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Eva-Maria Brem im Skiweltcup.TV-Interview: „Die Laudatio von Kira Grünberg hat mich sehr berührt!“

© Ch. Einecke (CEPIX) / Eva-Maria Brem

© Ch. Einecke (CEPIX) / Eva-Maria Brem

Münster in Tirol – Die österreichische Riesentorlaufspezialistin Eva-Maria Brem sicherte sich im letzten Ski-Winter in einem wahren Herzschlagfinale die kleine Kugel in ihrer Paradedisziplin. Insgesamt konnte die sympathische Tirolerin bisher drei Rennen im Weltcup gewinnen. Geht es nach Brem, werden sich sicher in der bevorstehenden WM-Saison noch viele weitere dazu gesellen.

Im skiweltcup.tv-Interview spricht die frischgebackene Tiroler Sportlerin des Jahres über die überraschende Laudatio von Kira Grünberg, die Fußball-EM in Frankreich, die gegenwärtige Flüchtlingskrise in Europa und vieles mehr.

skiweltcup.tv: „Eva-Maria, der Sport lebt durch Emotionen. Wann ist es dir das letzte Mal eiskalt über den Rücken gelaufen? War es beim Saisonkehraus in St. Moritz, als du um fünf Hundertselsekunden die kleine RTL-Kristallkugel gerettet hast oder als du nach der rührenden Laudatio der querschnittsgelähmten, ehemaligen Stabhochspringerin Kira Grünberg die Auszeichnung zur Tiroler Sportlerin des Jahres erhalten hast?“

Eva-Maria Brem: „Das Schöne am Sport ist, dass es immer wieder solche Momente gibt, bei denen man ganz unerwartet Gänsehaut bekommt. Die Laudatio, die Kira Grünberg anlässlich der Tiroler Sportlergala auf mich gehalten hat, hat mich sehr berührt. Ich wusste nichts davon, und ich war total überrascht. Im selben Moment habe ich mir aber auch gedacht, dass es eigentlich umgekehrt sein sollte und ich auf Kira eine Laudatio halten und ihr den Preis geben sollte. Denn was sie leisten muss, steht in keiner Relation zu dem, was ich mache.

Außerdem war natürlich der Tag, an dem ich die Kristallkugel in St. Moritz gewonnen habe, absolut außergewöhnlich. Ich mag es nicht, wenn es heißt, ich hätte sie ‚gerettet‘. Eine Kristallkugel rettet man nicht, und man zittert sich auch nicht zu ihr, man gewinnt sie über die ganze Saison. In St. Moritz gab es ganz viele kleine Momente, die mir unendlich viel bedeutet haben und die ich hoffentlich immer in Erinnerung behalten kann, auch wenn das alles schon wieder vorbei ist und der Fokus bereits auf die kommende Saison gerichtet ist.“

skiweltcup.tv: „Zur Zeit findet in Frankreich die Endrunde der Fußball-Europameisterschaft an. Später folgt mit den Olympischen Sommerspielen im brasilianischen Rio de Janeiro ein weiterer Sporthöhepunkt. Kannst du trotz deines intensiven Sommertrainings auch Zeit für diese beiden Ereignisse nehmen? Welche Sportarten betreibst du gerne, und bei welchen schaust du gerne vor dem Fernsehgerät zu?“

Eva-Maria Brem: „Ich schaue, wenn ich Zeit habe sehr gerne andere Sportarten im Fernsehen an, richte meinen Tag aber nicht danach aus. So wie den meisten Zusehern geht es mir dann auch so, dass wenn ich ein Event angefangen habe zu schauen, ich auch unbedingt wissen muss und sehen will, wie der Wettkampf ausgeht. Selbst genieße ich es, im Sommer Zeit für andere Sportarten zu haben. Ich mag Vieles, brauche aber immer Abwechslung. Zum Beispiel spiele ich gerne Tennis oder fahre mit der Trial-Maschine. Aber ich mag nicht drei Tage lang jeden Tag dasselbe zu machen. Ich stehe auf und schaue wie das Wetter ist, und dann überlege ich mir, worauf ich Lust habe: Mountainbiken, wandern, Tennis, Trial, laufen, … Diese Freiheit genieße ich sehr.“

© Kraft Foods / Eva- Maria Brem

© Kraft Foods / Eva- Maria Brem

skiweltcup.tv: „Du bist ehrgeizig und immer topmotiviert. Warum ist das Ausschöpfen der individuellen Möglichkeiten und das Austesten der eigenen Grenzen wichtig für die persönliche Entwicklung für dein Leben als Sportlerin und Mensch?“

Eva-Maria Brem: „Der Sport gibt dir einfach die Möglichkeit dazu, jeden Tag das Beste aus dir rauszuholen. Wenn du es einmal geschafft hast, dich zu überwinden, mutig zu sein und 100 % zu geben, dann macht dich das süchtig. Ich bin mit Kompromissen und halben Arbeiten nicht zufrieden, weil es mich nicht ausfüllt und mich nicht fordert. Um seine wahren Grenzen auszutesten, braucht es sehr viel Ehrlichkeit zu sich selbst, denn sonst kommt man gar nicht in diesen Bereich, sondern bewegt sich immer unterhalb des Möglichen. Für die persönliche und sportliche Entwicklung ist das sehr wichtig, weil dich nur solche außergewöhnlichen Erfahrungen reifen und lernen lassen.“

skiweltcup.tv: „Bei einigen Sportarten ist das Land, für das man an den Start geht nicht so bedeutend. Der Golfer beispielsweise spielt für sich selbst, der Formel-1-Pilot fährt für Red Bull … Beim alpinen Skilauf sagt man, dass die Eva-Maria für Österreich und nicht für den Skiausrüster XY fährt… Kann der Skisport auf diese Weise identitätsstiftender sein als etwa eine andere Sportart?“

Eva-Maria Brem: „Ich denke, dass kommt natürlich in erster Linie dadurch, dass bei den Großereignissen, die Startplätze nach Nationen limitiert sind. Diese Regelung finde ich im Übrigen nicht glücklich, und ich würde es sehr befürworten, hier ein leistungsbezogenes System einzuführen. Als Beispiel sollen die ersten 30 der Weltcupstartliste in jeder Disziplin starten. Denn es ist doch sportlich absolut unfair, dass der etwa der 15. der Liste aus dem Land X nicht, der etwa auf Rang 28 oder noch schlechter platzierte Athlet aus dem Land Y aber schon starten darf. Der Athlet aus dem Land Y bekommt somit die Chance um eine Medaille mitzukämpfen, der besser klassierte Athlet aus dem Land X darf das aber nicht. Außerdem werden dann noch WCSL-Punkte bei Großereignissen vergeben. Die bewirken, dass beispielsweise Athlet X von Athlet Y in der Liste überholt wird und sich nicht einmal dagegen wehren kann. Ganz abgesehen mal vom Aspekt der sportlichen Fairness, gehen dem Athleten X auch viele wichtige Werbeminuten im Fernsehen verloren, was sich dann auch finanziell für den Sportler negativ auswirkt.

Ich bin aber sehr froh darüber, dass der Skisport anhand seiner Geschichte zur Identität Österreichs gehört. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass, je mehr ich reise und je älter ich werde, umso mehr schätze und liebe ich die Schönheit meiner Heimat. Am Start stehe ich natürlich alleine, aber es freut mich sehr, dass der Skisport solch eine Aufmerksamkeit und Unterstützung in Österreich findet.“

skiweltcup.tv: „Europa wird derzeit von der Flüchtlingskrise heimgesucht. Wie siehst du das Ganze? Hast du neben deinen Renneinsätzen, Trainings und Übungseinheiten Zeit, auch die Tagespolitik zu verfolgen?“

Eva-Maria Brem: „Ich verfolge politische Themen mit immer größerem Interesse. Ich lese viel und schaue mir gerne interessante Diskussionsabende im Fernsehen an. Ich glaube, dass eine politische Bildung und ein gewisses Interesse an den Geschehnissen für Sportler genauso wichtig sind wie für jeden anderen Bürger. Dabei versuche ich persönlich, die Tagespolitik und Krisen immer so differenziert wie möglich zu betrachten.“

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

© Kraft Foods / Eva- Maria Brem

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