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Christoph Nösig im Skiweltcup.TV Interview: „Philipp Schörghofer ist ein guter Freund geworden“

© Gerwig Löffelholz  /  Christoph Nösig

© Gerwig Löffelholz / Christoph Nösig

Huben im Ötztal – Christoph Nösig wurde im Juni 1985 geboren. Der Ötztaler arbeitet als Vertragsbediensteter beim Zoll  und genießt in seiner Freizeit die Natur. So klettert und wandert er gerne. Auch Skitouren haben es dem ÖSV-Skirennläufer angetan. Im Weltcup fuhr der sympathische Riesentorläufer mehrere Mal unter die Top-10 und auch im Europacup konnte er einige Erfolge erzielen.

Für einen Platz auf dem Podium im Weltcup hat es noch nicht gereicht. Doch der 28-jährige ist guter Dinge. Mit optimaler Vorbereitung und ehrgeizigem Training im Hinblick auf die bevorstehende Olympiasaison ist vieles möglich. Vielleicht gelingt dem österreichischen RTL-Meister von 2012 beim Heimrennen auf dem Rettenbachferner Ende Oktober ein Ausrufezeichen? Zu gönnen wäre es ihm.

Wir unterhielten uns mit Christoph Nösig über die wieder zurückgenommene Entlassung aus dem ÖSV-Kader, seine Aussage zu einem Interview von Stephan Eberharter, die Olympischen Spiele in Sotschi und die derzeit etwas schwächelnden westlichen Nachbarn aus der Schweiz.

skiweltcup.tv: Christoph, im Frühjahr des letzten Jahres wurdest du, für einige unverständlich, aus dem Kader des ÖSV entlassen. Dennoch hast du im letzten Winter weiterhin die Möglichkeit bekommen, an Weltcuprennen an den Start zu gehen und hast auch ein paar gute Ergebnisse im Riesentorlauf erzielt. Trainierst du jetzt wieder mit der rot-weiß-roten Auswahl, oder musst du alles „auf eigene Faust“ absolvieren?

Christoph Nösig: Nach der bestandenen Qualifikation für den Saisonstart in Sölden durfte ich mich wieder dem Team anschließen und seit Mai gehöre ich wieder offiziell der ÖSV Mannschaft an.

skiweltcup.tv: Waren demzufolge der neunte Rang beim Riesenslalom im französischen WM-Ort Val d’Isère bzw. der zehnte Platz in der gleichen Disziplin auf dem Hang von Beaver Creek so etwas wie eine Trotzreaktion oder vielmehr die Früchte des oft aufwändigen, mühsamen und harten Trainings und deiner Willenskraft, unbedingt gute Resultate einzufahren?

Christoph Nösig: Unbedingt gut fahren zu müssen geht selten gut. Ich würde sagen, dass ich mit dem zehnten Platz und der Laufbestzeit im zweiten Durchgang in Beaver Creek den Kopf nochmals aus der Schlinge gezogen habe. Ich möchte es nicht als Trotzreaktion bezeichnen, zumal einfach alles einmal zusammengepasst hat. Das war bestimmt die Initialzündung für meinen weiteren Saisonverlauf.

© Gerwig Löffelholz  /  Christoph Nösig

© Gerwig Löffelholz / Christoph Nösig

skiweltcup.tv: Der einstige Gesamtweltcupsieger, Weltmeister und Olympiasieger Stephan Eberharter hat einmal bei einem Interview gesagt, dass der Skisport in einem sehr hohen Niveau angesiedelt ist. Da gibt es Geschwindigkeiten und Fliehkräfte, die immens auf einen einwirken. Würdest du Eberharters Ansichten vollinhaltlich teilen? Wenn ja, bitte ich dich um ein paar persönliche, ergänzende Worte dazu!

Christoph Nösig: Absolut, das Niveau ist enorm hoch. Besonders ist mir der Weltcup-Riesentorlauf in Kranjska Gora von 2009 in Erinnerung geblieben. Ich verpasste mit dem 38. Platz und nur 2,05 Sekunden Rückstand den Finaldurchgang. Die besten 30 lagen nur 1,68 Sekunden auseinander; das sagt doch alles. Die Kräfte, die auf uns einwirken, sind ebenfalls enorm. Viele Läufer im Spitzenfeld haben oft mit Rückenschmerzen oder anderen Wehwehchen zu kämpfen, und das ist gewiss keineswegs bloß auf mangelnde Fitness zurückzuführen.

skiweltcup.tv: Bis zur letzten Saison kann man berechtigterweise feststellen, dass der Fortschritt und die Entwicklung der zwei Bretter, die für die alpinen Skirennläufer das pure Glück bedeuten, bis an die Grenze sozusagen gepusht worden sind. Auch wenn US-Star Ted Ligety arg die Materialreform kritisierte, möchte ich die berechtigte Fragestellung loswerden, ob diese Änderungen in deinen Augen als Fortschritt oder gar als Rückschritt anzusehen sind?

Christoph Nösig: Die einwirkenden Kräfte sind eindeutig geringer geworden, zumindestens empfinde ich das so. Was die aktuelle Verletzungsstatistik angeht, bin ich nicht im Bilde. Zudem bin ich schon der Meinung, dass es ein Fortschritt war, denn die alten Riesentorlaufskier waren um einiges aggressiver, und wer weiß, wo das noch hingeführt hätte.

skiweltcup.tv: Hermann Maier faszinierte alle Konkurrenten seiner Zeit mit seinem unbändigen wie gleichermaßen vielleicht schon extremen Ehrgeiz. Die US-amerikanische Skirennläuferin Lindsey Vonn beißt in ihren sommerlichen Trainingseinheiten auch stets die Zähne zusammen und arbeitet fieberhaft nun an ihrem Comeback, nachdem sie in Schladming so schwer gestürzt war. Muss man als Skirennläufer egoistisch sein, um so hoch zu kommen wie Maier oder Vonn?

Christoph Nösig: Davon bin ich überzeugt. Im Skisport musst du einfach wissen, was du willst und brauchst, um erfolgreich zu sein. Schlussendlich wirst du bloß an deinem Erfolg gemessen, und wenn die Leistung nicht passt, steht man auch gleich als Hauptverantwortlicher da.

© Gerwig Löffelholz  /  Christoph Nösig

© Gerwig Löffelholz / Christoph Nösig

skiweltcup.tv: Auch wenn vielleicht Skifahrer in den Augen einiger als Egoisten gelten, gibt es auch die andere Seite, nämlich jene der Freundschaften. So ist beispielsweise Felix Neureuther sehr gut mit Marcel Hirscher befreundet und kommt des Weiteren recht gut mit dem angedeuteten Ted Ligety und dem Schweden Jens Byggmark aus. Gibt es im Skiweltcupzirkus auch den einen oder anderen Kollegen, mit dem du auch abseits des Renngeschehens für jeden Scherz zu haben bist und „Pferde stehlen“ würdest?

Christoph Nösig: Ich finde es sehr wichtig, dass man neben dem ernsten Trainings- und Rennalltag jemanden hat, mit dem man über alles reden kann und mit dem man sich richtig gut versteht. Philipp Schörghofer ist schon seit Jahren ein echter Freund und mein Zimmerkollege.

skiweltcup.tv: Benni Raich hat sich die ÖSV-Slalomkönigin Marlies Schild angelächelt und gilt gemeinsam mit ihr als das wohl berühmteste Wintersportpaar der Alpenrepublik. Georg Streitberger wollte zu dieser Frage keinen Kommentar abgeben. Aber unter uns: Welche der rot-weiß-roten Skidamen würde dir als Partnerin oder Freundin gefallen, und warum?

Christoph Nösig: Ich bin glücklich vergeben und möchte meine Freundin bei allem Respekt gegen keine unserer Skidamen eintauschen.

skiweltcup.tv: In den vergangenen Jahren überraschten die Schweizer Carlo Janka und Beat Feuz mit bisweilen sehr guten bis ausgezeichneten Ergebnissen. Einer gewann sie, der andere versäumte sie knapp. Die Rede ist von der großen Kristallkugel. Dennoch sind die helvetischen Nachbarn im letzten Jahr stark eingebrochen. Woran könnte das deiner Meinung liegen und was sollte der eidgenössische Skiverband tun, um kurz- bis mittelfristig wieder an die Erfolge vergangener Tage anknüpfen zu können?

Christoph Nösig: Das ist schnell erklärt. Cuche hat seine fantastische Karriere beendet, Feuz ist verletzungsbedingt ausgefallen und Janka war vergangene Saison immer etwas angeschlagen. Den Ausfall solcher Hochkaräter verkraftet keine Nation; ohne Marcel Hirscher stünden wir auch nicht so gut da. Dennoch kommen bei den Schweizern einige vielversprechende Talente nach, die einfach noch Zeit brauchen.

skiweltcup.tv: Im Laufe deiner langen Karriere hast du sicher mit vielen Trainern und Betreuern gearbeitet. Wie bedeutsam ist es für dich, dass ein Trainer Coach, Impulsgeber, Psychologe und väterlicher Freund ist? Sind in deinen Augen oftmals harte Worte und härteres Training oder vielmehr bisweilen Ruhe, Entspannung und Konzentration der richtige Weg?

Christoph Nösig: Da ist sicher viel Fingerspitzengefühl gefragt, denn wenn man am Boden liegt, braucht man keinen, der noch nachtritt. Aber ab und zu sind kritische und wachrüttelnde Worte durchaus förderlich. Generell sehe ich die Hauptaufgabe der Trainer darin, uns Athleten in unserer körperlichen und skitechnischen Entwicklung bestmöglich zu unterstützen, die anderen Aspekte würde ich eher meinem persönlichen bzw. familiären Umfeld zuordnen.

© Gerwig Löffelholz  /  Christoph Nösig

© Gerwig Löffelholz / Christoph Nösig

skiweltcup.tv: Die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi im nächsten Februar sind gewiss der Höhepunkt des Sportjahres 2014. Was muss alles passen, damit du dabei bist, und welche Hoffnungen setzt du die in die bevorstehende Saison?

Christoph Nösig: Ganz einfach: Die Rennen vor Olympia müssen passen, damit ich dort auch dabei bin. Mein Ziel ist es dort anzuknüpfen, wo ich letzte Saison aufgehört habe und dann so schnell wie möglich rauf aufs Stockerl.

skiweltcup.tv: Bleiben wir abschließend noch einmal bei Bode Miller, dem zweimaligen Sieger des Gesamtweltcup. Über Emotionen sagte der US-Amerikaner: Du musst dich durch die Achterbahn der Gefühle treiben lassen und alles in deinem Körper aufsaugen. Hat der Skisport mit Emotionalität zu tun, und welches passende Zitat würdest du von dir geben?

Christoph Nösig: Unser Sport lebt von den Emotionen der Athleten und ihren Fans. Nach einem guten Rennen spürt man förmlich die emotionale Verbundenheit mit den Zuschauern, die sich mit dir freuen. Das sind echt geniale Momente, von denen man lange zehrt. Diesbezügliche philosophische Beiträge überlasse ich lieber anderen. (lacht)

Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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