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Für David Ketterer ist in Sölden alles anders

© Gerwig Löffelholz / Für David Ketterer ist in Sölden alles anders

© Gerwig Löffelholz / Für David Ketterer ist in Sölden alles anders

Sölden – Der deutsche Skirennläufer David Ketterer ist jung. Und wer jung ist, hat Träume. Der Sportler will sich seinen größten Wunsch erfüllen. Nun trainiert er eisern und ehrgeizig im Stubaital. Im letzten Jahr überzeugten seine Teamkollegen Felix Neureuther, Fritz Dopfer und Linus Straßer. Eine Rückenverletzung hinderte Ketterer, den Anschluss an das Trio zu schaffen.

Nun ist alles anders. Ketterer, der hoffnungsvolle und zuversichtliche Athlet aus dem Schwarzwald, hat im Sommer gut trainiert. In diesem Winter will er den Durchbruch schaffen. Er will am Rettenbachferner in Sölden starten und ist, wenn er im Ötztal an den Start gehen sollte, traurig. Vor einem Jahr hatte er die Eintrittskarte, bedingt durch eine erfolgreiche interne Quali, in der Tasche. Hirscher, Ligety, Neureuther, Dopfer und alle Großen warteten auf ihn, ehe die schwere Rückenverletzung ihn zurückwarf und ihn zwang, ein Jahr auszusetzen. Die DSV-Kollegen Neureuther und Dopfer bestritten die erfolgreichste Saison und man kann verstehen, dass Ketterer zu gerne am Kuchen mitgenascht hätte.

Ketterer hat das ganze Nachwuchsprogramm abgespult. Mit zweieinhalb Jahren stand er das erste Mal auf den Brettern. Als jüngster von vier Söhnen fuhr er im Bezirkskader, im Schwäbischen Skiverband, im Landeskader Baden-Württemberg, in der C-Nationalmannschaft, der B-Nationalmannschaft und schließlich im Europacup. Überdies holte er sich den dritten Platz bei der Junioren-WM und die Silbermedaille im Rahmen der deutschen Meisterschaften im Slalom. Der 22-Jährige, der vom Schwarzwald nach Isny, Oberstdorf und nun nach Innsbruck zog, will besser werden, die Perfektion finden und immer fleißiger und beharrlicher zu sein.

Über 200 Tage im Jahr trainiert Ketterer. Überall ist er mit vollstem Einsatz dabei, um wohl das traurigste Kapitel seines Lebens zu verarbeiten. Man kann es nicht vergessen, was vor genau einem Jahrzehnt in Sölden passierte. Es ist nicht die Rückengeschichte, die (vorübergehend) sein Weltcupdebüt verhinderte, sondern etwas, was einem sehr nahe geht.

Samuel Ketterer, ein Bruder von David, war im September 2005 auf dem Ötztaler Hang mit einer Seilbahn unterwegs. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, jedoch verlor ein Hubschrauber direkt über der Gondel einen Betonkübel, der eine Dreivierteltonne schwer war. Man kann sich ausrechnen, welche Katastrophe sich abspielte, als dieser Kübel auf die Gondel fiel. Neun Menschen erlitten einen qualvollen, weil unnützen Tod, unter anderem Samuel. Und just hier möchte David Ketterer nun die Chance nutzen, irgendwie seinen Traum erfüllen. Nicht nur für seinen toten Bruder.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.badische-zeitung.de (Auszug)

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