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Laurenne Ross pendelt zwischen Kreativität und Sportlichkeit

© Gerwig Löffelholz / Laurenne Ross

© Gerwig Löffelholz / Laurenne Ross

Zweifellos ist Laurenne Ross eine Schlüsselfigur im Weltcupzirkus. Sie ist nicht nur eine ernste Athletin, die in den Speeddisziplinen energisch kämpft, sondern auch eine junge Frau die während der ganzen Saison Spaß haben möchte. Die inspirierende US-Amerikanerin stellte sich einem FIS-Fragenkatalog.

Laurenne, die Saison 2015/16 war mit dem achten Platz in der Super-G-Wertung, dem zehnten Platz in der Abfahrtswertung und Position 18 in der Gesamtwertung die beste Saison deiner Karriere. Was war dein persönliches Highlight, und worauf bist du besonders stolz?

Laurenne Ross: Mein persönliches Highlight war Rang 5 in der Abfahrt von Garmisch-Partenkirchen. Zu Beginn der Saison musste ich kämpfen und landete nur einmal in den Top-10. Ferner hatte ich Schwierigkeiten mit meiner Gesundheit. Eine Schulterluxation gesellte sich dazu, und das Vertrauen in mich war nicht gerade groß. Aber ich hatte einen guten Lauf in Garmisch, und ich wusste, dass ich wieder zuversichtlich nach vorne blicken kann. Mein Freund Tommy Ford war auch dort, und er feierte mit mir. Besonders stolz war ich auf meine Konsistenz, die von jenem Rennen an für den Rest der Saison an den Tag legte. Viele Plätze unter den besten Fünf zeugten davon, dass ich stabil und zuverlässig unterwegs war.

Beim Super-G in Soldeu bist du zum zweiten Mal in deiner Karriere auf das Podium gefahren. Und dies trotz der schwierigen Bedingungen. Zuerst schneite es, dann gab es auch sehr viele Verzögerungen. Du selbst bist mit einer sehr frühen Startnummer ins Rennen gegangen. Wie bist du mit dieser Situation umgegangen, und was machte am Ende den Unterschied?

Laurenne Ross: Nun ja, es war sicher ein Vorteil, in Soldeu am Anfang ins Rennen zu gehen. Ich versuchte einfach nur, schnell Ski zu fahren und gut ins Ziel zukommen. Des Weiteren konnte ich trotz einiger Fehler meine Startnummer gut nutzen. Dann hatte ich das Glück, schnell zu fahren. Bei einem Sport, der im Freien durchgeführt wird, können immer unfaire oder unkontrollierbare Bedingungen auftreten, wie es in Andorra der Fall war. So gesehen war das Glück an jenem Tag auf meiner Seite.

Es ist ein großartiges Gefühl, in den Speeddisziplinen wieder auf dem Treppchen zu stehen. Hast du Ziele für die nächste Saison? Gibt es einen Plan mit mehr Vertrauen im Hinblick auf die aktuelle Form, oder ist es eine persönliche Erwartungshaltung, in jedem Rennen am Podest zu schnuppern?

Laurenne Ross: Natürlich machte mich der Platz auf dem Podest hungrig auf mehr und viele weitere tolle Ergebnisse. Im Allgemeinen bin ich aber nicht eine, die sich Ziele setzt. Ich versuche, ohne Erwartungen in jedes Rennen zu gehen. So möchte ich nur danach streben, dass meine Skier die Schnellsten sind. Erst dann kann man das Feuer, die Entschlossenheit, aber auch die Ruhe finden, um weiter zu kommen. Ferner ist es so unvermeidlich, aufgrund meiner schnellen Skier immer wieder mal auf dem Treppchen zu landen. In der Folge will ich das natürlich auch in der kommenden Saison erleben.

© Kraft Foods  /  Laurenne Ross (USA)

© Kraft Foods / Laurenne Ross (USA)

Im nächsten Winter steht die Ski-WM in der Schweiz auf dem Programm. In der letzten Saison hast du bei der Generalprobe den fünften Rang im Super-G erzielt. Hilft dir dieses Ergebnis in einer gewissen Art und Weise, und was sind deine Ziele in St. Moritz?

Laurenne Ross: Im Hinblick auf so ein aufregendes Großereignis ist ein guter Platz immer beruhigend. Irgendwie fühlt man sich dort wie zuhause, wenn man auf die Rennen in Vergangenheit zurückblicken. Man kann die Atmosphäre genießen. Ich freue mich, wenn ich mit Eifer und Gelassenheit dabei sein kann. Zudem bin ich mit meiner Fahrweise zufrieden, und ich weiß, dass ich auf diesem Berg eine der schnellsten Damen sein kann. So gesehen schaue ich positiv und zuversichtlich nach St. Moritz. Soweit zu den Zielen und Erwartungen; ich werde versuchen, wieder die schnellsten Skier zu haben. Ich hoffe, dass die Ergebnisse dann entsprechend sind.

Was bedeutet für dich der Sommer, und was machst du in der Zeit zwischen dem Saisonfinale und dem Beginn eines neuen Ski-Winters?

Laurenne Ross: Ich genieße jede Jahreszeit und all die verschiedenen Facetten, die sie bieten. Beim Winter denke ich an den Schnee, das Skifahren und den heißen Tee. Im Frühjahr freue ich mich über Blumen. Auch das Lernen an der Universität gehört dazu. Im Sommer stehen die Trainings an, aber auch die Berge, das Meer und die unterschiedlichen Abenteuer sind Teile der warmen Jahreszeit, die ich nicht missen will. Im Herbst gefallen mir die Farben und die Ruhe. Jede Jahreszeit für sich hat etwas Besonderes, und die Mannigfaltigkeit hilft mir, meine innere Balance zu finden. So könnte ich nicht leben, wenn es nur einen Winter oder einen Sommer über das ganze Jahr geben würde.

Ich brauche die Zeit weg vom Schnee, um zu lernen, aber auch, um mich zu motivieren und meinen Hunger nach mehr zu stillen. Derzeit bin ich in Neuseeland, und ich bin froh, nach einem kurzen, heißen Sommer wieder in die verschneiten Berge zu kommen. Dann fühle ich mich wie daheim. Ich liebe die Abwechslung; und dazu zählen beispielsweise ein Ausflug an den Ozean oder in die Wüste. Erst dann kann ich meinen Lebensstil finden.

Blicken wir ins Jahr 2010. Da hast du die Gesamtwertung im Nor-Am Cup gewonnen. Wie wichtig war das, um das Startticket für die Weltcuptour zu bekommen? Was würdest du jungen Athleten empfehlen, die versuchen, in den Weltcup zu kommen?

Laurenne Ross: Es war ein riesiges Gefühl, den Nor-Am Cup zu gewinnen. Dadurch habe ich mir einen garantierten Fixplatz im Weltcup gesichert. Dennoch ist der Unterschied zwischen der nordamerikanischen Rennserie und dem Weltcup sehr groß. Der Europacup ist definitiv ein Schritt nach oben. Die Rennen verfügen über eine extreme Dichte. Für mich waren sie eine wirklich gute Erfahrung, um dann den nächsten Schritt im Weltcup zu setzen.

Zudem sind die Einsätze im Europacup eine bedeutende Stufe für jede Rennfahrerkarriere. So empfehle ich, diese kleinen Rennen zu bestreiten, um sich gut für den Weltcup vorzubereiten und dann die Herausforderung anzunehmen. Dann soll man bescheiden bleiben. Selbst wenn ich das von Zeit zu Zeit immer noch vergesse, soll man sich nicht mit anderen vergleichen, obgleich wir alle im gleichen Boot sitzen. Manchmal, so denke ich, ist das Gefühl der Gemeinschaft im Skirennsport verloren gegangen. Darüber hinaus hoffe ich, dass die Berücksichtigung all dieser einzelnen Komponenten im Sport helfen können.

Auf deiner Internetseite hast du inspirierende Worte übers Skifahren geschrieben. „Ich wollte schnell fahren, um das Gefühl der Schwerelosigkeit, der Strömung, der Zufriedenheit und der Euphorie zu erleben. Ich erinnere mich ein paar Mal in diesem Jahr, das Gefühl für mehr gefunden zu haben.“ Außerdem bist du eine Fotokünstlerin. Wie findest du das Gleichgewicht zwischen deinen künstlerischen Interessen und deiner Karriere als Sportlerin?

Laurenne Ross: Meine künstlerischen Aktivitäten sind für mich wichtig. Dadurch kann ich eine ausgewogene Denkart haben. Obwohl ich keineswegs immer die Zeit und die Muße habe, meine Kunst seriös zu betreiben, genieße ich die auf diesem Weg erhaltene Unabhängigkeit. Fotos helfen mir, Dinge von einer anderen, ja neuen Perspektive zu sehen. Ich liebe es, diese Dinge zu tun. Langsam, aber sicher, bin ich mit meinem Bachelorstudium an der Universität von Oregon fertig. Ich bin mir noch nicht sicher, was ich nach meiner Karriere als Skirennfahrerin machen werde. Hoffentlich kann ich mich in einem Bereich des nachhaltigen Designs oder in einer ähnlichen Branche entfalten und meine positiven Betrachtungsweisen ins Spiel bringen. Die Kreativität ist etwas, und darum bemühe ich mich, um mein Gefühl zufriedenzustellen.

Bericht und freie Übersetzung für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.fis-ski.com

© Kraft Foods  /  Laurenne Ross (USA)

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