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Interview mit Andreas Sander: „Konstanz als Schlüssel zum Erfolg“

© Deutscher Skiverband / Andreas Sander

© Deutscher Skiverband / Andreas Sander

Vor der ersten Abfahrt am Samstagabend spricht Andreas Sander über die Vorbereitung im Sommer und die Ziele für den kommenden Winter.

Wie bist Du gesundheitlich und sportlich durch den Sommer gekommen?

Andreas Sander: „Gesundheitlich geht es mir seit meinem letzten operativen Eingriff, im April 2014, sehr gut. Das hat zur Folge, dass ich dieses Jahr fast alle Schneetage nutzen konnte. Ich meine, dass ich das seit meinem Kreuzbandriss nicht mehr hatte. Also bin ich auch sportlich gut durch den Sommer gekommen.

Als Mannschaft haben wir diesen Sommer eine gute Mischung aus Konditionstraining und Skitraining gefunden. Ich persönlich kann sagen, dass ich besonders im Konditionsbereich noch mal einen großen Schritt gemacht habe. Skifahrerisch denke ich, dass ich technisch konstanter fahre als in den Vorjahren. In den Lehrgängen kommen die guten Schwünge jetzt früher.“

Mit jetzt 26 Jahren kommst Du langsam in das Kernalter eines Skifahrers. Ist Dein Zugang zum Sport heute ein anderer als noch vor fünf Jahren?

Andreas Sander: „Ja, das ist natürlich so. Zunächst einmal gehe ich an viele Sachen inzwischen etwas lockerer heran. Insgesamt lässt man sich von schlechteren Trainingstagen vielleicht nicht ganz so verunsichern.

Daneben habe ich inzwischen auch mehr Routine, so dass bestimmte Erfahrungswerte die tägliche Arbeit vereinfachen.

Schließlich ist es auch so, dass ich abseits des Skis, also im „normalen“ Leben und Alltag von Jahr zu Jahr mehr Professionalität reinbringe. Man lernt natürlich aus den letzten Jahren und versucht jedes Jahr Kleinigkeiten zu verbessern.“

Nachdem Tobi Stechert für den Winter ausfällt, sind Pepi Ferstl und Du mit gerade mal 26 Jahren die „Senioren“ in einem insgesamt jungen Team. Ändert sich da auch die Verantwortung im Gesamtgefüge der Gruppe?

Andreas Sander: „Nein, das nehme ich nicht so wahr. Im Weltcup sind wir mit vier Stammfahrern eine sehr kleine Gruppe. Vielleicht auch deswegen standen Hierarchiefragen bei uns eigentlich noch nie so an erster Stelle. Es ist ja eh größtenteils jeder auf sich allein gestellt, hat mich sich und seine Herangehensweisen schon genug selbst zu tun.

Aber wenn es mal Entscheidungen im Team zu treffen gibt, die alle angehen, dann besprechen wir das natürlich untereinander. Das ist aber ein gleichberechtigter Austausch. Einen Leader, dessen Meinung einfach umgesetzt wird, gibt es jetzt nicht direkt.“

Zum kommenden Winter: Es steht ein Jahr oder Qualifikationsdruck für WM oder Olympia an. Probierst Du dann eventuell neue Dinge aus, die man vor Großereignissen nicht wagen würde?

Andreas Sander: „Vielleicht ist das bei denen, die regelmäßig um die Siege fahren, anders. Aber für mich ändert sich dadurch eigentlich gar nicht. Seitdem ich im Weltcup fahre, steht für mich zu Saisonbeginn nur der Weltcup im Fokus.

Natürlich wollte ich mich immer gerne für die Großereignisse qualifizieren, aber das war auch in den entsprechenden Wintern erst einmal zweitrangig. Solange ich nicht zu ersten Startgruppe gehöre, geht es allein darum, mehr und mehr Konstanz über die ganze Saison zu bringen und so eine bessere Startnummer zu bekommen. Konkret bedeutet das diesen Winter, dass ich hoffe, konstant gute Rennen zu fahren. Darauf konzentriere ich mich, und das ist wie in der Vergangenheit auch.“

Ein großes Thema ist immer wieder das Material. Hast Du Dich da verändert?

Andreas Sander: „Nein, ich bin stolz und zufrieden weiterhin Atomic fahren zu können. Und weil es vor der Saison beim technischen Regelwerk her nichts Neues gab, hat das diesen Sommer keine Rolle gespielt.

Jeder Fahrer probiert in der Vorbereitung natürlich immer neue Sachen am Skischuh oder Ski aus. Bei mir hat sich aber letztes Jahr herausgestellt, dass ich da schon ein ganz gutes Setup habe und mich voll auf das verlassen kann. Insofern war das Material diesen Sommer für mich kein nennenswertes Thema.“

Welche Ziele hast Du für den kommenden Winter?

Andreas Sander: „Eins habe ich ja schon genannt. Ich möchte über die ganze Saison konstante Ergebnisse zeigen.

Wenn mir das gelingt, kann das ein oder andere TOP 15 Resultat dabei herausspringen, was dann ein zweites Ziel wäre.

Aber im Skisport ist es immer schwierig etwas vorherzusagen. Da spielt so vieles eine Rolle. Deswegen habe ich keine genauen Platzierungen vor Auge. Es kam schon vor, dass ich auf Platz 30 oder so wirklich eine sehr gute Leistung gezeigt habe, und von Witterung, Wind oder was auch immer es wirklich kaum besser gegangen wäre.

Daher: Viel wichtiger wird es für mich sein eine konstante Saison zu fahren. Dann wird, denke ich, über den ganzen Winter gesehen einiges möglich sein und hoffentlich am Ende meine erfolgreichste Saison herausspringen.“

Kürzlich bestätigt wurde das erste Abfahrtsrennen in Südkorea auf der Olympiapiste von 2018. Hast Du Infos zur Piste?

Andreas Sander: „Erst einmal bin ich sehr froh, dass das Rennen bestätigt ist. Es stand wegen Bauarbeiten an der Seilbahn wohl eine Zeit lang auf der Kippe. Ich wollte schon immer mal in Asien ein Rennen bestreiten. Nach den Rennen dort würden mir zur Weltreise auf Ski nur noch Afrika und Ozeanien fehlen.

Die Piste selbst soll recht interessant sein. Geplant wurde sie von Bernhard Russi, der ja alle modernen Pisten plant. Es gibt wohl mehrere weite Sprünge. Ob sie jedoch technisch so anspruchsvoll wie Kitzbühel oder Beaver Creek sein wird, wird sich noch zeigen. Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf die Strecke und freue mich darauf.“

Hast Du eigentlich eine Lieblingspiste oder einen Ort, auf den Du Dich im Winter besonders freust?

Andreas Sander: „So richtig eigentlich nicht. Das gute ist, dass so viele Orte etwas Besonderes haben. Da freut man sich eigentlich auf jedes Rennen. Natürlich sind die Klassiker im Jahr immer Kitzbühel und Wengen, aber ich freue mich auch immer besonders auf unseren Heimweltcup in Garmisch-Partenkirchen.

Und dieses Jahr freue ich mich speziell auch noch auf das Rennen in Südkorea.

Wahrscheinlich ist es auch so, dass eine Lieblingspiste nicht selten eine ist, mit der man einen bestimmten Erfolg verbindet. Mal schauen, ob sich da noch was entwickelt und ich in ein paar Jahren auch einen Hang habe, auf dem mir mal ein großes Ergebnis gelangt ist.“

Der Start in den Weltcup erfolgt traditionell in Lake Louise. Ein Rennen, das für den Zuschauer eher wenig spektakulär abläuft. Wo liegt die Schwierigkeit?

Andreas Sander: „Die Schwierigkeit liegt, glaube ich, darin, dass man bis zum ersten Training in Lake Louise lange nicht mehr etwas Ähnliches trainiert oder gefahren ist. Die Abfahrtstrainingstage im Sommer und Herbst können nicht mit einer Weltcupabfahrt mithalten. So muss man schnell in den Rhythmus kommen und sollte am besten wenig Fehler machen, weil diese in Lake Louise nur schwer wieder aufzuholen sind. Die Leistung, die man im Sommertraining oft nur über 1.15 min zeigen musste, sollte man jetzt auch über 1:50 min zeigen. Nach außen sieht das zwar scheinbar locker aus. Aber ganz so einfach ist das nicht.“

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg in Lake Louise!

Pressekontakt:

Fröhlich & Overlack, Schloss Wallbrunn, 55288 Partenheim bei Mainz
Gesellschaft bürgerlichen Rechts Gesellschafter Hans-Christian Fröhlich, Siegfried Fröhlich & Lutz Overlack

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