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Eva-Maria Brem im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich bin ein Mensch, der gerne nach vorne schaut!“

Eva-Maria Brem im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich bin ein Mensch, der gerne nach vorne schaut!“

Eva-Maria Brem im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich bin ein Mensch, der gerne nach vorne schaut!“

Münster – Im November 2016 stockte vielen Skifans der Atem, als sich die österreichische Skirennläuferin Eva-Maria Brem bei einem schrecklichen Trainingsunfall schwer verletzte. Auch wenn die WM-Saison 2016/17 vorzeitig zu Ende war, blickt die Tirolerin zuversichtlich nach vorne. Ein Mut-mach-Interview der etwas anderen Art.

Skiweltcup.TV: Eva-Maria, im November 2016 stockte nicht nur mir der Atem, als ich von deinem fürchterlichen Trainingsunfall las. Wie geht es dir heute, was kannst du uns über deine Phase der Rehabilitation sagen und welche Schritte müssen alle gesetzt werden, damit du annähernd den gleichen Leistungsstand wie vor diesem Tag zu haben?

Eva-Maria Brem: Zum heutigen Stand geht es mir gut. Die Knochenbrüche sind zusammengewachsen und verheilt. Vor zwei Wochen wurden mir neun Schrauben und eine Platte entfernt; übrig ist jetzt noch der Marknagel im Schienbein, der auch noch einige Zeit dort bleiben wird. So eine Operation ist immer mit einer gewissen Action für den Körper verbunden. Deswegen steht momentan die Behandlung der Nachwirkungen (dieser Operation) im Vordergrund, um schon bald wieder ganz fit zu sein und alles machen zu können. Die Rehabilitationsphase der vergangenen Monate stand voll und ganz unter dem Motto: In den Körper hinein fühlen.

Es nicht übertreiben, aber dennoch immer wieder die notwendigen Reize zu setzen, um einen Schritt vorwärts zu machen. Das war und ist noch immer harte Arbeit. Da kommt es darauf an, auch die positiven Dinge zu sehen und wertzuschätzen. Die Zeit zum Durchatmen, zum Energie sammeln, für Unternehmungen mit Familie und Freunden und die ruhigen Momente für sich selbst und die eigenen Hobbys. Um wieder das Leistungsniveau zu erreichen, das ich mir vorstelle, ist vor allem eines wichtig: Take your time! Ich lasse mir Zeit und mache mir keinen inneren Druck. Mein Ziel ist es, alle körperlichen Aspekte und Faktoren im täglichen Training abzudecken und dabei Schwächen nicht zu übergehen, sondern sie mit entsprechendem Training auszumerzen.

Gab es kurzfristig Momente des Innehaltens und der Suche nach der Frage nach dem Warum? Oder hast nun gelernt, jeden Tag neu zu erleben und deine wichtigsten Vorhaben neu zu definieren? Es kann ja sein, dass du aufgrund der Schwere deiner Verletzung einen inneren Ratgeber bittest, Impulse zu senden und das Leben einfach leichter zu machen?

Das Leben geht weiter – das war für mich von Anfang an klar. Natürlich hat es geschmerzt, zu wissen, dass ich eine ganze Saison versäumen werde, zeitgleich gab mir der frühe Zeitpunkt der Verletzung auch die Chance, wieder komplett fit in die nächste Saison zu starten. Ich bin ein Mensch, der gerne nach vorne schaut, ohne lange über Vergangenes zu grübeln.

Gedanken zum Warum und Wieso macht man sich dennoch nach so einer Verletzung, das Leben will einem ja auch etwas sagen über so einen Vorfall. Nach einem schlechten Rennen reicht mir die Erklärung „Pech gehabt“ auch nicht aus. Durch eine Verletzung lernt man am Extrembeispiel, wieder ganz genau auf Körper und Geist zu hören. Das erweitert den Horizont und rückt Prioritäten und Erwartungen in ein neues Licht. Dieses Gespür möchte ich mir beibehalten und noch besser in den Alltag integrieren, wenn ich bald wieder fit auf der Piste stehe.

© Ch. Einecke (CEPIX) / Eva-Maria Brem

© Ch. Einecke (CEPIX) / Eva-Maria Brem

Auf deiner Homepage findet man dein Lebensmotto. Da heißt es: Wer helle Dinge denkt, zieht helle Dinge an. Wie sehr hilft dir dieser Sinnspruch in deinem Alltag als Privatmensch und als hoffentlich bald wieder ganz gesunde und erfolgreiche Skirennläuferin?

Diese Worte klingen so einfach – fast wie eine mathematische Formel, die durch Einsetzen der richtigen Variablen zu einem logischen Ergebnis führt. Ganz so simpel ist es aber nicht. Es ist eine tägliche Challenge, danach zu leben und ein sich ständig verändernder Prozess. Aufmerksam durchs Leben gehen, neuen Situationen mit Offenheit entgegentreten und das Nachhaltige, Wertvolle verschiedener Erfahrungen auf der eigenen, inneren Festplatte speichern. Darauf kommt es an, das macht das Leben spannend und Begegnungen erfrischend.

Stört es dich, dass der Skirennsport immer härter und die Vermarktung immer wichtiger wird? Ohne Sponsoren wäre man kaum da, wo man heute ist. Die Aussicht, optimal zu trainieren und in der Spitze mitzufahren, würde es auf keinen Fall geben. Und trotzdem: Geht nicht oft die Menschlichkeit verloren, wenn man immer nach dem Höchsten strebt und vielleicht egoistisch sein Ding durchziehen will?

Gewisse Werte wie Respekt, Ehrlichkeit und Wertschätzung müssen immer vorhanden sein, wenn man gemeinsam, erfolgreich ein Ziel verfolgen will. Da gibt es keinen Unterschied zwischen Sportbusiness und privatem Leben. Es geht immer um die Menschen, mit denen man sich umgibt- und nicht um die Umstände die herrschen. Versuchen das Richtige zu tun, auch ans Limit zu gehen, um erfolgreich zu sein, schließt für mich Menschlichkeit nicht aus.

Sponsoren sind ein wichtiges Glied in der Kette, die Skisport zu der Faszination macht, die wir alle lieben. Die vielen Fans und Sportbegeisterten machen das überhaupt erst möglich, ohne sie wären das Interesse der Sponsoren und die Professionalität der Athleten auf einem anderen Level. Es ist ein Geben und Nehmen aller Beteiligten in dieser Symbiose. Wichtig ist, sich im eigenen Wirkungsradius voll zu engagieren und allfällige Herausforderungen mit einem Lächeln anzunehmen. Dann macht Zusammenarbeit Spaß, dann stimmt das Ergebnis und Erfolg wird möglich.

Ein weiter Blick nach vorne. Wo siehst du dich zu Beginn der Olympiasaison 2017/18?

Fit am Start – bereit für die Challenge.

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

Eva-Maria Brem zu Gast bei Barbara Stöckl

Eva-Maria Brem: „Versuchen das Richtige zu tun, auch ans Limit zu gehen, um erfolgreich zu sein, schließt für mich Menschlichkeit nicht aus.“

 

 

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