Home » Herren News, Pressenews

Eine Schweizer Skilegende: Die Lauberhornabfahrt in Wengen

Die Schweizer Skilegende lebt weiter: Die Lauberhornabfahrt in Wengen

Die Schweizer Skilegende lebt weiter: Die Lauberhornabfahrt in Wengen

Wengen – Integriert in ein majestätisches Bergpanorama der Viertausender im Berner Oberland ist die Lauberhornabfahrt mehr als nur eine normale Abfahrt. Die über 4,4 Kilometer lange Piste zieht alle in ihren Bann, egal ob es nun Fans oder Abfahrtsgrößen früherer Tage oder der Jetztzeit sind. Schon seit 1930 ist sie Schauplatz eines Rennens und war bereits 1967 bei der Einführung des Weltcups dabei.

Die längste Abfahrt im alpinen Skirennsport weist auch die höchste Spitzengeschwindigkeit aller Abfahrten auf. Bei knapp 160 km/h oder etwas mehr bleibt dem härtesten Fan im wahrsten Sinn des Wortes die Spucke weg, und auch für den geschulten und abgebrühtesten Rennläufer ist der Ritt auf der Lauberhornpiste mehr als nur Wagnis, Mut, Risikobereitschaft, Adrenalinschub und Herzklopfen. Wer die Strecke ohne oder mit wenigen Fehlern meistert, die selektive Piste schafft und wenig Zeit auf die Führenden verliert, ist ohne Zweifel bei den Besten dabei. Den inneren Schweinehund hat man sowieso schon längst besiegt.

Blicken wir ins Starthaus der Piste, die ein Höchstgefälle von 93 (!) Prozent und ein Durchschnittsgefälle von 33 Prozent ihr Eigen nennt. Wenn die Abfahrt aufgrund ungünstiger Witterungsverhältnisse nicht verkürzt wird, tummelt sich die Abfahrtselite auf 2.315 Höhenmeter. Der obere Streckenteil, auf dem Aksel Lund Svindal, Hannes Reichelt Christof Innerhofer und Co. annähernd eine Minute unterwegs ist, ist flach und verfügt über ein paar Gleitpassagen und langen Kurven. Der Russisprung ist schon etwas Besonderes, liegt er ja inmitten des ersten Abschnitts. Nach dem bedeutenden Traversenschuss und einer S-Kurve wird das Tempo etwas reduziert, ehe der Sprung über den Hundschopf zwischen blanken und schroff hervorstehendem Felsgestein allen Zuschauern den Atem stocken lässt. Der Tourenzähler des Athleten ist schon im dunkelorangen-roten Bereich.

Doch die Skirennläufer kennen keine Scheu. Angst ist der falsche Begleiter, und schon kommt es zur Minsch-Kante und zum Canadian Corner. Fast alle Streckenteile haben eine persönliche Geschichte. Doch diese anzuführen, würde den ganzen Text um ein Vielfaches sprengen. Entspannung gibt es für die Abfahrtsgrößen keinesfalls; schon steht eine Gleitpassage, der Alpweg auf dem Programm. Das Kernen-S, eine enge Kombination einer Doppelkurve, wobei letztere auf eine kurze Brücke führt, ist auch eine Schlüsselstelle der Piste. Die Rennfahrer kommen nun zur Brücke, zu einem Tunnel und einem weiteren Gleitstück, das Langentrejen genannt wird.

Wer nun denkt, das ist alles, hat entweder keine Ahnung vom Skirennsport oder hat die Abfahrt von Wengen noch nie gesehen. Der Hannegschuss lässt Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 150 km/h zu. Der mittlerweile zu den Ski-Crossern gewechselte, ehemalige Abfahrer und Südtiroler Stefan Thanei wurde einmal mit 158 km/h „geblitzt“. Und beim Franzosen Johan Clarey blieb die Tachonadel bei atemberaubenden 161,9 km/h – gemessen am 19. Januar 2013 – als Momentangeschwindigkeit in einem Rennen des alpinen Skiweltcups stehen.

Es geht weiter mit dem Seilersboden, der gespickt mit flachen Kurven ist. Diese verlangen von den inzwischen müden Rennfahrern vollste Aufmerksamkeit und jede Menge Einfühlungsvermögen. Seit rund zehn Jahren folgt der Silberhornsprung. Die wohl letzte Schlüsselstelle der Strecke, die selten unter zweieinhalb Minuten gemeistert wird, ist das Ziel-S, das in den Zielschuss mit einer Neigung von 42 Grad den steilsten Streckenabschnitt leitet. Hier verunglückte vor 25 Jahren das aufstrebende ÖSV-Talent Gernot Reinstadler, Sohn der ehemaligen österreichischen Skifahrerin Traudl Eder, gerade einmal 20-jährig, tödlich.

Ein Blick zum Schluss noch in die Siegerlisten und die Chroniken des über 75 Jahre alten Skiorts Wengen: Am Fuße Berge Eiger, Mönch und Jungfrau ist Karl Molitor, mittlerweile über 90 Jahre alt, mit sechs Triumphen Rekordsieger. Toni Sailer siegte zwischen 1955 und 1958 vier Mal. Auch Karl Schranz konnte die Abfahrt viermal für sich entscheiden. Rudolf Graf und Franz Klammer siegten drei Mal. Von den jüngeren Athleten siegten u.a. Stephan Eberharter und Marc Giradelli wie auch Bode Miller zweimal. 2014 siegte Hannes Reichelt vor den Lokalmatadoren Beat Feuz und Carlo Janka.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Alle News zum Ski Weltcup in dein Postfach
Gib deine E-Mailadresse ein und Du bekommst
täglich alle News direkt in dein E-Mailfach:

Delivered by FeedBurner

Alle News zum Ski Weltcup 2015/16 finden Sie in unserer NEUEN FACEBOOK SEITE

FIS Ski Weltcup Rennkalender der Herren – Die Termine der Saison 2015/16
FIS Ski Weltcup Rennkalender der Damen – Die Termine der Saison 2015/16
FIS Europacup Kalender der Damen Saison 2015/16
FIS Europacup Kalender der Herren Saison 2015/16

In eigener Sache: Wir suchen immer Skifans die uns mit Skiweltcup News und Nachrichten aus Italien, Deutschland, Österreich und der Schweiz versorgen. Wer Lust am Schreiben hat oder über „Insider News“ verfügt, einfach bei uns melden: news@skiweltcup.tv
Du möchtest in Sachen Skiweltcup immer auf dem Laufenden sein? Dann trage deine E-Mailadresse unten ein. Bestätige deine Anmeldung (Mail) und schon kommen alle aktuellen Nachrichten direkt in dein E-Mail Postfach.

Das TV-Sport Netzwerk: Ihr Partner in Sachen Sport
www.TV-Sport.de
www.Liveticker.TV
www.Skiweltcup.TV
www.Biathlonweltcup.TV

Für Werbe und Kooperationsanfragen stehen wir immer gerne für Sie zur Verfügung.
Ansprechpartner: Karl “Charly” Seidl
Telefon: 0049 (0)9471 / 1664
Mobil: 0049 (0)1575 / 4 791 287
E-Mail: info@skiweltcup.TV

Anmerkungen werden geschlossen.