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Das Geheimnis von DSV Sportdirektor Wolfgang Maier: „Den richtigen Zugriff auf den Athleten finden“

© Gerwig Löffelholz / Wolfgang Maier

© Gerwig Löffelholz / Wolfgang Maier

Seit 2006 ist der frühere Frauen-Cheftrainer Wolfgang Maier Alpindirektor im Deutschen Skiverband (DSV). Unter seiner Regie feierten vor allem die Damen große Erfolge bei Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen. Aber auch im Herrensektor hat Maier einiges bewegt. Mit einem gut ausgewählten und eingespielten Trainerteam will er die DSV Athleten auch in diesem Jahr zu Erfolgen führen. Das Fernziel sind jedoch die Olympischen Spiele 2014 in Sochi.

Beim Weltcup Opening in Sölden stehen neben den bekannten Gesichtern der Vorsaison auch viel junge Läufer auf der Startliste des DSV.

„Im letzten Jahr hatten wir in Sölden bei den Herren zwei Startplätze, in diesem Jahr sind es vier. Also müssen wir auch junge Leute bringen. Für diese Fahrer ist es aber sehr schwierig sich für die Finalläufe, sprich die Top 30 zu Qualifizieren. Dafür braucht man schon etwas Routine damit man eine realistische Chance hat. Ausnahmetalente wie Marcel Hirscher bei den Österreichern schaffen das etwas früher. Natürlich haben wir großes Interesse junge Leute an den Skiweltcup heranzuführen aber die Etablierten Rennläufer wollen natürlich auch ihre Positionen halten.“

Wie ist die Erwartungshaltung gegen über den Weltcup unerfahrenen Athleten ?

„Vor allem bei den Damen, durch die vielen Ausfälle, bringen wir natürlich junge Rennfahrerinnen. Man muss aber auch richtig mit dem Thema umgehen können. Man muss sie richtig einstellen, man muss es ordnen können und man braucht nicht glauben das die jungen Leute in einem Jahr das erreichen wofür ander 4, 5, 6 Jahre brauchen.“

Soll heißen, die Skifans dürfen sich auf neue Gesichter freuen ?

„Wenn man was ausprobieren will oder muss, dann am besten in einer Zwischensaison ohne WM oder Olympiade. Aber auch da habe ich meine eigene Meinung. Es ist im Vorfeld immer etwas schwer zusagen was kommen wird und was nicht kommen wird. Je nachdem wie wir in die Saison starten und die Rennläufer in Tritt kommen. Wenn es bei einem Athleten gut läuft kommt auch der psychologische Aspekt hinzu. Zunächst muss man sich trauen in die Saison reinzugehen und abwarten wie sich alles entwickelt.“

Gibt es einen Plan oder Strategie für diese Saison ?

Wir planen eigentlich immer im Olympischen Zyklus. Das ist eigentlich der normale Weg und so laufen auch die meisten Verträge mit unseren Trainern. Auf der einen Seite hast Du diese Planung auf der anderen Seite ist das Individuum noch dazwischen dass man versucht in der Zeit vorwärts zu entwickeln. Man kann viele Dinge planen, aber letztendlich muss man immer wieder den Bezug zum Athleten finden und seine persönliche Entwicklung berücksichtigen. Bei dem einen dauert es länger beim anderen geht es schneller. Deshalb ist es schon wichtig, das man weiß was man tut und wohin man möchte, aber man muss immer wieder den Anker zum Athleten finden. Wo liegen seine Fähigkeiten und wie entwickelst du diese am besten. Am Schluss muss man dann eine gemeinsame Zielfindung haben. Es nutzt nichts wenn ich sage Du wirst bis in diesem Jahr dies und jenes erreichen aber der Athlet kann sich damit nicht identifizieren. Das Schwierige ist dies umzusetzen und fordert von den Trainern dass sie sich auch in die Athleten einfühlen, was aber oft in diesem Geschäft verloren geht und deshalb gibt es am Ende auch so viele Leute die es nicht schaffen.

Was halten Sie von dem individuellen Training von Ivica Kostelic ?

Auch die Strategie von Kostelic kennen wir. Er fährt sehr hohe Umfänge im Frühjahr und macht dann sehr lange Pause auf seiner Insel und geht dann im Frühherbst wieder mit sehr hohen Umfängen rein. Es hat auch andere Leute gegeben wie Marc Girardelli die eine ähnliche Strategie gefahren haben. Das passt auf den einen oder anderen, passt aber meistens nicht auf ein ganzes Team. Für uns ist es wichtig dass wir den richtigen Zugriff auf den Athleten finden und der Athlet mach es dann aus das er das im Winter umsetzt.“

Die FIS will den Rennfahrern mehr Mitbestimmungsrecht einräumen. Was halten Sie davon, das einen Athletensprecher zum Beispiel bei der Jurybesichtigung dabei sein soll ?

Bei der Herren Arbeitsgruppe wurde das nicht angesprochen, bei der Frauenarbeitsgruppe in Zürich wurde darüber gesprochen.  Da hieß es das bei der Jurybesichtigung ein Athlet mitgehen kann. Die anwesenden Trainer und auch ich waren der Meinung, dass dies nicht besonders clever ist. Du öffnest damit eine gewisse Manipulation. Ich bin sehr wohl dafür dass die Athleten Mitspracherecht bekommen. Dann sollen Sie am Anreisetag bei einer Abfahrt mit dem Streckenchef die Strecke besichtigen. Man muss sich folgendes vorstellen. Der Athlet muss um 6 Uhr in der Früh raus, schaut mit dem Cheftrainern die Strecke an und fängt dann noch an zu diskutieren. Jetzt diskutieren schon die Cheftrainer in der Früh ob alles in Ordnung ist, jetzt kommt der Athlet auch noch dazu. Beispiel, der Schweizer mag gerne die Sprünge, der Österreicher mag sie vielleicht nicht so gerne. Dann lässt der eine den Sprung abschieben und der andere aufdoppeln usw.. Es gibt schon sehr viel Potenzial zur Manipulation. Außerdem müssen die Athleten schon mal so viel Vertrauen zu Ihren Trainern haben, dass sie wissen, dass sie ihren Job gutmachen. Trotzdem kann man die Dinge zueinander abstimmen. In der Presse wurde es sehr plakativ dargestellt. Ungefähr so, da kommt früh am Morgen der Rennfahrer und sagt dann der Jury was sie zu tun haben und dass ist  nicht umsetzbar und außerdem halte ich es nicht für richtig. Der Athlet muss am Schluss das Rennen fahren, aber jeder kann sich sicher sein dass alle Trainer sehr gute Repräsentanten ihrer Sportler sind. Dieses Vertrauen muss man schon, bei aller Mitsprache noch haben, dass man die Aufgaben aufteilt und jeder weiß wofür er das ist.

 

 

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