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Charlotte Chable im Skiweltcup.TV-Interview: „Vielleicht wäre ich Eiskunstläuferin geworden!“

© Charlotte Chable / Im Slalom möchte ich noch einen Schritt nach vorne setzen.

© Charlotte Chable / Im Slalom möchte ich noch einen Schritt nach vorne setzen.

Villars-sur-Ollon – Charlotte Chable ist eine junge eidgenössische Skirennläuferin. Sie wird Ende Oktober 21 Jahre alt und hat sich auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesentorlauf spezialisiert.  In diesem Sommer hat sie das Abitur bestanden. Nun kann sie sich auf ihre große Leidenschaft, den Skisport konzentrieren.

Im Alter von 15 Jahren nahm die Schweizerin erstmals an einem FIS-Rennen teil. Ein Jahr später debütierte sie im Europacup. Auch bei den European Youth Olympic Festival in Liberec nahm sie teil. In der Folge verletzte sich die aufstrebende Athletin zweimal schwer. So brach sie sich den rechten Fuß und zog sich Kreuzbandrisse an beiden Knien zu. Bedingt durch diese Verletzungen schob sie die schnellen Disziplinen (vorerst) auf Seite.

Im Dezember 2013 gewann sie erstmals ein FIS-Rennen. Ende 2014 freute sie sich über den dritten Rang beim Europacup-Slalom von Hemsedal. Anfang 2015 debütierte die Eidgenossin im Weltcup. Beim Torlauf in Flachau blieb sie aufgrund eines Ausfalls im ersten Durchgang ohne Punkte. Dennoch nominierte sie der Schweizerische Skiverband für die Ski-WM in Vail/Beaver Creek. Dort überzeugte sie mit dem ausgezeichneten 15. Rang und katapultierte sich quasi aus dem Stand in die Weltspitze.

Dass der Erfolg in Amerika keineswegs eine Eintagsfliege war, unterstrich die Westschweizerin im Februar 2015. Im slowenischen Marburg/Maribor kratzte Chable als Elfte an den Top-10 und freute sich über ihre ersten Weltcupzähler. Wir können gespannt sein, was die die noch 20-Jährige im nächsten Winter zeigt. Wir von skiweltcup.tv unterhielten sich mit ihr über ihre Karriere, ihre mögliche Liebe zu Tieren, Schwächen und Stärken und vieles mehr.

Charlotte Chable überzeugte bei der Ski-WM in Vail/Beaver Creek mit dem ausgezeichneten 15. Rang und katapultierte sich quasi aus dem Stand in die Weltspitze.

Charlotte Chable überzeugte bei der Ski-WM in Vail/Beaver Creek mit dem ausgezeichneten 15. Rang und katapultierte sich quasi aus dem Stand in die Weltspitze.

skiweltcup.tv: „Charlotte, kannst du dich ein bisschen dem Lesepublikum unseres Portals vorstellen? Dabei kannst du dein privates Umfeld, deine ersten Skiversuche, auf deine Karriere und deine Lieblingsdisziplinen eingehen!“

Charlotte Chable: „Ich bin 20 Jahre alt und stehe auf den Skiern, seitdem ich zweieinhalb Jahre alt bin. Der Skisport ist eine Leidenschaft für mich. Ich habe immer viel Spaß daran und fühle mich glücklich, diese Sportart auszuüben. Die derzeitige Lieblingsdisziplin ist der Slalom, aber ich mag auch den Riesentorlauf. Dort möchte ich einen Schritt nach vorne machen. Früher habe ich auch Super-G’s und Abfahrten bestritten, doch aufgrund einiger Verletzungen habe ich damit vorübergehend aufgehört. Ich möchte mich auf die technischen Disziplinen konzentrieren. Dann schaue ich weiter; vielleicht fange ich in einigen Jahren wider mit den Speedbewerben an.“

skiweltcup.tv: „Deine Teamkollegin Corinne Suter erzählte einmal in einem Interview, dass sie gerne Katzen hat und gleich viervierbeinige Freunde hat. Gibt es auch ein Tier, das du gerne hast und sogar als Haustier hältst?“

Charlotte Chable: „Allgemein mag ich Tiere nicht so sehr. Jedoch haben wir im letzten Jahr, als wir in den Ferien in Südafrika, eine Safarireise gemacht. Wir haben viele Tiere gesehen und mir hat alles gut gefallen. Aber zuhause hatten wir nie ein Tier, und ich denke, dass ich mir nie eines zulegen werde!“

skiweltcup.tv: „Was sind deine Lehren und Hoffnungen im Hinblick auf den Olympia- und WM-freien Winter 2015/16, wenn du in deinen Aussagen die vergangene Saison miteinbeziehst?“

Charlotte Chable: „Wie gesagt, möchte ich im Slalom noch einen Schritt nach vorne setzen. Ich schnuppere bereits an den besten 30 der Startliste und möchte noch besser sein. Die zwei guten Ergebnisse im letzten Winter im Weltcup helfen mir dabei. Ich weiß, dass ich unter die besten 15 fahren kann und möchte diese Resultate wiederholen und noch besser werden. Vielleicht ist es möglich, auch bei einigen Riesentorläufen an den Start zu gehen. Jedoch muss ich vorher noch einige gute Ergebnisse im Europacup einfahren!“

skiweltcup.tv: „Hattest du nach der WM-Saison 2014/15 etwas Zeit für einen Urlaub oder befindest du dich schon in den Sommertrainingseinheiten? Was können wir nach deinen bestandenen Abiturprüfungen über deine Programme in der warmen Jahreszeit in Erfahrung bringen?“

Charlotte Chable: „Nach dem Winter hatte ich nicht so viel Zeit für mich. Ich bin weiter in die Schule gegangen und bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt hatte ich keine Ferien. Die letzten Wochen waren angesichts der Doppelbelastung Schule und Training schon etwas streng. Mit dem Abitur in der Tasche kann ich beruhigt sein. Ich kann mich nun zu 100 Prozent auf meinen Sport konzentrieren und ich weiß, dass ich ein Papier für später habe. Zunächst hoffe ich, dass ich eine lange und erfolgreiche Ski-Karriere haben werde. Leider ist das jedoch nicht bei jedem Athleten der Fall. Aber mit der Allgemeinen Hochschulreife habe ich immer noch eine andere Option, die ich ziehen könnte.“

Die Ski-WM in Vail/Beaver Creek war für Charlotte Chable ein ganz besonderes Ereignis.

Die Ski-WM in Vail/Beaver Creek war für Charlotte Chable ein ganz besonderes Ereignis.

skiweltcup.tv: „Mentale Stärke bedeutet nicht nur auf den Punkt seine maximale Leistung während eines Skirennens abrufen zu können, sondern auch sich selber und das eigene Denken und Handeln zu beobachten und positiv zu beeinflussen. Kann man sagen, dass die mentale Einstellung eine Stärke von dir ist?“

Charlotte Chable: „Ja klar, die mentale Sache ist für uns Skirennläufer sehr wichtig. Ich werde von Jahr zu Jahr besser. Als ich jünger war, war es manchmal schwieriger, mich zu konzentrieren und genau zu wissen, was mein Ziel ist. Auch die Wege, dieses zu erreichen, waren nicht immer einfach. Jetzt weiß ich jedoch, was ich will und was ich machen muss, um meine Ziele zu erreichen. Während der Verletzungspause in den vergangenen Jahren hatte ich viel Zeit zum Überlegen. Ich will zu den besten Fahrerinnen gehören. Die mentale Stärke ist wirklich eine Stärke geworden, da ich endlich genau weiß, was ich will.“

skiweltcup.tv: „Gibt es im Gegensatz dazu auch Schwächen, die du persönlich zugibst und die du im Laufe deiner hoffentlich noch sehr langen sportlichen Karriere zu Stärken umwandeln willst?“

Charlotte Chable: „Klar, ich bin nicht perfekt. Ich muss einige Sachen besser machen. Bei Rennen bei schlechtem Wetter und schlechter Sicht bin ich noch etwas unsicher, und ich überlege zu viel. Es wird der Punkt kommen, an dem mit der Zeit alles besser wird. Ich hoffe, dass in einigen Jahren alles gut ist.“

skiweltcup.tv: „Sport ist für Millionen Menschen ein selbstverständlicher Teil des Alltags, der Gesundheit, Lebensfreude und Spaß bringt. Auch wenn die meisten von uns mehr im Breiten- als im Leistungssport unterwegs sind, wieso ist der Sport so etwas wie eine Schule fürs Leben und warum ist er auch ein Integrationsmotor für alle Schichten und Vertreter unserer Gesellschaft?“

© Charlotte Chable / Skifahren ist sooooooo geil!

© Charlotte Chable / Skifahren ist sooooooo geil!

Charlotte Chable: „Sport ist eine Schule fürs Leben. Wir müssen selber lernen. Dabei sind wir  auch mit vielen Menschen im Dialog. Wir müssen andere respektieren und mit ihnen leben. Wir haben ein Ziel, und wir sind bereit, dieses zu erreichen. Auch sind wir bereit, Opfer zu bringen. Wir gehen während unserer Trainingseinheiten auch an unsere Schmerzgrenze. Diese Gefühle machen dich größer und stärker als ‚normale‘ Personen.“

skiweltcup.tv: „Rituale im Sport werden etwa beim Betrachten eines Volleyballspiels sichtbar. Dabei trippelt die Volleyballspielerin oder der Volleyballspieler den Ball genau drei Mal vor dem Aufschlag. Nach jedem Punkt, auch wenn ein Fehler passierte, gehen die Spieler im Team zusammen, schlagen ein… Wie wichtig sind für dich Allgemeinen Rituale und welche verfolgst du vor einem Rennen?“

Charlotte Chable: „Am Morgen haben wir im Torlauf das Aufwärmen, dann kommen die Besichtigung und die Aufwärmphase vor dem Start. Diese drei Sachen sind unser Ritual. Aber mehr persönliche Rituale habe ich nicht. Ich brauche nicht jedes Mal das gleiche zu machen, um mich gut zu fühlen. Im Training sind wir locker und haben kein Ritual. Im Rennen selbst muss es gleich sein. Da heißt es locker bleiben und einfach alles auf sich zukommen lassen!“

skiweltcup.tv: „Wenn du nicht Skirennläufer geworden bist, welche Sportart hätte dich noch interessiert? Und wieso sollte jeder, der in den Alpen aufwächst, eines Tages – wenn auch nur als Hobby – auf den Skiern gestanden haben?“

Charlotte Chable: „In früheren Jahren war ich auch als Eiskunstläuferin aktiv und hatte immer Spaß an dieser Sportart. Vielleicht wäre ich Eiskunstläuferin geworden. Aber Skifahren ist sooooooo geil! Selbst wenn man es nur als Hobby ausübt, kann man zwei bis drei Pisten befahren und dann etwas trinken gehen! Danach fährt man wieder ein paar Strecken runter und isst zu Mittag. Dann gibt es noch das Aprés Ski! Wer kann da nicht mit einem Skitag Spaß haben?“ (lacht)

skiweltcup.tv: „Ist der Skirennsport in deinen Augen, abgesehen von Freundschaften und Rivalitäten, eher ein Individual- oder auch ein Mannschaftssport, obgleich es meistens ja nur einen Sieger oder eine Medaille geben kann?

Charlotte Chable: „Für mich ist der Skirennsport ein individuell ausgerichteter Sport. Man ist nur für sich da. Am Schluss gibt es nur eine Siegerin, und du musst schneller als alle andere Athletinnen sein, um zu gewinnen. Während der Sommervorbereitung sind wir ein Team. Wir helfen uns, denn mit den anderen kann jeder besser arbeiten. Wir können über unsere Limits gehen. Mit der Mannschaft wächst die Motivation. Nicht nur während des Konditionstrainings sind wir ein Team. Bei den Übungseinheiten auf dem Gletscher beispielswiese ist es gut, sich mit anderen zu vergleichen. Für mich ist es bedeutsam, mit den anderen zu trainieren. Ich finde es schön, dass wir eine Mannschaft über das ganze Jahr sind, obwohl wir beim Rennen auf uns selbst schauen müssen. Wenn ein Fehler passiert, ist es deiner und nicht jener des Kollektivs.“

skiweltcup.tv: „Welche sportliche Schlagzeile möchtest du am Ende der nächsten Ski-Saison 2014/15 am liebsten über dich lesen?“

Charlotte Chable: „Sie hat uns beindruckt!“ (lacht)

Bericht und interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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