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Conny Hütter im Skiweltcup.TV Interview: „Skifahren ist eine Grenzerfahrung!“

© Kraft Foods / Conny Hütter

© Kraft Foods / Conny Hütter

Kumberg – Die junge ÖSV-Skirennläuferin Cornelia „Conny“ Hütter erblickte am 29. Oktober 1992 in der steirischen Landeshauptstadt Graz das Licht der Welt. Im Winter 2007/08 nahm die Absolventin der Schladminger Skihandelsschule erstmals an FIS-Rennen teil. Im März 2010 feierte sie ihr Europacupdebüt. Im gleichen Jahr stieg sie in den B-Kader des ÖSV auf. Schon in der Folgesaison freute sich Hütter über ihre ersten Top-10-Platzierungen in der kontinentalen Rennserie. Nachdem sie schon drei Medaillen bei österreichischen Jugendmeisterschaften holen konnte, gewann sie bei der Junioren-WM 2011 in Crans-Montana in beiden Speeddisziplinen jeweils die Bronzemedaille.

Durch einen sehr schweren Sturz beim Europacup-Super-G in Lélex musste die Steierin die Saison 2010/11 vorzeitig beenden. Im Sommer 2011 nahm sie auch an Bergrallye- und Rundstreckenrennen teil. Ende 2011 feierte Hütter bei den Abfahrten im kanadischen Lake Louise ihr Weltcupdebüt. Bei ihrem vierten Rennen kam sie zu ihren ersten Weltcuppunkten. Bei der selektiven Abfahrt von St. Anton erreichte sie im Januar 2013 mit der hohen Startnummer 38 den sehr guten zehnten Rang. Vorher gewann sie im eidgenössischen St. Moritz ihr erstes Europacuprennen, auch wenn sie den Triumph mit der Slowenin Vanja Brodnik teilen musste.

Hütters bis dato größter Erfolg ist der dritte Platz bei der Abfahrt im französischen Val d’Isère. Durch diese Podestplatzierung konnte sich die Steirerin für die Olympischen Spiele in Sotschi qualifizieren. In der internen Qualifikation setzte sich durch; am Renntag selbst belegte sie die 24. Position. Mit Conny Hütter wächst ein ÖSV-Rohdiamant heran, der noch die ganze Karriere vor sich hat. Wir unterhielten uns mit der sympathischen 21-Jährigen über viele Themen und waren erstaunt, dass der Zehnfragenkatalog im Schnelldurchgang nahezu hundertprozentig bejaht wurde.

© Kraft Foods / Conny Hütter (AUT)

© Kraft Foods / Conny Hütter (AUT)

skiweltcup.tv: „Conny, deine mit Abstand beste Saison ist vor kurzem zu Ende gegangen. Welche Lehren und Hoffnungen ziehst du aus der vergangenen für die bevorstehende, neue Saison?“

Conny Hütter: „Was ich auf jeden Fall mitgenommen habe, ist die Erkenntnis, dass ich gut Skifahren und mit der Spitze mithalten kann, wenn am Renntag alles passt. Und auch wenn ich zwischendurch noch den einen oder anderen Fehler mache, kann ich im Prinzip schnell unterwegs sein. Ich habe in dieser ersten vollen Weltcupsaison sehr viel dazugelernt, vor allem habe ich erkannt, was alles im Hintergrund abläuft und wie wichtig das ist. Zum Beispiel, wie man in puncto Material noch Verbesserungen erzielen kann. Auch an das Interesse der Medien habe ich mich erst gewöhnen müssen, das war eine neue Erfahrung für mich. Was mir außerdem sehr hilft, ist die Tatsache, dass ich jetzt jede Rennstrecke kennengelernt habe.“

skiweltcup.tv: „Viele Fans wollen die Speedspezialisten nach dem Motto „höher, weiter, schneller“ bis ans Limit gehen sehen. Wie schmal ist die Gratwanderung zwischen der Angst und dem möglichen Überschreiten neuer Grenzen?“

Conny Hütter: „Man bewegt sich in der Abfahrt ständig an der Grenze. Man tastet sich heran und verschiebt diese Grenze immer wieder. Angst war und ist bei mir aber eigentlich nie dabei, Respekt braucht man jedoch schon. Vielmehr ist es eine Frage der Routine, wie weit man in gewissen Situationen gehen kann. Klar ist auf jeden Fall: Skifahren ist eine Grenzerfahrung, man geht ständig ans Limit.“

skiweltcup.tv: „Du bestichst du einen enormen Trainingsfleiß. Inwiefern ist der Fleiß neben Demut, Ehrgeiz und Talent einer der wesentlichsten Faktoren, um weiter „nach vorne“ zu kommen?“

Conny Hütter: „Der Fleiß ist natürlich einer der wichtigsten Faktoren, aber das ist doch auch bei jedem normalen Beruf so, nicht nur bei uns Skifahrern. Mit Talent kommt man in den Jugendkader, aber nicht mehr weiter. Ohne Fleiß bleibt man auf der Strecke. Der Vorteil ist, dass man von Jahr zu Jahr schon eine gewisse Basis mitnimmt, auf der man aufbauen kann. Bei mir ist die Ausgangssituation heuer schon eine ganz andere als im Vorjahr. Trotzdem kann und werde ich konditionell noch viel aufholen.“

skiweltcup.tv: „Hast du mit deinem sehr guten wie gleichermaßen doch sensationellen dritten Rang bei der Abfahrt in Val d’Isère ein paar Tage zu früh Weihnachten gefeiert? Beschreibe noch einmal deine damaligen Emotionen!“

Conny Hütter: „Es war schon sehr cool und ich habe es sehr genossen, weil es doch sehr überraschend gekommen ist. Aber jetzt nach einigen Monaten ist es nichts Besonderes mehr, weil ich fest davon überzeugt bin, dass es noch vieler solcher Momente für mich geben wird. Auf jeden Fall habe ich viel Selbstvertrauen daraus mitgenommen.“

skiweltcup.tv: „Da du aus der Steiermark kommst, liegt vielleicht der geografische Verdacht nahe: Kann es sein, dass die mittlerweile zurückgetretene Renate Götschl ein Vorbild für dich ist, oder hast du ein anderes Idol?“

Conny Hütter: „Götschl ist sicherlich eine Skifahrerlegende und hat extrem viel erreicht. Ich will auch einmal so viele Rennen gewinnen wie sie. Aber Vorbilder suche ich mir in puncto Technik eher bei den Männern.“

skiweltcup.tv: „Welches ist der beste Tipp, den du als junge Skirennläuferin von einem Betreuer oder einer Teamkollegin bekommen hast und der dich bis in die heutige Zeit in deinem Handeln und tun positiv und nachhaltig geprägt hat?“

Conny Hütter: „Dass man mir gesagt hat, dass es nicht wichtig ist, dass ich viele Kinder- und Jugendrennen gewinne, sondern dass der Spaß und die Freude am Rennfahren im Vordergrund stehen soll. Niemanden interessiert es später, ob du einmal vierfache österreichische Schülermeisterin geworden bist oder nicht. Ab den FIS-Rennen zählen die Ergebnisse.“

skiweltcup.tv: „Dein Vater arbeitet im Rallyesport als Mechaniker. Hat er eine Teilschuld daran, dass du auch sozusagen die Geschwindigkeit liebst und den sprichwörtlichen ‚Tiger im Tank‘ hast?“

Conny Hütter: „Er hat sicher seinen Teil dazu beigetragen, schließlich bin ich von klein auf immer mit ihm bei den Autorennen gewesen und die Liebe zur Geschwindigkeit habe ich sicherlich von ihm vererbt bekommen. Ich war nie ein Kind, das nur daheim vor dem Fernseher gesessen ist und daher habe ich die Liebe zur Bewegung, zum Sport und zur Geschwindigkeit sicherlich durch ihn vermittelt bekommen.“

skiweltcup.tv: „Conny Hütter in der Selbstkritik: Was sind deine Stärken und was sind deine Schwächen, die du unbedingt noch in diesem Sommer zu deinen Stärken umwandeln möchtest?“

Conny Hütter: „Eine Stärke ist sicherlich, dass ich an mich selbst glaube und von mir und von meinem Können überzeugt bin. Und dass ich nicht viel darüber nachdenke, was noch sein könnte, sondern einfach jede Situation so annehme, wie sie gerade ist. „Hirn ausschalten“ hört sich vielleicht etwas negativ an, aber hilft mir manchmal schon sehr. Was ich auch noch als Stärke sehe: Ich kann mich vom Training zum Rennen hin immer noch steigern.

Eine Schwäche dagegen ist meine Ungeduld. Wenn etwas nicht gleich so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, dann ärgert mich das sehr schnell. Ich muss sicherlich noch daran arbeiten, standhafter zu werden.“

skiweltcup.tv: „Dein Heimatdorf Kumberg liegt auf rund 530 Meter Seehöhe. Wie kommt es, dass eine Flachlandtirolerin oder vielmehr Flachlandsteirerin, zu einer der jungen wagemutigen ÖSV-Abfahrerin mit enorm großen Zukunftspotential wird?“

Conny Hütter: „Eigentlich war es ja ein Hirngespinst, dass ich Skirennläuferin werde. Ich stand immer gerne auf den Skiern, aber dass ich tatsächlich Rennen fahre, war eine sehr spontane Entscheidung. Was damit verbunden war: die vielen Fahrten mit dem Auto, die langen Anreisen zu den Trainingseinheiten und den Skipisten.“

skiweltcup.tv: „Welche Eigenschaften mit „S“ fallen dir noch ein, wenn man dich beschreibt: Steirisch, schnell, spontan, schlagfertig,… und warum sind diese Charakterzüge von Conny Hütter so treffend?“

Conny Hütter: „Stur, selbstkritisch, smart, Skorpion – das ist mein Sternzeichen.“

skiweltcup.tv: „Nun zehn Fragen im Schnelldurchlauf, die lediglich mit einem ‚Ja‘ oder einem ‚Nein‘ beantwortet werden sollen. Ein ‚Jein‘ ist im Ausnahmefall erlaubt. Bitte begründe deine Aussagen kurz!“

  1. Würdest du gerne einmal in Kitzbühel auf der berühmt-berüchtigten „Streif“ fahren?

JA, zum Freifahren schon.

  1. Wirst du bei der WM-Abfahrt 2015 in den USA unter die Top-3 fahren?

Ja, hab ich vor.

  1. Bist du eine Freundin der sogenannten Teambewerbe?

JA, aber das ist für mich eigentlich kein Thema.

  1. Teilst du in den Hotels mit einer Mannschaftskollegin das Bett?

JA

  1. Ist Conny Hütter der neue Stern im steirischen Skihimmel, zu dem in Zukunft alle aufschauen müssen?

JA, aber ich hoffe, dass dieser Stern nicht nur in der Steiermark strahlt.

  1. Hast du dich einmal auch im Slalom versucht?

JA, aber mangels Perspektiven habe ich es relativ rasch wieder sein lassen.

  1. Würdest du gerne einmal mit Morgan Beck tauschen, wenn Bode Miller seine Küsse im Zielraum austeilt?

JA, aber Golf spielen würde ich mit ihm nicht gehen (lacht).

  1. Bleiben wir beim US-Amerikaner: Würdest du gerne einmal mit ihm eine Stunde oder mehr in einer Gondel steckenbleiben?

JA, wieso nicht? Wäre sicher lustig.

  1. Könntest du Marcel Hirscher, wenn er sich langsam an die Speeddisziplinen herantraut, als Trainerin Tipps geben?

JEIN, vielleicht kleine Tipps, aber viele Ratschläge muss man ihm nicht geben.

  1. Wechselst du in der Zeit zwischen dem letzten Trainingslauf und der Abfahrt die Skier?

JA, ich bin sehr flexibel.

© Kraft Foods / Cornelia Hütter (AUT)

© Kraft Foods / Cornelia Hütter (AUT)

skiweltcup.tv: Abschließend noch zwei Fragen: Zuerst möchte ich von dir in Erfahrung bringen, was du gemacht hättest, wenn du jetzt nicht Skifahrerin geworden wärest…“

Conny Hütter: „Als Kind habe ich davon geträumt, Weltenbummlerin zu werden, viel zu sehen und zu entdecken. Vielleicht könnte man auch ‚Lebenskünstlerin‘ dazu sagen.“

skiweltcup.tv: „Und wo sieht sich Conny Hütter in zehn Jahren sportlich, wie privat?“

Conny Hütter: „Sportlich habe ich dann alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Und privat möchte ich es in zehn Jahren ganz gemütlich haben. Aber ans Privatleben denke ich jetzt noch nicht so, primär geht es mir in den nächsten Jahren um die sportliche Karriere.“

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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