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Gustav Thöni wird 65, wir gratulieren!

Gustav Thöni wird 65, wir gratulieren!

Gustav Thöni wird 65, wir gratulieren!

Trafoi – Heute wird der einstige Weltklasse-Skirennläufer Gustav Thöni aus Südtirol 65 Jahre alt. Der Technikspezialist gewann vier Mal die große Kristallkugel, fünf WM-Gold- und drei Olympiamedaillen. Außerdem entschied er 24 Weltcuprennen für sich. Später arbeitete er als persönlicher Trainer von Alberto Tomba und feierte gemeinsam mit seinem Schützling weitere Erfolge.

Gustav Thöni wuchs im kleinen Vinschger Dorf Trafoi auf. Sein Vater, der wegen des Krieges seine Karriere abbrechen musste, erkannte bald das Talent seines Sohnes, das er nach bestem Wissen und Gewissen auch förderte. Im Alter von 17 Jahren wurde Thöni Mitglied der italienischen Nationalmannschaft. Im Dezember 1969 feierte er bei seinem ersten Weltcuprennen seinen ersten Sieg. Im französischen Val d’Isère deklassierte er den Hausherrn Patrick Russel um mehr als eine Sekunde und verwies ihn auf Platz zwei. In der Folge feierte er weitere Siege, sodass er bei der Heim-WM in Gröden 1970 schon als großer Favorit gehandelt wurde. Leider hielt er den großen Erwartungen nicht stand und schied beim Riesenslalom aus. Im Torlauf musste er sich mit „Blech“ zufriedengeben. In der Gesamtwertung lag er am Ende der Saison als Dritter nur acht Zähler hinter Sieger Karl Schranz.

In der Folgesaison dominierte Thöni das Geschehen nach Belieben. Auch in einer Abfahrt fuhr er aufs Podest. Er holte sich den Gesamtweltcup und teilte sich den Sieg in der Riesentorlaufwertung gemeinsam mit dem oben genannten Patrick Russel. Bei den Olympischen Winterspielen 1972 in Sapporo gewann er im Riesenslalom Gold und im Torlauf Silber. Nur der Spanier Francisco Fernández Ochoa war schneller. Die Kombi brachte ihm keinen Olympia-, jedoch aber den WM-Sieg. Nach dem Winter 1971/72 stand er sowohl in der Riesenslalom- als auch in der Gesamtwertung ganz oben.

So sollte es weitergehen. Im der Saison 1972/73 siegte er dreimal. Er sicherte sich zum dritten Mal in Folge die Gesamtwertung. Erstmals durfte er sich über den Sieg im Slalomweltcup freuen. Bei der Ski-WM 1974 in St. Moritz staubte er in beiden technischen Disziplinen die Goldmedaille ab. Im Slalom katapultierte er sich nach dem achten Platz im ersten Lauf noch nach vorne. Im Folgejahr wurde er im Kampf um die große Kristallkugel nur von seinem Teamkollegen Piero Gros geschlagen. Dennoch freute er sich über die zweimalige Auszeichnung der Internationalen Vereinigung der Ski-Journalisten. Sowohl 1973 als auch 1974 wurde er mit dem Skieur d’Or ausgezeichnet.

Im Winter 1974/75 ging der Gesamtweltcup wieder an den wortkargen Athleten aus Trafoi. Er gewann sechs Rennen. Auf der „Streif“ in Kitzbühel zeigte er sein großes Kämpferherz und eine heldenhafte Vorstellung. Trotz eines Fehlers lag er am Ende nur drei Tausendstelsekunden (dann aufgerundet auf 0,01 Sekunden) vor Franz Klammer. Der österreichische Abfahrtskaiser – und nicht nur er – war der Auffassung, dass ein ex-aequo-Sieg gerechter gewesen wäre. Vor der laufenden Kamera versicherte Thöni seiner Mutter, nicht mehr eine Abfahrt zu bestreiten. Vor dem letzten Rennen, einem Paralleltorlauf in Gröden sicherte sich Thöni die Gesamtwertung. Die bis dahin punktegleichen Ingemar Stenmark und (erfahrungsgemäß) Franz Klammer hatten das Nachsehen.

Im Skijahr 1976 konzentrierte sich Thöni, der in der Endwertung Dritter wurde, auf die Olympischen Winterspiele in Innsbruck. Beim Riesentorlauf hatte er zur Halbzeit die Nase vorn, fiel aber auf Platz vier zurück. Im Slalom landete er hinter Piero Gros auf Rang zwei. Bei der als WM-Bewerb zählenden Kombi holte er sich die Goldmedaille. In der Folge fiel der Südtiroler immer weiter hinter dem neuen Seriensieger Ingemar Stenmark aus Schweden zurück. Im Februar 1979, dem Geburtsmonat und -jahr des Verfassers des vorliegenden Textes, stand Thöni das letzte Mal auf einem Weltcuppodest.

Der Skirennläufer aus Trafoi belegte bei den Olympischen Winterspielen 1980 im US-Amerikanischen Lake Placid den achten Rang im Slalom; zwei Jahre zuvor kam er bei den Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen in der Abfahrt auf Platz zwölf. Eine besondere Auszeichnung kam dem Südtiroler 1976 und 1980 zuteil, als er als Fahnenträger bei den Eröffnungsfeiern für die Spiele im Zeichen der fünf Ringe auserkoren wurde. Im März 1981 gastierten die Torläufer in Saalbach-Hinterglemm. Thöni belegte den 15. Schlussrang und beendete nach diesem Rennen seine lange und erfolgreiche Karriere.

Nach seiner sportlichen Laufbahn versuchte Thöni als Schauspieler zu arbeiten, jedoch erwies sich dieses Engagement als Fehlschlag. Er baute die elterliche Pension zu einem Hotel um und führt es mit seiner Frau und seinen drei Töchtern. Wie oben erwähnt, betreute er 1989 bis 1996 Alberto Tomba. Als Betreuer des teilweise exzentrischen Technikspezialisten freute er sich über einen Gesamtweltcupsieg, einen Olympiaerfolg und einiger WM-Medaillen. Bis 1999 war er dann noch als Chefcoach der italienischen Herren im Einsatz.

Ein Blick noch in die Zahlenwelt. Gustav Thöni entschied, wie erwähnt, 24 Weltcuprennen (11 Riesenslalom, 8 Slalom, 1 Parallelslalom, 4 Kombinationen) für sich. Ferner wurde er 25 Mal Zweiter und 20 Mal Dritter. Wir von skiweltcup.tv wünschen dem immer bescheidenen Südtiroler, dessen Cousin Roland auch im Weltcup aktiv war, alles erdenklich Gute zum 65. Geburtstag und freuen uns, ihn als stets gesunden und munteren und als dem Skisport Interesse zeigenden Charakter unter uns begrüßen zu dürfen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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