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Kurt Sulzenbacher: Der Sport ist sicher eine gute Lebensschule

© Gerwig Löffelholz / Kurt Sulzenbacher

© Gerwig Löffelholz / Kurt Sulzenbacher

Innichen – Kurt Sulzenbacher erblickte am 29. Oktober 1976 in der Hochpustertaler Marktgemeinde Innichen das Licht der Welt. Von 1998 bis 2008 bestritt der Juniorenweltmeister von 1995 zahlreiche Rennen im Skiweltcupzirkus. Dabei konnte er zweimal unter die besten drei fahren und mehrere Top-10-Ergebnisse erreichen. Im Gespräch mit der „SÜDTIROLERIN“  spricht der „Dickschädel“ Sulzenbacher über seine Anfänge, die mentale Stärke, sein Leben als Skilehrer und glücklicher Familienvater und vieles mehr.

Herr Sulzenbacher, zwischen 1998 und 2008 repräsentierten Sie Ihre Heimatgemeinde Innichen im Skiweltcupzirkus. Wer hat in Ihrer frühen Kindheit eigentlich Ihr Talent zum Skifahren erkannt – oder hatten Sie selbst das Gefühl, dass dies der richtige Sport für Sie ist?

Ich hatte von Anfang an sehr große Freude am Sport. Mein Vater Willy hat mein Talent sicherlich als Erster erkannt (lacht). Beim WSV Innichen habe ich begonnen und bin danach ins Trainingszentrum Hochpustertal gewechselt. Vom Landeskader ging es dann direkt in die Nationalmannschaft. Gute Ergebnisse haben mich soweit gebracht. Ursprünglich war ich Slalomläufer, dann habe ich zu den schnellen Disziplinen gewechselt, dort fühlte ich mich wohler.

Alpine Skirennläufer sind Sportler, bei denen neben einer perfekten körperlichen Verfassung auch die mentale Stärke eine wichtige Rolle spielt; oft ist gerade Letztere entscheidend, wenn es um Sieg oder Niederlage geht. Haben Sie sich alle mentalen Fähigkeiten erarbeitet oder sind das angeborene Talente?

Richtig, die hundertprozentige Fitness genügt sicherlich nicht im Spitzensport. Es braucht schon auch den Kopf dazu; nicht umsonst gibt es den Spruch „wo ein Wille, da ein Weg“. Viele Spitzensportler haben Mentaltrainer. Mir ist der „Dickschädel“ angeboren.

Im Skirennsport liegen Freud und Leid oft eng beisammen. So belegten Sie im Dezember 2001 bei der Abfahrt im Val d’Isère Rang 2. Überschattet wurde dieses Rennen vom Sturz des Schweizer Skirennläufers Silvano Beltrametti, der seitdem querschnittsgelähmt ist. Haben Sie diese Bilder noch im Kopf oder würden Sie diesen Tag gerne aus Ihrem Gedächtnis streichen?

Ich habe die Bilder noch im Kopf. Natürlich kennt man sich unter den Sportlern, und mit Silvano hatte ich auch einen guten Kontakt. Streichen möchte ich den Tag nicht, denn es war schon ein toller Erfolg, auf dem Podium zu stehen.

Heute sind Sie als Skilehrer unterwegs. Hat Ihnen Ihre Tätigkeit als Skirennläufer geholfen, Charaktereigenschaften zu entwickeln, die im Berufsleben – auch abseits der Piste – gefragt sind? Wenn ja, welche?

Der Spitzensport hat mich sicherlich geprägt. Ich bin gerne Skilehrer und freue mich, den Leuten das Skifahren und die Freude am Skifahren beizubringen. Vor allem habe ich Freude an den Kinderkursen.

Ich habe gelernt, dass man viel erreichen kann, wenn man selbst will. Und ich bin viel herumgekommen, das ermöglicht es mir, die Dinge auch aus anderen Perspektiven zu sehen.

Sie sind glücklicher Vater von zwei Kindern. Auch wenn jede Sportart individuell ist, hilft Ihnen als Elternteil das Coaching auch im Umgang mit dem (sportlichen) Umfeld Ihrer Kinder oder würden Sie es nicht so gerne sehen, wenn eines davon den Weg des alpinen Skirennläufers einschlagen würde?

Mein Sohn Toni ist jetzt vier Jahre alt und fährt für Hunger und Durst Ski. Solange die Kinder Freude an der Sache haben, sollen sie es machen. Zwingen werde ich meine Kinder nicht. Wenn sie den Weg einschlagen, dann bekommen sie meine volle Unterstützung, und ich würde mich freuen.

Was wollen Sie ganz allgemein den Nachwuchssportlern mit auf den Weg geben, und wie bedeutend ist es, ein Vorbild zu haben und den eingeschlagenen Weg mit Freude und Konsequenz zu verfolgen?

Das Wichtigste ist die Freude am Sport. Es heißt sicherlich, auf viel zu verzichten, aber wenn du es geschafft hast, ganz oben zu stehen, dann hat es sich auf alle Fälle ausgezahlt. Vorbilder können helfen, ein Ziel zu verfolgen, erreichen muss es aber jeder Einzelne selber.

Können wir Ihr Lebensmotto in Erfahrung bringen? Wer hat dieses erstmals zu Ihnen gesagt, so dass es Ihr weiteres Leben, sei es als einstiger Weltcup-Skirennläufer, heutiger Skilehrer und Privatmensch bis in die Jetztzeit nachhaltig geprägt hat?

Das ist eine schwierige Frage; ich bin der Meinung dass jeder Mensch ein Ziel verfolgen sollte. Und wer aufgibt, hat verloren. Sport ist sicherlich eine gute Lebensschule.

Das Interview führte Andreas Raffeiner

 

Steckbrief

Vor- und Zuname                                           Kurt Sulzenbacher

Geburtsdatum und -ort                                 29.10.1976 in Innichen

Wohnort                                                            Innichen

Erfolge im Juniorenbereich                          1995 Juniorenweltmeister in der Abfahrt in Voss (Norwegen)

Debüt im Weltcup                                           1998 in Bormio

Erfolge im Weltcup                                         Zwei Podestplatzierungen (Val d’Isère/Frankreich und Gröden)

Letztes Rennen im Weltcup                          Lake Louise (Kanada), November 2008

Hobbys                                                              Skifahren, reisen, Familie

Vorbild als Skifahrer                                       Ingemar Stenmark

Vorbild als Privatmensch                               Mein Schwiegervater

Lieblingsweisheit                                             Hat der Berg einen Hut, wird das Wetter wieder gut

Familienstand                                                  Partnerin Hanna und Kinder Toni und Tina

Kontaktmöglichkeit                                         Brieftaube

Quelle: DIE SÜDTIROLERIN 10 (2015), Seite 120-121.

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Wir bedanken uns bei DDr. Karl Mittermaier, dem Schriftleiter der „Südtirolerin“ für das Einverständnis, das Interview mit Kurt Sulzenbacher auf unserem Onlineportal zu veröffentlichen.

 

 

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