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Julien Lizeroux stand Rede und Antwort: „Niemals aufgeben!“

© Instagram Julien Lizeroux

© Instagram Julien Lizeroux

Saas Fee – Beim berühmten Torlauf auf dem Kitzbüheler Ganslernhang im Jahr 2011 stand der französische Slalomspezialist Julien Lizeroux das letzte Mal auf den Skiern. Doch der cisalpine Skirennläufer gab nie auf und möchte nach seiner überstandenen Knieverletzung schon bald wieder bei einem Rennen zeigen, was er kann. Während dieses Sommers arbeitete er hart; Ana Jelusic hat ihn für die FIS interviewt und über seine Verletzung, die Rehabilitation und seine zukünftigen Pläne befragt.

Julien, es war ein harter Weg zurück. Könntest du bitte nachskizzieren, was in den drei Jahren nach deiner Knieverletzung passiert ist?

Bereits im Januar 2005 riss ich mir das linke vordere Kreuzband bei meinem Heimrennen in Chamonix. Während der OP nahmen die französischen Ärzte ein Stück meiner Quadrizeps-Sehne heraus, um das gerissene Band zu ersetzen. Die Reha war lang und sehr schmerzhaft. Erst nach eineinhalb Jahren konnte ich wieder richtig trainieren und von 2007 bis 2010 auch Ski fahren. Bereits währenddessen machte ich Physiotherapie Einheiten, um den Heilungsprozess zu verbessern. Während der Sommermonate 2010 verschlechterte sich der Zustand, und im Januar 2011 wurde der Schmerz immer größer, so dass ich nicht mehr fahren konnte. Nach vielen medizinischen Untersuchungen sagten mir die Ärzte, dass die Sehne in der Nähe der Kniescheibe gerissen war und eine weitere Operation die einzige Möglichkeit war, eine komplette Genesung zu garantieren. Leider war diese OP die erste dieser Art für die Ärzte; dennoch hatte ich keine andere Wahl und begab mich unters Messer. Nach einer sehr langen Reha und einem halben Jahr zeigte mir eine Magnetresonanztomografie, dass die Operation überhaupt keinen Erfolg mit sich brachte. Es fühlte sich so an, als gäbe es keine Lösung für mich! Dank meines Freundes Felix Neureuther kam ich im Januar 2012, mit seinem Arzt in Kontakt und nach einer sehr langen Zeit der Behandlung, chirurgischen Untersuchungen, Reha-Einheiten und Physiotherapie kann ich endlich wieder Ski fahren!

In der Tat ist es schon sehr lange her, seitdem du das letzte Mal bei einem Weltcuprennen an den Start gegangen bist. Du hast nie aufgeben, fleißig deine Reha abgespult und warst immer auf der Tour. Wie sieht es mit der Vorbereitung für die nächste Saison aus?

Seit Mai bin ich wieder mit meinem Team unterwegs und spule mit ihm ein hundertprozentiges, körperliches Training ab. Natürlich muss ich mich bei einige Übungen zurückhalten, aber ich bin froh zu sehen, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde. Wir hatten im Juli auch ein Trockentraining in Korsika und fuhren viele Kilometer mit dem Fahrrad. Es machte eine Menge Spaß, mit allen Freunden im Team unterwegs zu sein. Auch in Albertville stand ein intensives Trainingscamp auf dem Programm. Im Juli stand ich dann wieder auf den Brettern, und bis jetzt habe ich nur Slalom trainiert und genoss das freie Skifahren.

Schenkt man den Aktualisierungen bei den sozialen Medien Glauben, scheint deine Erholung gut zu verlaufen. Du hast immer in der Vergangenheit mit dem Team trainiert. Jedoch: Was sind deine Pläne, wenn es um Rennen geht?

Die große positive Sache ist mein Bein. Meine Quadrizeps sind wieder gut. Es tut gut, zu trainieren. Wenn es um die Pläne geht, habe ich noch keine. Ich möchte einfach jeden Tag genießen an dem ich mich wohlfühle. Da wir wirklich ein starkes Technikerteam haben, werde ich mit ihm im argentinischen Ushuaia, aber auch in Saas Fee und daheim in Tignes trainieren. Bis Oktober dauern die Einheiten an, und ich werde versuchen, bis zum Slalom im finnischen Levi fit und bereit zu sein.

Du hast auch beschlossen, mit Fischer unterwegs zu sein. Was bewog dich zum Materialwechsel, und wie zufrieden bist du mit den neuern Skiern?

Ich wollte – passend zu meiner Karriere – mit den besten Skiern und dem besten Team meine Karriere und einer positiven Note beenden. Zudem wollte ich mit Jean-Baptiste Grange und unserem Servicemann Loic Brun unterwegs sein. Jetzt ist das Dream-Team zurück. Mit den neuen Skiern habe ich etwas mehr als zehn Skitage auf dem Buckel und ich glaube, dass es sehr gut wird und der Materialwechsel die perfekte Wahl für mich war.

Überdies stehen die Olympischen Winterspiele in der bevorstehenden Saison auf dem Programm. Was sind deine Erwartung? Hast du die Olympischen Spiele auf deinem Radar?

Ich will einfach nur Ski fahren. Demzufolge gehe ich ohne Erwartung in die neue Saison. Ich weiß, dass ich zu 100 Prozent alles geben werde, um im Weltcup an den Start zu gehen. Und wenn ich mich für den zweiten Lauf einmal qualifizieren sollte, ist alles möglich. Natürlich möchte ich auch in Sotschi dabei sein – wer nicht? Diese Saison ist die größte Herausforderung meiner Karriere, und ich werde jeden Tag trainieren, um dann in Russland zu sein. Wir haben eine starke Mannschaft, sodass ich besser und schneller fahren müsste als die anderen.

In Kranjska Gora warst du im letzten Winter als Vorläufer dabei. Machte dich diese Erfahrung noch hungriger für ein Comeback? Oder war es für dich eine Möglichkeit zu sehen, wie weit du in der Lage warst, wieder mit den anderen zu kämpfen und zu konkurrieren?

Ich glaube wirklich, dass ich nicht mehr hungriger sein kann. Zwei Jahre Abwesenheit reichen, um hungrig zu werden. Aber es war mein erster Schritt für meinen Comeback-Plan. Einfach nur im Starthaus stehen und sehen, wie hoch mein Niveau ist. Der zweite Akt des Plans war die Teilnahme an den französischen Skimeisterschaften und bei einigen FIS-Rennen am Ende des letzten Winters. Der dritte Schritt ist das harte Training mit dem Team. Das mache ich gerade. Der vierte und letzte Akt des Ganzen ist mit dem Start im finnischen Levi verbunden.

Vor kurzer Zeit wurdest du auch in die FIS-Athletenkommission gewählt. Warum hast du dich beworben, und was möchtest du in der zweijährigen Amtszeit erreichen?

Ich denke, dass die Sportler, die in diesem Gremium sitzen, von allen Entscheidungen über die Weltcupregeln informiert werden müssen. Ich vertrete auch die Meinung, dass Athleten mehr Einfluss und Mitspracherecht haben sollten.  Dies sind meine wichtigsten Ziele als Kommissionsmitglied. Ich möchte die Stellungnahmen der Skifahrer berücksichtigen, was bis jetzt nicht immer der Fall war.

In diesem Jahr hast du eine Tour-Etappe beendet. Bist du auch ein Radsportfan, und wie hart war diese neue Erfahrung?

Ich bin ein großer Fan der Tour de France. Selbst spule ich annähernd 2000 Kilometer auf dem Fahrrad jahrein jahraus während meiner Trainingseinheiten ab. In diesem Jahr bewältigte unsere Trainingsgruppe die 130 Kilometer lange Etappe von Annecy nach Le Semnoz eine Woche vor den Profis. Wir waren 12.000 Leute am Start. Es war lang und schwierig, doch wir haben es geschafft. Der letzte Teil war verrückt. Für die elf Kilometer lange Teilstrecke benötigte ich 75 Minuten. Am ganzen Körper hatte ich Krämpfe, aber wie jeder meiner Teamkollegen erreichte auch ich die Ziellinie.

Hast du nach so einem harten Training und deiner Reha auch in diesem Sommer eine Auszeit genommen, und hattest du demzufolge Spaß im Urlaub?

In der Tat ist es wirklich wichtig, ein wenig frei zu haben. Der Mai war ein ruhiger Monat für mich, und mit ein paar Freunden verbrachte ich einen zweiwöchigen Urlaub in Guadeloupe.  Da konnte ich mich richtig entspannen. Es ist der richtige Ort, um sich auszuruhen. Der schöne Strand, Tauchen und Canyoning und einige Sonnenbrände gehörten zum Urlaub dazu. Im vergangenen Jahr war ich drei Wochen lang in Australien, und auch hier hatte ich viel Spaß. Wenn ich daheim bin, genieße ich den See von Annecy und surfe ein bisschen oder ich spiele mit meinen Freunden in Giez Golf.

Les Bleus (und hier das Technikerteam) bestehen aus einer guten Mischung zwischen jungen Talenten und erfahrenen Skirennläufern. Teilst du auch deine Erfahrungswerte mit den jüngeren Athleten? Wenn ja, was möchten sie wissen? Etwa wie deine Laufbahn begann oder…

Gewiss teile ich meine Erfahrungen. Die Arbeit mit der Jugend bringt einen neuen Geist und Entschlossenheit in das Team. Letzteres ist wahrlich eine mehr als gute Mischung, und jeder kann eine gute Stimmung in dieser Trainingsgruppe erfahren. Im Skifahren lernt man jeden Tag etwas Neues, und das Wichtigste bei der ganzen Sache ist, NIEMALS aufzugeben! Denn es ist kein Problem zu scheitern, wenn man alles aus sich herausgeholt hat. Bis jetzt jedoch habe ich das Gefühl, dass ich nie meine 100 Prozent aus mir herausgeholt habe. Wer weiß, vielleicht habe ich noch ein paar gute Momente vor mir… In diesem Sinne: Wir sehen uns auf Skiern!

Bericht, Zusammenfassung und Übersetzung für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.fisalpine.com 

 

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