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Gianluca Rulfi: Die italienischen Riesentorläuferinnen sind gut in Form

Federica Brignone, Marta Bassino und Elena Curtoni (Foto: Federica Brignone / facebook)

Federica Brignone, Marta Bassino und Elena Curtoni (Foto: Federica Brignone / facebook)

Ushuaia/Rom – Gianluca Rulfi kann stolz auf seine Mädls sein. Seine vier Schützlinge Marta Bassino, Federica Brignone, Nadia Fanchini und Sofia Goggia arbeiten hart in Ushuaia. Nun zieht der Trainer Bilanz, nachdem in Kürze der Heimflug ansteht. Rulfi betont, dass man gleich zu Beginn extrem schwierige Bedingungen vorfand. Es schneite oft, und so war es die ersten 15 Tage mehr oder weniger immer gleich. In diesen Situationen sollte man immer die Nervosität unter Kontrolle halten. Man konnte nicht höher gelegene Pisten nutzen, da man auf dem frischen Schnee Ski fahren wollte.

Trotzdem möchte man das Trainingslager in Argentinien als gut bezeichnen. Das gilt sowohl für den Riesentorlauf als auch für den Slalom. In der ersten Disziplin konnte man nicht das ganze Programm nach Wunsch abschließen, zumal sich seit rund zehn Tagen die Bedingungen veränderten. Es wäre vielleicht etwas besser geworden, wenn das schöne Wetter vorher gewesen wäre. Aber sei es wie ist, gegen das Wetter kann man nichts machen. Vor Sölden werden noch zwei Trainingseinheiten in Europa abgespult.

Über die letzten Tage in Patagonien kann man nicht meckern. Man konnte unterschiedliche Streckenabschnitte testen und auch im Super-G gegen die Uhr ein paar Läufe abspulen. Die Laufzeit betrug etwa 1 Minute und 25 Sekunden; der Höhenunterschied lag bei 100 Metern. Dieser Trainingslauf entsprach gut und gerne einer Weltcupentscheidung, und es gibt ja nicht so viele Strecken, die so aufgebaut sind.

Federica Brignone hat in drei Disziplinen gut gearbeitet. Ihr Hauptaugenmerk liegt natürlich noch im Riesentorlauf, und Rulfi ist stolz auf ihre Qualität, was das Training betrifft. Auch findet es der Trainer richtig, dass „Fede“ in den Speeddisziplinen fährt. Sie ist technisch auf einem sehr hohen Niveau und verfügt über eine extreme Stabilität im Oberkörper. Das ist ein gutes Zeichen, um gut zu fahren, auch wenn Training und Renneinsatz dann zwei verschiedene Paare Schuhe sind. Man muss physisch perfekt sein und in einer Disziplin gut, während es in den anderen Teilbereichen etwas Geduld braucht. Das ist wohl die wichtigste Sache.

Nadia Fanchini hat im Vergleich zu den letzten Südamerika-Einsätzen viel mehr Trainingskilometer abgespult. Sie trainierte intensiv und steht physisch gut da. Darüber ist Rulfi sehr erfreut. Auch wenn in den letzten Einheiten die Müdigkeit aufkam, hat sie viel gearbeitet.

Dann haben wir Sofia Goggia. Der Fokus der Italienerin lag wie vorgesehen auf dem Riesentorlauf. In den letzten Tagen des Trainingslagers fuhr sie auch mit den langen Skiern. Im letzten Jahr tat sie sich weh, heuer stürzte sie nie. Goggia hat verstand, dass man nicht allem mit Angst begegnen darf, und außerdem sieht der Coach, dass sie einen großen Schritt nach vorne gemacht hat.

Marta Bassino ist gut unterwegs. Sie kam jedoch einmal zu Sturz und musste einen Tag pausieren. Danach stand sie unter besonderer Beobachtung, aber alles verläuft nach Plan. Sie möchte mehr im Riesentorlauf trainieren, aber man möchte auch die anderen Möglichkeiten, die sich ihr bieten, anschauen. So konzentrierte man sich auch auf die Speeddisziplinen. Das war in der Vergangenheit nicht so. In Zahlen ausgedrückt trainierte Bassino sechs Tage im Riesentorlauf, drei im Super-G, drei im Slalom und auch in der Abfahrt. Die junge Italienerin befindet sich in einer sehr guten Verfassung, und es ist nicht auszuschließen, dass ihr Weltcupkalender mehrere Termine bekommt. Wenn man meint, nur im Riesentorlauf zu fahren und in anderen Disziplinen gut zu sein, kann man nicht in letzteren wachsen.

Rulfi sagt abschließend, dass die Damen auf einem guten Weg sind. Im Riesentorlauf blickt er auch auf die Rennen in Cerro Castor. Im Training fuhr man auch gegen die Französinnen Anémone Marmottan,  Coralie Frasse-Sombet, Tessa Worley und ihre Teamkolleginnen. Solange die azurblauen Trainer die Strecke mit Toren versahen, waren immer die Italienerinnen vorne. Steckten die französischen Betreuer die Piste, lagen Brignone und Co. auch oft eine halbe Sekunde zurück. Man dachte auch mit Wehmut an den 28. Dezember 2014 zurück. Beim Weltcup-Riesenslalom in Kühtai, der im ersten Lauf von einem Franzosen gesteckt wurde, landete keine Italienerin unter den Top-10. Das heißt im Umkehrschluss, dass man mehr trainieren muss und immer an sich kontinuierlich zu arbeiten.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.raceskimagazine.it

 

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