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Christof Innerhofer im Skiweltcup.TV Interview: Der Pignolo aus Südtirol zwischen Training und Therapie

© Claudia Egger  /  Christof Innerhofer

© Claudia Egger / Christof Innerhofer

Gais – Baujahr 1984, strahlender Dreifachmedaillengewinner bei der WM in Garmisch 2011, drei Mal bei einer Abfahrt in der Saison 2012/13 vorne, Vierter in der Gesamtwertung in der letztjährigen Weltcupgesamtwertung, Christof Innerhofer ist ohne Zweifel ein ganz Großer des Südtiroler Sports. Auch wenn der Rücken zwickte und das Augenlicht schwächer wurde, ist der Pustertaler Sunnyboy immer für einen Scherz gut aufgelegt. Wie es dem 28-jährigen Skirennläufer geht und wie er sich auf die anstehende Olympiasaison vorbereitet verriet er uns in einem sehr persönlichen und ausführlichen skiweltcup.tv.-Gespräch.

skiweltcup.tv: Wie geht es dem Rücken ?

Christof Innerhofer:Der Rücken zwickt leider immer wieder  ein bissl. Im Frühjahr und im Sommer habe ich konsequent Therapie am Schliersee gemacht, aber beim Training vor einem Monat habe ich es dann wieder zu spüren bekommen. Leider. Das Konditionstraining vorher war top, aber Skifahren war mühsam. Vor einem Monat war es dann wirklich wieder brutal schlimm. Inzwischen ist es zum Glück besser. Bei meinem ersten Block in Zermatt letzte Woche habe ich wieder halbwegs trainieren können – ich würde sagen, dass ich etwa 60-70% meiner Leistung abrufen konnte, das ist ähnlich wie letztes Jahr Ende September. Es ist schon immer ein wenig mühsam, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das in den Griff bekomme, wenn ich konsequent mit der Therapie weiter mache.  Die Adresse am Schliersee habe ich von Rudi Huber. Dort lassen sich einige bekannte Gesichter behandeln, wie zum Beispiel auch Felix Neureuther.

skiweltcup.tv: Deine Kollegen sind schon in Übersee – kannst du schon sagen, wann für dich die Reise los geht?

Christof Innerhofer:Ja, die Kollegen sind schon weg, das wäre für mich aber noch unmöglich gewesen. Ich habe mich für zwei Trainingsblöcke in Zermatt entschieden, weil das mit der Therapie besser zu vereinbaren ist. Jetzt bin ich beim zweiten. Wenn alles so geht wie ich möchte, dann werde ich am siebten September nachfliegen.

skiweltcup.tv: Woher kommen die Beschwerden, weißt du das?

Christof Innerhofer: Altersschwäche! (lacht). Bei den einen kommt es früher, bei den anderen später. Man merkt schon früh Verschleißerscheinungen. Ich habe sicher in der Jugend beim Konditraining nicht immer alles richtig gemacht. Dabei bin ich eh erst mit ungefähr 14 Jahren auf die Carvingski umgestiegen. Ich denke, umso früher der Umstieg auf die Carvingski erfolgt, umso früher kommen die Beschwerden. Wahrscheinlich wird das bei der Generation nach mir noch schlimmer, die wachsen ja schon mit den Carvingski auf.

© Gerwig Löffelholz  /  Christof Innerhofer

© Gerwig Löffelholz / Christof Innerhofer

skiweltcup.tv: Dann begrüßt du die neuen Materialbestimmungen im RTL?

Christof Innerhofer: Anfangs war ich ehrlich gesagt dagegen. Jetzt ist es so, dass mich der RTL nicht mehr interessiert. Da werden die Rückenprobleme noch schlimmer. Schade muss ich sagen, ich bin ja auch im Riesen schon gut gefahren. Jetzt konzentriere ich mich nur noch auf die Speeddisziplinen.

skiweltcup.tv: Seit deiner sensationellen WM in Garmisch mit drei Medaillen hast du Höhen und Tiefen erlebt – was hast du aus den letzten Jahren für dich mitgenommen?

Christof Innerhofer: Seit Garmisch hatte ich meiner Meinung nach von den Resultaten her mehr Höhen, wenig Tiefen. Wenn ich auf die letzte Saison rückblicke habe ich trotz allem ein lachendes Gesicht. Ich habe halt akzeptiert, dass ich nicht mehr so trainieren kann wie ich will, aber ich hatte trotzdem super Resultate. Ich bin von Jahr zu Jahr lockerer geworden. Ich habe schon mehr erreicht, als ich mir je träumen lassen habe trotz der gesundheitlichen Kämpfe. Trotz des zum Teil wenigen Trainings war ich im Rennen immer wieder top. Natürlich merke ich es auch manchmal, wenn ich mir zum Beispiel bei einem Super-G im Rennen eine Passage verhaue durch Fehler, die mir sonst vielleicht nicht passiert wären. Aber ich habe lernen müssen, dass weniger mehr ist vom Training her. Ich muss einfach haushalten, wegen der Rückenprobleme.

skiweltcup.tv: Eine Frage, die deine Fans brennend interessiert: Betreust du deine Facebookseite(n) selber?

Christof Innerhofer: Ja, das mache ich alles selber. Fotos reinstellen und alles. Ich finde das wichtig und es ist ja auch toll, über Facebook kann man sehr schnell kommunizieren und man  erreicht damit zig Leute. Es macht mir sehr viel Spaß das selber zu betreuen! Oft findet man nicht gleich Zeit alles zu beantworten, aber das mache ich dann in den Wartezeiten, die wir haben. Ich mache eh immer fleißig Fotos mit dem Handy und ich hab ja auch mehrere Facebookprofile, wo ich es reinstelle. Ich habe mir gar nie überlegt, das jemand anderen zu übertragen.

skiweltcup.tv: Du hast dich auch einer Augenoperation unterzogen – hast du jetzt den vollen Durchblick, wie man so schön sagt?

Christof Innerhofer: Ja, am dritten Juli hatte ich die Augenoperation. Vorher war ich ja quasi ein Schönwetterfahrer und ich hatte zum Beispiel auch in Schladming deshalb Probleme. Dann habe ich mir gedacht, es kann ja nicht sein, dass ich mich im Winter am Dienstag schon ärgere, wenn für das Wochenende schlechtes Wetter vorhergesagt wird. Ich war dann bei zwei Ärzten, die haben mir die OP empfohlen und ich merke jetzt schon, dass ich besser sehe. Wie viel das dann bei den Rennen ausmacht kann ich noch nicht sagen, weil ich seither erst zweimal bei schlechterem Wetter gefahren bin. Aber ich hoffe, dass ich dann zum Beispiel die Kontraste besser sehe.

© hahnenkamm.com / Christof Innerhofer

© hahnenkamm.com / Christof Innerhofer

skiweltcup.tv: Du schreibst auf deiner Homepage dass Du sehr pingelig bist – wie äußert sich das?

Christof Innerhofer: Man muss genau sein, wenn man erfolgreich sein will. Es kommt im Leben oft auf Kleinigkeiten an, damit man besser ist als die anderen. Pignolo ist ein italienischer Ausdruck, von daher kommt pingelig. Ich bin einfach ein genauer Mensch, beim Sport, beim Training und privat. Bei Sachen, die andere überhören oder übersehen mache ich mir halt Gedanken.

skiweltcup.tv: Wo ist ein Christof Innerhofer in seinem Privatleben pingelig?

Christof Innerhofer: (lacht) Bei allem! Ich hab es gern sauber und aufgeräumt, da fühle ich mich wohler. Oder auch wenn ich etwas ausmache, das muss einfach passen. Auch wenn es erst in ein paar Wochen ist, da muss ich nicht vorher noch lang rückbestätigen. Verlässlichkeit ist mir sehr wichtig. Mein Manko ist vielleicht, dass ich es eher zu genau nehme. Das heißt ich komme um Punkt zur ausgemachten Zeit. Blöd ist, wenn mir was dazwischen kommt, Verkehr oder so, dann komme ich ein paar Minuten zu spät.

skiweltcup.tv: Und wie pingelig bist du bei deinem Rennmaterial?

Christof Innerhofer: Mit meinem Material bin ich in den letzten Jahren immer top unterwegs gewesen. Da gibt es keine großen Veränderungen. Ich habe im Super-G und auch in der Abfahrt zwar eine Alternative zu meinen bisherigen Ski, die schauen nicht schlecht aus, aber auch nicht besser.  Ich weiß, dass ich vorn mitfahren kann mit dem Material das ich habe. Wenn ich etwas Besseres finde ist es gut, aber ich bin mit dem jetzigen Material so zufrieden, ich muss nicht lang herumtesten. Früher habe ich alles probiert was es gibt, jetzt habe ich schon lange keine Änderung mehr gemacht. Jetzt habe ich ein gewisses Alter und mehr Erfahrung. Das was ich habe, ist das beste Setup für mich. Ich versuche, die Trainings als Training zu nutzen und nicht zum Testen. Ich muss den Rücken schonen. Höchstens, dass ich mal bei der letzten Fahrt einen anderen Ski nehme zum Schauen, aber mehr nicht.

skiweltcup.tv: Du warst ja auch bei der Olympia Generalprobe 2012 in Sotschi am Start – was sagst Du zur Strecke und welche Chancen auf Edelmetall rechnest Du dir aus?

Christof Innerhofer: Ich blicke Olympia sehr gelassen entgegen. Vorher sind noch viele andere Rennen. Ein guter Start in die Saison ist immer sehr wichtig. Sotchi ist noch sehr weit weg. Das Olympiarennen nimmt man mit, ich fokussiere mich aber nicht auf Sotchi. Ich habe schon drei Medaillen daheim, auch wenn es WM Medaillen sind und nicht Olympia, aber das ist super. Alles was mehr wäre, wäre Zugabe. Auch wenn ich keine mache, hoffe ich, dass ich das Beste gegeben habe und das reicht – zaubern kann ich nicht. Die Piste in Sotchi liegt mir oben sehr gut, unten eher weniger.

skiweltcup.tv: Was erwartest du dir für eine Stimmung in Sotchi?

Christof Innerhofer: Ich erwarte mir eher keine Volksfeststimmung. Mein Fanclub hat sich informiert und ist anscheinend gar nicht so einfach ist, hin zu kommen oder Tickets zu bekommen, keine Ahnung. Ich glaube, es wird nicht zu vergleichen sein mit Vancouver. Für uns Athleten wird es sicher keine lockere Angelegenheit, die Sicherheitsvorkehrungen werden hoch sein. Für uns werden eher die Rennen wichtig sein und nicht das was drumherum passiert.

© facebook / Christof Innerhofer

© facebook / Christof Innerhofer

skiweltcup.tv: Gibt es im Weltcupkalender Lieblingsrennen?

Christof Innerhofer: Wengen und Beaver Creek mag ich sehr gern.  In Beaver Creek gibt es geile Kurven über den Steilhang, das ist schon ein cooles Gefühl, wenn man da auf Zug runter fährt – das ist glaube ich die am längsten steile Piste dort. Und in Wengen ist die Kulisse einfach genial mit Eiger, Mönch und Jungfrau und die Strecke mit dem Hundschopf und vorher die Flugshow, das ist cool.

skiweltcup.tv: Wir kennen auch tolle Unterwäschefotos von dir – machst du gern Fotoshootings?

Christof Innerhofer: Ja! (lacht) Ich mache das gern. Man lernt viele neue Leute kennen und es ist eine Ablenkung. Man kommt auf andere Gedanken. Ich bin auch eitel und freue mich, dass ich große Modelabel als Sponsoren habe. Bei mir müssen die Kleidung und die Haare und alles passen und ich genieße es, Sachen auszusuchen und anzuprobieren.  Mit  meinen neuen Kopfsponsor Intimissimi  hatte ich vor gut einem Monat ein tolles Fotoshooting – die Fotos werden wohl bald in den Medien auftauchen.

Interview für skiweltcup.tv: Claudia Egger

 

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