große Kristallkugel. Dazu gab es fünf WM-Goldmedaillen und 1980 den Olympiasieg in der Abfahrt.

Heute ist die rot-weiß-rote Skilegende als Gastronomin tätig. Wir von skiweltcup.tv unterhielten uns mit Moser-Pröll über Lindsey Vonn, die schweren Verletzungen in der heurigen Saison, den Skisport im Allgemeinen und einiges mehr.

skiweltcup.tv: „Frau Moser-Pröll, stimmt es Sie traurig, dass Ihre Freundin Lindsey Vonn Ihren Rekord an Weltcupsiegen von 62 Triumphen auf unfassbare 76 Erfolge erhöht hat, oder ist es nur eine Frage der Zeit, dass es in jeder Skigeneration jemand gibt, der die Erfolge der Vorgänger brechen und nach oben schrauben wird?“

Annemarie Moser-Pröll: „Warum sollte ich traurig sein? Ich hatte dank des Sports eine so schöne Zeit, für die ich sehr dankbar bin. Meiner Meinung nach hatte jede Zeit ihre großen Helden. Dabei denke ich an Toni Sailer, Franz Klammer, Hermann Maier usw. Der Rennsport ist viel professioneller geworden, und das Material ist mit dem unseren nicht mehr vergleichbar.“

skiweltcup.tv: „Weil wir gerade bei den Emotionen sind: Stimmt es Sie trauriger, dass eine blöde Verletzung die US-Amerikanerin dazu veranlasst, die Saison vorzeitig zu beenden?“

Annemarie Moser-Pröll: „Wenn ich Spitzensport betreibe, muss ich mit Verletzungen rechnen.“

skiweltcup.tv: „Apropos Verletzung: In diesem Jahr gibt es – und nicht nur im Österreichischen Skiverband – eine schier unendlich große Verletzungsliste. Neben Vonn hat mit Anna Fenninger, Matthias Mayer oder auch einen Aksel Lund Svindal oder Ted Ligety die Besten der skifahrerischen Zunft erwischt. Ist das eine Verkettung unglücklicher Faktoren oder ist das Limit erreicht?“

Annemarie Moser-Pröll: „Auch wenn die Frage schon beantwortet ist, glaube ich, dass die Verletzungen zum größten Teil auf das ‚giftige‘ Material und die vereisten Pisten zurückzuführen sind. Auch das Wetter spielt eine nicht unwesentliche Rolle. Durch die schneearmen Winter gibt es zum Teil nur mehr Kunstschnee.“

skiweltcup.tv: „Was raten Sie jungen Athleten, die im FIS- oder Europacup-Alter sind, für die das Skifahren eine Lebensaufgabe ist, die sie mit Fleisch und Blut ausgeübt und haben von Anfang an mit höchster Intensität angehen?“

Annemarie Moser-Pröll: „Wenn junge Athleten sich von sich aus für den Sport begeistern und nach oben streben, ist das in Ordnung. Was ich nicht gut finde, ist es, wenn Eltern ihre Kinder auf dem Weg dorthin drillen. Daher ist es mein Rat, sich Ziele zu setzen und auf diese hinzuarbeiten.“

skiweltcup.tv: „Wie weit kann man die „Höher-schneller-weiter-Spirale“ noch drehen, oder muss man sich ernsthaft Gedanken über die Sicherheit und die Zukunft des Skirennsports machen?“

Annemarie Moser-Pröll: „Es liegt auf der Hand, dass man sich aufgrund der vielen Verletzungen Gedanken über die Zukunft machen muss.“

skiweltcup.tv: „Kann man sich ein Sieger-Gen nach Ihrem Muster oder jenem einer Lindsey Vonn antrainieren?“

Annemarie Moser-Pröll: „Nein, denn ich vertrete den Standpunkt, dass man mit Training eine gewisse Ebene erreichen kann.“

skiweltcup.tv: „Themenwechsel: Wieso ist für Sie nach wie vor Skifahren nach einem bekannten Ohrwurm Ihres Landsmanns Wolfgang Ambros das „Leiwandste“, was man sich nur vorstellen kann?“

Annemarie Moser-Pröll: „In Österreich ist der Skisport die Nummer 1, und die Bevölkerung ist stolz auf ihre Sportgrößen. Was gibt es Schöneres, als bei herrlichem Wetter in unserer schönen Heimat die Hänge hinunterzufahren und die Natur zu genießen?“

skiweltcup.tv: „Der Eidgenosse Pauli Accola sagt auf die Zukunft des Skiweltcups, dass er viel internationaler werden wird. Nun haben wir Rennen in Japan, in Südkorea und eines Tages wird die Olympiageneralprobe in Peking auf dem Kalender stehen. Geben Sie ihm Recht?“

Annemarie Moser-Pröll: „Das ist schon möglich. Zu meiner Zeit standen Rennen in Japan und Amerika immer schon als Fixpunkt im Weltcupkalender.“

skiweltcup.tv: „Zu Ihrer aktiven Zeit als Skirennläuferin gab es weder City Events noch Teambewerbe. Können Sie diesen Skiformaten etwas abgewinnen, oder sollte man bei den klassischen Disziplinen bleiben?“

Annemarie Moser-Pröll: „Ich muss auch sagen, dass es zu meiner aktiven Zeit als Skirennläuferin auch keinen Super-G gegeben hat. City Events, und das ist meine persönliche Meinung, kommen natürlich bei den Zuschauern gut an.“

skiweltcup.tv: „Ihr Landsmann Marcel Hirscher würde es beispielsweise begrüßen, wenn man vor der Gloriette in Wien einen Parallelbewerb vor vielen Zuschauern bald realisieren und dann durchführen würde…“

Annemarie Moser-Pröll: „Da würde man einmal sehen, was für einen Stellenwert der Skisport in Österreich hat.“

skiweltcup.tv: „Zurück zur Gegenwart: Vor nicht allzu langer Zeit wollte Ihre Freundin Lindsey Vonn in der Abfahrt gegen die Männer antreten. Und ihre Teamkollegin Mikaela Shiffrin, die im Slalom so überlegen fährt, als ob sie sich nie verletzt hätte, will bei den Männern als Vorfahrerin starten. Sind das alles Hirngespinste oder Forderung nach Gleichberechtigung? Wenn Letzteres zutrifft, wie sehen Sie realistisch die Chancen des einen oder anderen Unterfangens?“

Annemarie Moser-Pröll: „Ich bin hier etwas altmodisch. Im fernen Jahr 1974 durfte ich mit der österreichischen Herrenmannschaft auf der ‚Streif‘ in Kitzbühel als einziges Mädchen mittrainieren. Und ich war froh, dass aus mir kein Bub geworden ist.“

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Die Skiweltcup.TV Sommer-Interviews 2016 – und alle zwei Tage werden es mehr!

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