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Marie-Michèle „Mitch“ Gagnon im FIS-Interview

© Gerwig Löffelholz / Marie-Michèle Gagnon (CAN)

© Gerwig Löffelholz / Marie-Michèle Gagnon (CAN)

Nach einer Schulterverletzung kehrte sie in der letzten Saison wieder zurück. Die Rede ist von Marie-Michèle Gagnon. Die kanadische Skirennläuferin ist im Weltcupzirkus beliebt und immer für eine gute Platzierung zu haben.

Blicken wir in den letzten Winter zurück. Marie-Michèle, du hast dich vor den Olympischen Winterspielen in Sotschi an der Schulter verletzt und hattest danach eine harte Saison. Woher hast du die Motivation genommen, weiter zu kämpfen. Wie hart war der Weg zurück in die Weltspitze?

Ich kann die Frage am besten beantworten, wenn ich sie in den Kontext stelle. Nach der Schulterverletzung in Sotschi beschlossen wir, gemeinsam mit den Ärzten, auf eine Operation zu verzichten. Meine Schulter hat alle Tests bestanden und schien wirklich stabil. Leider gab es dann einen Vorfall in der Turnhalle, als ich zu Fall kam. Ich renkte mir wieder meine Schulter aus. Auch beim Skifahren hatte ich Problem und im Weltcup lief es auch nicht wie gewünscht.

Mit der instabilen Schulter fühlte ich mich nicht so gut, trotzdem beschloss ich, weiterhin Rennen zu bestreiten. Auch wenn ich auf die Schulter aufpasste, lies sich der Stangenkontakt beim Rennfahren nicht vermeiden. Auf der psychischen Ebene war es wichtig wieder die Sicherheit und das Selbstvertrauen zu finden. Unser Sport ist immer mit einem Risiko verbunden. Wenn man im Training nicht an seine Grenzen geht, ist es schwierig beim Rennen zwei schnelle Läufe ins Ziel zubringen.

Hier bin ich den Leuten dankbar die mich unterstützt und motiviert haben. Dazu zählten mein Freund Travis Ganong, meine Familie, meine Teamkolleginnen und meine Trainer. Ich erhielt auch viele aufmunternde Worte meiner Konkurrentinnen aus verschiedenen Ländern. Ich bin sehr glücklich, dass der Rennsport so fair ist. Nach der Saison war mir klar, ich brauche eine stabile Schulter und einen freien Kopf. Daran haben wir in der Vorbereitung auf die letzte Saison gearbeitet.

Nach zwei Jahren scheinst du den Schlüssel gefunden zu haben. Du bist wieder auf einem Podium gestanden. Was bedeuten für dich der dritte Platz im Slalom von Crans-Montana und der Sieg bei der Alpinen Kombination in Soldeu?

Dass ich nach zwei Jahren wieder auf dem Podest stand war großartig und hat mein Selbstvertrauen gestärkt. All die harte Arbeit auf dem Weg zurück hat sich ausgezahlt. Es war nicht immer leicht für mich. Die Reha- und Physiotherapien, die acht Stunden pro Tag in der Turnhalle von Calgary  haben Früchte getragen. Ich musste in der Vorbereitung einige Opfer bringen, aber all dies war vergessen als ich auf das Podium steigen durfte.

Die Alpine Kombination ist nicht bei allen Rennläuferinnen beliebt. Warum ist das so?

Ich habe mich immer als Allrounderin gesehen, auch wenn mein Schwerpunkt auf den technischen Disziplinen lag. Die beiden Durchgänge bei einer Alpine Kombination ist schon eine gewisse Belastung für die Rennläuferinnen. Ich habe schon immer die Geschwindigkeit und das Adrenalin geliebt. Meine Leistungen im Slalom können sich sehen lassen.  Dies, kombiniert mit meiner Freude an der Geschwindigkeit, hat mich zu einer Kombiniererin gemacht. Ich persönlich mag diese Disziplin, denn sie erfordert eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeit, sowie der Fertigkeit, das Gehirn im Super-G-, Abfahrts- und Slalommodus einzuschalten.

Skifahren ist ein Leistungssport der einfach viel Training erfordert. Ich denke die Kombination ist nicht so beliebt, da den Rennläuferinnen einfach die Zeit fehlt sich allen Disziplinen zu widmen und diese zu trainieren. Darum gibt es weniger Kombi-Spezialistinnen, was aber nicht heißen soll dass es einfacher ist in der Kombi zu gewinnen, als in einer anderen Disziplin.

Im letzten Winter hast du die Top-15 in drei Disziplinen erreicht. Das ist nur sechs Damen gelungen. Was ist das Geheimnis einer guten Allrounderin, so konstant in mehreren Disziplinen zu sein?

Die Antwort lautet: Ausdauer! Es klingt kitschig, aber es ist wahr. Es dauerte acht Jahre, bis ich im Weltcup richtig Fuß fassen konnte, und der Kampf ist noch nicht vorbei. Ich habe einen viel höheren Anspruch als in drei Disziplinen in den Top-15 zu sein. Aber es ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung. Um konstant vorne mitzufahren braucht man einen Plan, an welchen man sich auch halten muss. Man darf sich nicht von Erfolgen blenden lassen und muss immer hart trainieren. Mit dem gesteckten Ziel vor Augen muss man immer 100 Prozent geben und man darf das Vertrauen in sich selbst nicht verlieren.

Du hast gute Chancen in der kommenden Saison in der WM-Kombi von St. Moritz erfolgreich zu sein. Hast du deinen Fokus auf die Kombination gelegt, oder möchtest du auch in Slalom und im Riesentorlauf ganz nach vorne fahren?

Die Kombi, der Riesentorlauf und der Slalom sind alle gleich wichtig. Das gilt für die Weltcupsaison ebenso wie bei den großen Veranstaltungen. Alle sind in einer Weise miteinander verknüpft. Wenn ich im Riesenslalom gut Ski fahre, bekomme ich auch einen guten Impuls für die anderen Disziplinen. Das gleiche gilt auch für die andere Disziplinen. Je mehr ich trainiere, umso mehr kann ich mich verbessern.

Eine Skiweltcup-Saison fernab der Heimat kann sehr lange sein. Die meiste Zeit bist Du mit deinen Teamkolleginnen unterwegs. Es macht den Eindruck, die kanadische Mannschaft ist wie eine kleine Familie. Wie wichtig ist diese Atmosphäre für dich, und wie würdest du deine Rolle innerhalb des Teams beschreiben?

Während der Weltcup-Saison ist das Team meine Familie. Meine Mannschaftskolleginnen sind meine Schwestern, meine Physiotherapeutin wie eine Art Mutter (oder große Schwester, sorry Sarah! (lacht)).  Meine Trainer und Techniker sind wie mein Vater (lacht).

Wir sind ein echt feines Team, wir reisen um die Welt, übernachten in Hotels, feiern Weihnachten und Silvester zusammen. Die Siege helfen uns über schlechte Tage hinweg. Meine Rolle im Team ist jene, gemeinsam mit Erin, der ältesten Kollegin, den Jüngeren zu helfen. Skifahren ist zwar ein Einzelsport, aber wir stehen sehr gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Blick in die sozialen Medien zeigt, dass du eine leidenschaftliche und eifrige Outdoor-Sportlerin bist. Was ist deine Lieblingsbeschäftigung im Sommer? Kannst du auch einmal herunterfahren und entspannen, oder brauchst du immer die Herausforderung. Wie schaut ein typischer Sommertag für dich aus?

Meine Lieblingsbeschäftigung im Sommer sind Mountainbike fahren, Wandern, Paddeln, Skitouring, Tennis und Schwimmen. Das tut mir gut und ich kann dabei wirklich entspannen. Aber ich schlafe auch gern lang und liege sehr gerne in meiner Hängematte am Strand. Ich bin auch auf der Universität, um mich weiterzubilden und mein Gehirn ein bisschen mehr anzustrengen.

Ein typischer Tag sieht in der Regel so aus: Drei bis fünf Stunden Training mit einem Mix aus Fitness, Slackline und vielem mehr. Dann versuche ich, ein bis zwei Stunden von der Uni-Arbeit nachzuholen und am Computer zu arbeiten.  Auch im Haushalt fällt einiges an Arbeit an. Zur Entspannung gehe ich gerne an den Strand, eine Stunde am Tag ist da festeingeplant.

Quelle: www.fis-ski.com

Übersetzung für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

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