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Junge Athletinnen im Portrait: Petra Vlhova aus der Slowakei träumt von Olympia-Gold

© Gerwig Löffelholz / Petra Vlhova

© Gerwig Löffelholz / Petra Vlhova

Preßburg – Bereits als kleines Mädchen träumte die 1995 geborene Slowakin Petra Vlhova von Olympia-Gold. Diesen Traum hatten viele junge Skifahrertalente, doch für die meisten hat sich dieser Traum nie erfüllt.  Und während der ersten Olympischen Jugendspiele in Innsbruck – sie fanden im heurigen Winter statt – wollte Petra, gerade 16 Lenze jung, diesem Traum näher kommen, ihn schon verwirklichen.

Ihr erster Versuch, der Super-G war angesetzt, misslang. Aber dennoch schien ihr respektabler neunter Platz in den Ergebnislisten auf. Sie arbeitete hart und bei den nächsten Versuchen, im Riesentorlauf und in der Super-Kombination, schrammte sie mit Platz 4 knapp am Podium vorbei. Im Torlauf, wusste Vlhova um ihre wohl einmalige Chance Bescheid, als erstes Mädchen bei der Jugendolympiade Gold für ihr Land zu holen. Sie griff an, wagte und gewann. Bereits im ersten Durchgang führte sie mit mehr als einer Sekunde Vorsprung auf die Konkurrenz. Der zweite Lauf stand dem ersten um nichts nach, und sie gewann den Slalom in überlegener Manier. Der Traum von Petra wurde Realität, mit der Goldenen um den Hals und der slowakischen Fahne im Hintergrund und den Klängen der Nationalhymne.

Petra Vlhova ist angekommen. Doch sie will mehr. Bereits sechs Wochen später standen die FIS-Junioren-Skiweltmeisterschaften auf dem Programm. Im italienischen Roccarso fuhr die Slowakin ein beherztes Rennen und betrat im Torlauf mit einem ausgezeichneten dritten Endrang erneut das Podest. Jetzt mit 17 ist sie ohne Zweifel eine der Besten ihrer Altersklasse, wenn nicht eine der Weltbesten.

Das Internetportal www.fisalpine.com hat sich mit der jungen Athletin über ihre Erfolge, ihre Zukunft im alpinen Rennsport und vieles mehr unterhalten.

Petra, du sagtest auf deiner Internetseite, dass eine Goldmedaille in Innsbruck ein großes Ziel vor den Jugendspielen war. Hast du immer davon geträumt?

Ja, ich habe immer davon geträumt. Ich werde dennoch weiter träumen, denn mein Hauptziel ist es, bei den richtigen Olympischen Spielen zu gewinnen.

Warst du beim Start zum Torlauf nervös? Du wusstest ja, dass es die letzte Chance war, Gold zu gewinnen?

Ich war ein klein wenig enttäuscht, zumal ich bei den anderen Bewerben ganz nah an den Medaillenrängen war. Aber ich wusste, dass der Slalom meine beste Disziplin ist. Hier fühle ich mich am wohlsten. So war ich nicht nervös wollte aber auch nicht an die Medaille denken.

© Petra Vlhova / privat

© Petra Vlhova / privat

Und was kannst du uns über deinen Gefühlszustand nach dem fabelhaften ersten Lauf sagen? Die Goldene war Dir ja fast nicht mehr zu nehmen…

Vor dem ersten Lauf habe ich mich einfach auf einen guten, sauberen Lauf ohne Fehler konzentriert. Es hat funktioniert. Dennoch war das Warten auf den zweiten Lauf nicht einfach, da ich mich stark unter Druck gesetzt fühlte. Ich kannte viele Athleten aus dem slowakischen Team, die im Ziel auf mich warteten und unterstützten. Zum Glück habe ich einen guten Trainer, der mir sagte, was ich tun musste, um zu gewinnen. Als die Mädchen, die vor mir an den Start gingen, Fehler machten, beruhigte ich mich und erkannte die Chance. Der Vorteil lag auf meiner Seite und das gab mir die Sicherheit und das Vertrauen, welches ich brauchte, um gut Ski zu fahren.

Wie fühlt man sich, wenn man auf dem Siegerpodium mit der Goldenen um den Hals steht?

Mein erster Eindruck war, dass  diese Goldmedaille ziemlich schwer ist. Zudem war es ein absolutes unglaubliches Gefühl, auf dem obersten Treppchen zu stehen, und zu begreifen, dass ich die beste war. Als meine Nationalhymne erklang, hatte ich Tränen in den Augen.

Was dürfen wir über die Feier danach in Erfahrung bringen? War deine Familie bei deinem Sieg dabei?

Ich hatte keine besondere Feier angesetzt. Ich aß ein Wienerschnitzel mit Pommes frites, was ich normalerweise nicht essen kann. Der Trainer hat es mir versprochen, wenn ich gewinnen würde. Nach diesem deftigen Abendessen ging ich zurück auf mein Zimmer und schlief. Meine Eltern waren nicht in Innsbruck und am Tag des Torlaufs hatte mein Vater sein Mobiltelefon ausgeschaltet, weil er so nervös  war. Ich sprach mit meinen Eltern erst nach dem Rennen am Telefon und sie gratulierten mir von Herzen, und ich merkte, wie sie wirklich stolz auf mich waren.

Hat die Goldmedaille in Innsbruck für dich etwas verändert? Gibt sie dir mehr Vertrauen?

Um ehrlich zu sein, ja. Sie gibt mir mehr Selbstvertrauen. Die Goldene zeigt mir, dass sie die süße Frucht des Erfolgs einer harten Arbeit ist. Die Leute in der Skiwelt haben begonnen, mich wahrzunehmen und für meine Sponsoren war es auch ermutigend. Das ist immer ein tolles Gefühl.

Nun, da du eine olympische Goldmedaille bei der Jugend-Olympiade errungen hast, träumst du von Olympia-Gold in Sotschi oder darüber hinaus?

Ich träume gewiss auch von anderen olympischen Medaillen, aber ich arbeite auch dafür. Ich habe nicht den Mut zu sagen, dass es in Sotschi sein soll. Es gibt eine Menge von Dingen, die ich brauche, um besser zu werden und um viele Fehler zu beseitigen.

Petra, bei der Junioren-WM in Italien hast du deine Klasse mit Slalom-Bronze  bestätigt. Deine Meinung?

Ich war mit dem dritten Platz zufrieden. Aber ich habe auch gemerkt, dass ich mehr erreichen könnte. So war meine Leistung alles andere als ideal. Im ersten Durchgang unterliefen mir eine Menge Fehler. Zudem waren das Wetter und die Schneeverhältnisse nicht gerade günstig.

Der Torlauf ist deine Lieblingsdisziplin. Warum?

Ja, er ist es. Und außerdem verknüpfe ich daran die besten Veranstaltungen. Warum ist das so? Vielleicht gibt es in meinem Heimatland die besten Bedingungen für Slalom-Trainings. Es ist schwer für mich zu erklären, warum ich den Slalom liebe.

Dennoch scheinst du dich auch in den schnelleren Disziplinen wohl zu fühlen. Magst du auch die Geschwindigkeit?

Ja, ich fühle mich wohl und ich mag auch schnell fahren. Jedoch sind die Möglichkeiten für ein Tempotraining eher begrenzt.

Mit zwei Top 5-Platzierungen im Europacup und dem Gewinn der slowakischen Meisterschaft im Slalom wollen wir wissen, wo wir dich nächstes Jahr sehen. Ist es der Europacup, der Weltcup oder ein gesunder Mix?

Die Erwartungen, im Europacup mich zu beweisen und dort zu etablieren, habe ich erfüllt. Im bevorstehenden Winter werde ich weiterhin ihm treu bleiben und vielleicht auch im Weltpokal zu einigen Einsätzen kommen. Wie viele es sind, hängt davon ab, was mein Trainer entscheidet?

Was ist das Wichtigste, das du bisher in deiner jungen Karriere gelernt hast?

Das Bedeutendste ist das harte Arbeiten. Ferner sollte man nie aufgeben und immer ein guter Kollege sein, der sich stets in den Dienst der Mannschaft stellt.

Hast du ein Vorbild oder einen Lieblingsskirennläufer?

Als ich jünger war, war mein Idol die kroatische Rennläuferin Janica Kostelic. Vor jedem Wettkampf hat mir meine Mutter die Zöpfe doppelt gemacht. Heute habe ich keine Favoritin mehr.

Zudem magst du Motorräder. Ist das richtig?

Ja, das ist richtig. Ich verehre Motorräder und ich fahre so oft ich kann damit. Mein Bruder Boris ist im Motocross tätig und er war immer schon so etwas wie eine Inspiration, selbst Motorrad zu fahren.

© Petra Vlhova / privat

© Petra Vlhova / privat

Was machst du, wenn keine Rennen auf dem Programm stehen?

Außer dem Motorradfahren, wenn ich Freizeit habe, schaue ich gern fern, surfe im Internet oder gehe mit Freunden aus. Auch mein vierbeiniger Freund, der Hund Kuli muss ausgeführt werden. Samstags bin ich meistens zuhause und meine Mutter macht die Wäsche?

Petra, hat dir jemand schon einmal gesagt, dass du wie Pippi Langstrumpf(Pipi Dlhá Pančucha auf Slowakisch) aussiehst, wenn du dein Haar zu Doppelzöpfen bindest?

Nein, niemand. Als Kind trug ich meine Haare in Zöpfen. Damals war Janica Kostelic meine Göttin. Heute ist mein Haar nicht lang genug für diese Frisur und ich habe nur genug für einen Zopf.

Wenn du in einem Sessellift mit einer Persönlichkeit fahren würdest, lebendig oder tod, real oder fiktiv, wäre das?

(lacht) Das ist der Schwimmer Michael Phelps, aber unter einer Bedingung. Er müsste von der Hüfte aufwärts haarlos sein.

Ich habe gehört, dass du gerne reist und gerne in der Welt herumkommst. Wo würdest du gerne hinreisen.

Auf die Malediven.

Und hattest du heuer Zeit für einen Urlaub? Liebst du Spannung und Spaß im Urlaub?

Ich war mit meinen Eltern in Kroatien. Der Urlaub war ein Mix aus Erholung und Entspannung. Ich bin im Meer geschwommen und habe einmal nichts getan. Doch ich hatte ein spannendes Erlebnis zu Beginn dieses Jahres, als ich vom Skifahren in Italien kam. Wir machten Halt an der Benni-Raich-Brücke und es ging zum Bungee-Jumping.

Was machst du abseits der Skisaison?

Ich trainiere hart und viel. So laufe ich viel, spule viele Kilometer mit dem Fahrrad ab und absolviere einige Krafteinheiten im Fitnessstudio. Das Schneetraining steht in Italien und Österreich auf dem Programm.

Interview für fisalpine.com: Michael Mastarciyan 

Den Originalbericht finden Sie unter: http://www.fisalpine.com/news/alpine-young-guns-petra-vlhova,1966.html

Bericht und Übersetzung für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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