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Dries Van den Broecke im Skiweltcup TV Interview: „Die Idee des Crowfoundings liegt mir am Herzen!“

Auch bei Sturm ein starkes Team - von links nach rechts: Dries Van den Broecke, Robin Jordanis, Thomas Frey, Armand Marchant, Mathilde Nelles

Auch bei Sturm ein starkes Team – von links nach rechts: Dries Van den Broecke, Robin Jordanis, Thomas Frey, Armand Marchant und Mathilde Nelles

Gent – Die belgische, rund 250.000 Seelen zählende, Stadt Gent ist die Hauptstadt der Provinz Ostflandern. Im sportlichen Bereich will der Fußballklub der Stadt in der Champions League erfolgreich sein. Und auch im Skirennsport will der 20-jährige Dries Van der Broecke, der in seiner Zeit als Teenager in Stams und im Pitztal gewohnt hat, Fuß fassen. Wir von skiweltcup.tv haben uns mit dem Athleten, der gerne im Schnee und in den Bergen unterwegs ist, über seine Saisonvorbereitungen, die Änderungen im belgischen Team und einiges mehr unterhalten.

skiweltcup.tv: „Dries, was kannst du uns über den letzten Winter und deine persönlichen Erwartungen im Hinblick auf die neue Saison erzählen?“

Dries Van den Broecke: „Nun ja, der Winter 2014/15 war eine Katastrophe. Im Hinblick auf die neue Saison würde ich diese mit dem Satz ‚gut begonnen ist halb gewonnen‘ beschreiben. Nach der schlechten Saison im letzten Jahr habe ich diese frühzeitig abgebrochen und so einiges verändert.“

skiweltcup.tv: „Du sprichst von Veränderungen. Welche wären dies?“

Dries van den Broecke: „Zuerst muss ich erwähnen, dass auch mein Bruder Robin als Skirennläufer unterwegs war. Da er sich für das Medizinstudium entschieden hatte, konnte er nicht mehr dem Leistungssport nachgehen. So beendete er seine Karriere als Skirennläufer. Er hat mit dem Gewichtheben eine neue Leidenschaft entdeckt. Außerdem liest er unzählige Bücher über Trainingslehre. Überdies, und das ist das Schöne, ist er mein Konditionstrainer. Er gibt mir das sichere Gefühl, sinnvoll zu trainieren und kümmert sich um mich.

Mit CROC Sports habe ich einen neuen Skiausrüster als idealen Partner an meiner Seite. Die Skier geben mir viel Vertrauen, und darüber hinaus habe ich ein super Gefühl.

Auch neu ist das BEAST (Belgian Alpine Ski Team, Anm. d. Red.). Peter Van Doren, seines Zeichens Koordinator in unserem Skiverband, versucht unserem Nationalteam eine Identität zu geben. Ein neuer Name, ein neues Logo und neue Ambitionen: was will man mehr? Trotzdem gibt es (noch) keine Sponsoren und kein Geld. Vielleicht ändert sich das, wenn viele Leute das Interview lesen und ein wenig Vertrauen in unser Projekt entwickeln können. Das liegt mir sehr am Herzen!“

Das Belgian Alpine Ski Team würde sich über Ihre Unterstützung freuen

skiweltcup.tv: „Können wir etwas über deine Trainer, Trainingspartner innerhalb der belgischen Nationalmannschaft und Trainings in diesem Sommer wissen?“

Dries Van der Broecke: „Selbstverständlich. Ich (BEAST) habe auch im FIS-Bereich neue Trainer. Das sind die einstigen französischen Weltcupstarter Raphaël Burtin und Thomas Frey. Diese sind schon länger mit meinem Teamkollegen Armand Marchant unterwegs. Letzterer ist jung, aber nichtsdestotrotz ein schneller und sehr talentierter Skirennläufer. Wir trainieren und arbeiten zusammen. Also sind wir zwei schnelle Athleten, die im belgischen Team unterwegs sind. Das ist wie eine Erfüllung eines Traumes von mir, als ich noch in Stams das Skigymnasium besuchte. Die guten Skifahrer in meiner Klasse waren auf einmal nicht mehr in meiner Klasse. Sie waren mit dem Tiroler Skiverband oder gar dem Österreichischen Skiverband unterwegs und lernten von und mit den besseren Skifahrern. Dieser Umstand weckte etwas Neid in mir.

In diesem Juli gab es in Hintertux erstmals auch einen nationalen Trainingskurs. Sowohl die Unterkunft als auch der Skipass waren gratis. Ansonsten mussten wir alles selbst bezahlen. Dennoch sehe ich das Ganze als einen großen Erfolg an, zumal sich innerhalb des Teams eine Identität und ein Zusammenhalt zu spüren waren. Im November wollen wir in Schweden das Gleiche auf die Beine stellen. So entstand die Idee des Crowfoundings, sodass der Verband uns die Kurseinheiten zahlen kann.

Ende August waren wir drei Wochen in Chile und eine Woche in Argentinien. In Südamerika spulten wir unsere Trainingseinheiten ab und gingen auch bei einigen Rennen an den Start. Insgesamt waren wir sechs Personen, davon waren zwei als Betreuer tätig. Zu den Sportlern zählten der Franzose Robin Jordanis, die Belgiern Mathilde Nelles, Armand Marchant und ich.“

skiweltcup.tv: „Was war das Ziel des Kurses? Und kannst du uns etwas über die Rennen berichten?“

Dries Van der Broecke: „Wir wollten einfach das, was wir in Hintertux und Saas Fee gelernt hatten, umsetzen. Nach nur zwei Trainingstagen stand das erste Rennen auf der Agenda. Gleichzeitig war es eine Feuertaufe für mich, da es ja das erste Rennen mit den neuen Skiern war. Mit der Startnummer 31 belegte ich den sechsten Rang. Mein bestes Ergebnis, und im Slalom wurde ich nach der Halbzeitführung immer noch sehr guter Zweiter. Ein unglaubliches Gefühl der Erleichterung machte sich breit. Nach der völlig verpatzten Vorsaison war ich endlich da, wo ich sein möchte. Ich fragte mich sogleich, ob es mein neuer Konditionstrainer, der neue Skitrainer, das neue Material oder das Gesamtumfeld waren und kam zur Ansicht, dass es das Gesamtpaket war.

Die Rennen im South American Cup waren leider nicht so erfolgreich. Zweimal sah ich nicht das Ziel. Trotzdem freute ich mich, da Armand als 1997 geborener Athlet im Slalom den zweiten Rang belegte. Nach den Renneinsätzen gab es wieder ein paar Trainingseinheiten. Die gute Stimmung innerhalb der Mannschaft wurde dank der fabelhaften Bedingungen auf harten Pisten und warmen Sonnenstrahlen immer besser.

Außerdem gönnte ich mir einen kleinen Surfurlaub in Vina del Mar. Im Speedbereich lief es bei den Rennen nicht so gut, aber ohne Training in diesen Disziplinen geht leider nichts. Wir können uns solche Übungseinheiten nicht leisten, sodass wir gezwungen waren, die Rennen als unser Training anzusehen.

Nach den drei Wochen in den Anden ging es schnurstracks nach Ushuaia. Zwei Trainingstage und vier Rennen standen an. Die erste Einheit wurde wegen schlechten Wetters abgesagt. Das zweite Training war ein Riesentorlauf, der eine Laufzeit von etwa 90 Sekunden hatte. Bei -20°C arbeiteten wir gemeinsam mit dem Weltcupteam von Finnland und die Europacupmannschaft aus Frankreich. Mit dabei war auch der frischgebackene Vater Cyprien Richard, der sich leider in dem Training verletzt hatte und der in Sölden nicht starten wird.

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skiweltcup.tv: „Dennoch konnten sowohl Armand als auch du mit einer Laufbestzeit punkten…“

Dries Van der Broecke: „Am nächsten Tag kletterte das Quecksilber in den positiven Bereich. Mit meiner hohen Startnummer 36 war leider nicht viel möglich. Das galt sowohl für mein eigenes Rennen als auch für meine Teamkollegen. Am Folge Tag war es wieder sehr kalt. Wieder zeigte Armand seine fahrerische Klasse und sein Talent. Er startete mit der Nummer 9 und lag in der Startliste 34 Plätze vor mir. Er konnte ja auf Punkte verweisen, die er in Chile gesammelt hatte. Ich ging leider leer aus, und der anfängliche Neid wandelte sich rasch in Motivation um. Nach dem ersten Lauf lag ich auf Position 14 und konnte mich im Finale noch um sechs Ränge verbessern, sodass am Ende der achte Platz und 21 FIS-Punkte herausschauten. Im Slalom selbst war es schwer, im ersten Durchgang mit den Besten mitzuhalten. Im Entscheidungsdurchgang konnte ich überzeugen, beim letzten Torlauf war ich im Finale der Schnellste. Im ersten Durchgang war Armand der Beste und belegte den zweiten Endplatz. Er war mit seinen 16 Punkten überglücklich; ich freute mich mit ihm.“

skiweltcup.tv: „Bald startet die neue Saison. Was machst das kleine, aber feine belgische Ski-Nationalteam jetzt?“

Dries Van der Broecke: „Jetzt sind wir zuhause. Das Konditionstraining steht an. Ende Oktober stehen wir wieder auf den Gletschern, und 14 Tage später – also Mitte November – geht es in Schweden mit einem Schneetraining weiter. Alles wird gut, denn wir als kleine Skisportnation Belgien sind überzeugt, dass wir eines Tages auch im Europa- und Weltcup gut fahren können. Und darauf arbeiten wir Tag für Tag hin. Ich hoffe, dass wir die notwendige Unterstützung erfahren und durch dieses Interview viele Fans bekommen, die hinter uns stehen und uns auf unserem Weg nach vorne bringen.“

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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