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Denise Karbon im Interview: „Sotschi ist mein großes Ziel und eine große Motivation!“

© Gerwig Löffelholz  /  Denise Karbon (ITA)

© Gerwig Löffelholz / Denise Karbon (ITA)

Kastelruth – Die Südtirolerin Denise Karbon, die am 16. August 32 Jahre alt wird, ist eine sympathische Frohnatur. Mit ihrem Lächeln auf den Lippen und einer sehr positiven Einstellung zum Skisport und zu ihrem Leben steckt sie andere Menschen gerne an. Im Gespräch mit skiweltcup.tv spricht Karbon, die bisher zwei WM-Medaillen, 16 Podestplatzierungen (davon sechs Siege) im Weltcup und einmal die RTL-Kristallkugel ihr Eigen nennt, über den Genesungsverlauf nach dem Sturz beim Saisonfinale in der Lenzerheide, den Rücktritt ihrer Teamkollegin Nicole Gius, das problematische neue Material und blickt auf die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi. Das Interview für Skiweltcup.TV führte Andreas Raffeiner.

Skiweltcup.TV: Denise, wenn du die abgelaufene Weltcupsaison 2012/13 Revue passieren lässt, wie lautet deine Bilanz?

Denise Karbon: Die abgelaufene Saison ist für mich nicht so gut verlaufen. Nach einer optimalen und problemlosen Vorbereitung im Sommer und Herbst habe ich mich auf eine erfolgreiche Saison gefreut. Leider konnte ich die guten Fahrten, die ich im Training zeigte, nicht im Rennen umsetzen. Ich habe viele Fehler gemacht, bin oft ausgefallen und habe mit der Zeit dann auch die Lockerheit und Entschlossenheit verloren… Das sind alles keine guten Zeichen, um bei den Rennen ganz vorne mitzufahren. Sozusagen war die letzte Saison eine ziemlich verkorkste Saison.

Skiweltcup.TV: Deine sportliche Karriere wurde oft durch Verletzungen jäh unterbrochen. Gab es nie einen Moment von Selbstzweifel und inneren Dialogen nach dem Muster „Warum tu ich mir das an?“

Denise Karbon: Nein, eigentlich nicht. Ich wurde nie dazu gezwungen, Skirennen zu fahren und ans Limit zu gehen. Ich hätte nach jeder Verletzung aufhören und sagen können, dass ich nicht mehr mag. Aber ich bin der Meinung, dass ich das Rennfahren irgendwie im Blut habe, und schon im Krankenhaus habe ich immer den Fokus darauf gerichtet, schnell gesund zu werden und auf meinen Skiern zu stehen. Skifahren ist mein Leben und das Schönste, was ich mir vorstellen kann. Die Verletzungen sind für uns Berufsrisiko. Damit muss man rechnen. Und solange ich von diesen Verletzungen immer wieder gesund zurückehre, gibt es keinen Grund, aufzugeben.

© Gerwig Löffelholz  /  Denise Karbon (ITA)

© Gerwig Löffelholz / Denise Karbon (ITA)

Skiweltcup.TV: Just auf dem Weg zu deinem besten Saisonresultat kamst du beim Saisonfinale in der Lenzerheide böse zu Sturz. Wie geht es dir heute?

Denise Karbon: Es geht mir schon viel besser. Die ersten beiden Wochen waren schmerzvoll und ich brauchte viel Ruhe und Geduld. Jetzt, nach vier Wochen, geht es mir gut. Ich muss zwar noch zwei Wochen auf Krücken gehen und das Bein voll entlasten, bis ich dann endlich mit der Physiotherapie beginnen kann. Die Zeichen stehen recht gut, die Knochenheilung verläuft gut, und ich bin sehr zuversichtlich, dass ich wieder ganz gesund werde.

Skiweltcup.TV: Trotzdem sind Verletzungspausen oder Schicksalsschläge eine neue Chance. Sie öffnen neue Türen: In welche tritt Denise Karbon?

Denise Karbon: Jede Verletzung ist ein kleiner Reifungsprozess, eine Herausforderung und vor allem eine Geduldsprobe. Man muss wieder bei null anfangen und das richtige Mittelmaß beim Aufbau finden. Das ist nicht so einfach. Es gibt immer wieder Phasen, in denen man einen großen Schritt weiterkommt und dann wiederum andere, bei denen man eine Weile an derselben Stelle bleibt oder sogar einen kleinen Schritt zurücksetzen muss. Wenn man jedoch das nötige Glück hat und Menschen, die einem dabei helfen, kann das durchaus eine Chance sein, für die persönliche Entwicklung und die Karriere.

Skiweltcup.TV: Blicken wir in die Gegenwart und die nahe Zukunft: Welche Reha-Programme stehen auf dem Plan, und wie sieht dann dein Sommertraining aus?

Denise Karbon: Im Mai kann ich langsam mit der Physiotherapie beginnen und werde mein Training dann dementsprechend anpassen. Wichtig ist es, dass mein Fuß wieder gut heilt. Wann ich wieder den Skischuh anziehen kann, kann ich noch nicht genau sagen. Das ist momentan nicht vordergründig! Ich hoffe dennoch, dass ich im September beim Skitraining in Argentinien wieder mit von der Partie bin.

© Gerwig Löffelholz  /  Denise Karbon (ITA)

© Gerwig Löffelholz / Denise Karbon (ITA)

Skiweltcup.TV: Vor kurzem beendete deine Mannschaftskollegin Nicole Gius ihre sportliche Laufbahn. Wie würdest du die Beziehung zu ihr beschreiben, und wirst du sie vermissen?

Denise Karbon: Ich bin mit Nicole aufgewachsen. Wir sind gleich alt, sind mit dem gleichen Material gefahren, haben die gleiche Laufbahn innerhalb der Nationalmannschaft durchgemacht. Außerdem hat man uns in den ersten Weltcup-Jahren sogar oft miteinander verwechselt (lacht). Wir haben viele Verletzungen erlitten und einige Kämpfe miteinander zusammen durchgestanden, als wir im gleichen Jahr von der ersten Mannschaft geflogen sind. Wir haben uns wieder zurückgekämpft, vieles gemeinsam erlebt, und es ist dadurch eine besondere Freundschaft zwischen uns entstanden…. Sie wird mir natürlich fehlen!

Skiweltcup.TV: Im nächsten Jahr stehen die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi auf dem Programm! Ein realistisches Nahziel?

Denise Karbon: Sotschi ist mein großes Ziel und eine große Motivation!

Skiweltcup.TV: 2015 stehen die alpinen Weltmeisterschaften in Vail, der Heimat von Lindsey Vonn, auf dem Programm. Ist eine Teilnahme daran ebenso im Bereich des Möglichen?

Denise Karbon: Das kann ich jetzt nicht sagen. Ich konzentriere mich auf die kommende Saison und werde meine ganze Energie und Kraft da hineinstecken. Ich blicke gegenwärtig nur bis Sotschi.

Ein Jahr nach der Skireform, die zu Beginn nicht bei jeder Skirennläuferin bzw. bei jedem Skirennläufer auf positives Echo stieß… Wie lautet dein persönliches Fazit?

Denise Karbon: Es hätte nicht sein müssen. Ich glaube nicht, dass etwas besser geworden ist. Im Gegenteil: viele Athleten haben große Probleme mit der Umstellung gehabt. Es gab heuer auch mehr Verletzungen als in den letzten Jahren. Ich sehe das größte Problem bei den Nachwuchsläufern. Das neue Material verlangt viel mehr Kraft, und es können nicht mehr so enge Radien gefahren werden wie mit den alten Skiern. Ich habe auch ein bisschen Sorge, wenn viele junge Athleten den Spaß am Rennfahren verlieren und wenn es nur ein Kampf ist und körperlich schwächere Athleten keine Chance mehr haben.

Skiweltcup.TV: Denise, was ist dein Motto, das dich zu der sympathischen und leistungsstarken Kämpfernatur macht?

Denise Karbon: Ich bin sehr froh, Skirennfahrerin zu sein. Ich liebe diesen Sport und die Herausforderungen, die er mit sich bringt. Es ist nicht immer einfach, Profisportlerin zu sein, und ich habe beide Seiten der Medaille erleben dürfen. Ich habe auf meinem Weg gelernt, dass es besser ist, Dinge, die man nicht ändern kann, zu akzeptieren. Überdies soll man das Beste aus jeder Situation machen. Das gelingt am besten mit einer positiven Einstellung und einem Lächeln!


Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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