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Michi Kirchgasser im Skiweltcup.TV Interview: „Daheim Rennen zu fahren ist immer ein großes Highlight“

© Kraft Foods  /  Michaela Kirchgasser (AUT)

© Kraft Foods / Michaela Kirchgasser (AUT)

Filzmoos – Michaela „Michi“ Kirchgasser wurde im März 1985 in Schwarzach im Pongau geboren. Sie fährt  hauptsächlich in den technischen Disziplinen Slalom und Riesentorlauf und auch in der Super-Kombination. Bereits im Alter von 14 Jahren erzielte „Kirchi“ ihre ersten Erfolge bei den Schülermeisterschaften und den Riesenslaloms des Trofeo Topolino. Im Europacup erzielte sie 13 Podestplätze und stand siebenmal ganz oben.

Im Dezember 2001 durfte sie erstmals bei einem Slalom im Weltcup starten und erreichte mit der sehr hohen Startnummer 77 den ausgezeichneten 17. Platz. Ihr großes Talent unterstrich sie wenige Wochen später, als sie bei ihrem zweiten Einsatz 14. wurde. Bei den Olympischen Winterspielen im norditalienischen Turin im Jahre 2006 wurde die Salzburgerin sehr gute Fünfte im Torlauf und Sechste in der Kombination. Im November des gleichen Jahres stieg die sympathische Athletin beim Riesentorlauf von Aspen das erste Mal auf das Podium. Bei der WM des Folgejahres im schwedischen Ǻre errang sie die Goldmedaille im Teambewerb und schrammte im Riesentorlauf knapp an einer weiteren Medaille vorbei. Mit dem neunten Rang im Slalom bestätigte sie ihre gute Form.

2007, im Februar, siegte sie das erste Mal. Beim Riesentorlauf in der Sierra Nevada siegte sie vor Teamkollegin Niki Hosp und der Finnin Tanja Poutiainen. Das Jahr 2007 verlief sehr gut, denn sie wurde am Ende der Saison Dritte in der RTL-Wertung, Vierte in der Kombi-Wertung und freute sich am Ende über den achten Gesamtrang. Die folgende Saison lief durchwachsen, ehe sie 2008/09 einige gute Rennen wieder bestritt, jedoch beim Training zur Abfahrt in Tarvis böse zu Sturz kam. Durch eine Knorpelimpressionsfraktur im linken Oberschenkel wurde die Saison für die WM-Fünfte im Riesenslalom jäh beendet.

Wieder genesen, fuhr die ÖSV-Athletin, die in ihrer Karriere einmal Juniorenweltmeisterin wurde, 5 FIS-Rennen für sich entschied, sehr gute Rennen in den Super-Kombinationen und sicherte sich am Ende den dritten Rang in der Disziplinenwertung. Auch bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver konnte sie mit dem neunten Platz in dieser Disziplin überzeugen. Bei der WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen belegte sie im Teambewerb Platz zwei. Und in der Folge gewann sie sowohl in Kranjska Gora als auch in Schladming im Jahre 2012. Im Parallelslalom von Moskau unterlag sie nur der späteren Siegerin Julia Mancuso im Finale und freute sich über den zweiten Platz. Im Slalomweltcup wurde sie ausgezeichnete Zweite. Bei der Heim-WM in Schladming 2013 startete sie mit „Blech“ in der Super-Kombination. Doch mit dem zweiten Rang und dem Sieg im Torlauf bzw. dem Teambewerb unterstrich die fünffache Staatsmeisterin ihre gute Form, die hoffentlich auch bei den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi anhält.

Im Interview sprach Kirchgasser über die Lehren und Hoffnungen aus der letzten in Bezug auf die kommende Saison, die Leistungen, das Training, die Gratwanderung beim Überschreiten möglicher Limits und vieles mehr.

© Kraft Foods  /  Michaela Kirchgasser (AUT)

© Kraft Foods / Michaela Kirchgasser (AUT)

skiweltcup.tv: Michi, auch wenn das letzte Rennen des letzten Winters sehr lange her ist, wie würdest du in drei Worten deine letzte Saison charakterisieren? Und welche drei weniger guten Eigenschaften möchtest du im Hinblick auf die nahe Olympiasaison 2013/14 weitestgehend ausmerzen?

Michi Kirchgasser: Wenn ich drei Worte zur abgelaufenen Saison sagen möchte, würde ich das Auf und Ab, die Heim-WM als Höhepunkt und die Einzelmedaille im Slalom erwähnen. Ausmerzen indessen möchte ich gerne die fehlende Konstanz, die Nervosität und meine Verkrampfung vor den Rennen.

skiweltcup.tv: Der alpine Skisport ist für manche Laien ein schlimmer Sport. Viele Freizeitunfälle in der kalten Jahreszeit gehen auf sein Konto. Eine Unfallursache ist die mangelnde körperliche Fitness. Welche Trainingstipps würdest du ad hoc einem Laien geben, dass er gut und sicher durch den Winter kommt?

Michi Kirchgasser: Natürlich ist durch die Carvingskier das Skifahren für jedermann leichter geworden, zumindestens vom Gefühl…. Man sollte jedoch auf keinen Fall ohne eine Vorbereitung in den Winter starten. Wenn man zwei bis drei Mal in der Woche laufen geht und auch Bauch- und Rückenübungen macht, ist das schon ein guter Schritt, um den Winter fit zu überstehen. Ein wichtiger Punkt ist selbstverständlich auch die Kontrolle des Tempos auf der Piste!

skiweltcup.tv: Die Leistung, die du jahrein jahraus im alpinen Skisport abrufst, ergibt sich im Regelfall durch deine vielseitige Technik, deinen Trainingsfleiß, deine Rennbasis-Technik und deine knallharte Einstellung zur Materie. Eine optimale Ausbildung rundet das Ganze ab und gestattet Topleistungen. Welche Charaktere benötigt man, um mehr als nur ein Sonntagsfahrer zu werden? Reichen Talent und Ehrgeiz aus?

Michi Kirchgasser: Talent und Ehrgeiz reichen, um sich in den Jugendjahren gut zu etablieren. Doch ab dem Europacuplevel ist damit Schluss. Der Sprung vom Europa- in den Weltcup ist doch ein ziemlich großer, und es gehören eben neben Talent und Ehrgeiz noch Konzentration, Feinarbeit und vor allem das harte Training noch dazu. Speziell im Trockentraining muss man sich quasi quälen können. Im Skisport kommen große Lasten auf den Körper zu, die man vorher annähernd trainieren muss, um dann nicht überrascht zu werden.

© Kraft Foods  /  Michaela Kirchgasser (AUT)

© Kraft Foods / Michaela Kirchgasser (AUT)

skiweltcup.tv: Man weiß, dass Training ein planmäßiger Prozess ist, der die Optimierung, die Stabilisierung, aber auch hie und da die Reduzierung der komplexen Leistungsfähigkeit beabsichtigt. Was dürfen wir über deinen Ist-Zustand in Bezug auf das laufende Sommertraining in Erfahrung bringen, und worauf legst du am meisten wert?

Michi Kirchgasser: Für mich ist es wichtig, dass ich knieschonend trainiere. Das Knie ist nämlich leider meine Problemzone. Aber mit meinem Konditionstrainer Hannes Zöchling habe ich einen individuell abgestimmten und komplexen Trainingsplan erstellt, der mich topfit gemacht hat. So haben wir bereits mit dem Maximalkrafttraining sehr gute Erfahrungen gemacht, und im Herbst kommt dann noch die Schnellkraftausdauerkomponente dazu.

skiweltcup.tv: Mittlerweile weiß jeder Wintersportfan, dass im Februar des nächsten Jahres die Olympischen Winterspiele im russischen Sotschi auf dem Programm stehen und dass der teaminterne Konkurrenzkampf innerhalb des ÖSV-Teams oft hart ist. Was können wir uns daher für die bevorstehende Saison 2013/14 erwarten, und mit welchen persönlichen Ambitionen gehst du selber in sie?

Michi Kirchgasser: Es wird bestimmt wieder ein sehr harter Kampf um die Tickets für Sotschi werden. Für mich wären es die dritten Olympischen Winterspiele, und ich möchte gewiss nicht nur dabei sein, sondern auch um Edelmetall mitkämpfen. Ich bin in Schladming so richtig hungrig geworden und habe natürlich die Spiele in Russland im Kopf. Doch in Österreich muss auch die Saison bis zu den Spielen passen, sonst ist man gar nicht dabei…

skiweltcup.tv: Mit Jürgen Kriechbaum hast du einen neuen Trainer an deiner Seite. Wie bedeutend ist es für dich, dass ein Trainer Psychologe, Impulsgeber und allenfalls ein guter Freund ist? Der Psychologe sollte möglichst negative Tendenzen schon im Keim erkennen und potentiellen Entwicklungen negativer Prägung entgegenwirken. Oder muss jede Athletin im Weltcupzirkus mental so stark sein, um mit schwierigen Situationen klarzukommen?

Michi Kirchgasser: Die Kommunikation zwischen Trainer und Athleten sollte immer gut funktionieren. Es ist einfach für die Arbeit wichtig, und es geht auch viel mehr weiter, wenn Harmonie herrscht. Die mentale Arbeit bzw. der mentale Anteil im Skizirkus ist einer der wichtigsten auf dem Weg zum Erfolg. Gemeinsam trainieren geht da nicht, weil wirklich jeder eine andere Einstellung zur Materie hat, da dieser Bereich sehr individuell ist. Wenn ein Trainer da helfen kann, ist es gewiss sehr hilfreich, aber es ist auch Mut zur Selbsterkenntnis notwendig, um dort einen guten Schritt nach vorne zu machen.

© Gerwig Löffelholz  /  Michaela Kirchgasser (AUT)

© Gerwig Löffelholz / Michaela Kirchgasser (AUT)

skiweltcup.tv: Didier Cuche, der Schweizer Abfahrtsspezialist, überraschte alle nach einem Sieg mit einer sehr eigenwilligen Art, seine Ski abzuschnallen. Und die Schwedin Anja Pärson, sobald sie einen Triumph eingefahren, feierte auf ihre Art mit einem herzhaften Bauchrutscher. Was würdest du uns vorführen, wenn du in diesem Winter inklusive den Olympischen Winterspielen im Februar, zur Seriensiegerin avancieren würdest?

Michi Kirchgasser: Wenn ich zur Seriensiegerin avancieren würde, würde ich spontan entscheiden, was ich machen werde (lacht).

skiweltcup.tv: Deine Sportart lebt auch von tragischen Unfällen oder vom Reiz des Gefährlichen, wenn wir an Hans Grugger oder auch an die hoffentlich bald wieder komplett genesene Lindsey Vonn denken. Niemand will einen Sturz sehen und trotzdem redet man davon, wenn man live dabei war. Muss die Sicherheit im alpinen Skisport neu definiert werden, oder müssen Fans und Organisatoren auch etwas umdenken lernen, zumal die Sportler keine Maschinen sind…

Michi Kirchgasser: Leider hat es immer wieder schwere Unfälle gegeben. Es wird immer alles schneller und komplexer, und jede Skiausrüsterfirma will natürlich das beste Material zur Verfügung stellen. Meiner Meinung nach ist für die Sicherheit schon viel getan worden, aber es wird immer ein für mich wichtiger Punkt ausgelassen, und das ist der Athlet selbst. Wir haben die Motivation, immer das Beste zu geben, um schnell zu sein. Man bewegt sich immer am Limit, und wenn man sich am Limit bewegt, … kann es auch passieren, dass man dieses überschreitet, zu weit geht, und dann passieren die Unfälle.

skiweltcup.tv: Michi, wenn man dich als Allrounderin ansieht, kommen pro Saison fast 40 Rennen zusammengepfercht in vier, fünf Monaten auf dich zu. Muss man den Kalender neu überdenken oder wäre es besser, weniger Rennen in den Weltcupzirkus aufzunehmen und dafür einige Phasen der Erholung einzubauen?

Michi Kirchgasser: In den letzten Jahren bin ich doch mehr zu einer Technikspezialistin geworden und habe nur mehr vereinzelt an den Super-Kombinationen teilgenommen. Auf diese Weise habe ich genug Zeit, mich auf die technischen Rennen vorzubereiten. Jene Athleten, die alle Rennen fahren, sind wirklich nicht zu beneiden, und da wäre es schon wichtig, eine Neuerung zu haben. Welche? Tja…, das ist die große Frage!

© Gerwig Löffelholz  /  Michaela Kirchgasser (AUT)

© Gerwig Löffelholz / Michaela Kirchgasser (AUT)

skiweltcup.tv: Im Oktober wird auf dem Rettenbachferner in Sölden der Olympiawinter 2013/14 seine Tore öffnen. Werden wir dich im Ötztal auch sehen, und welches ist dein ganz persönlicher Lieblingshang bzw. mit welcher Strecke musst du erst deinen Frieden erst finden? Bitte begründe deine Ausführungen!

Michi Kirchgasser: Ja, in Sölden werde ich fahren. Ich habe auch noch eine ordentliche Rechnung mit diesem Hang offen. Er hat mir bis jetzt keine guten Ergebnisse gebracht, aber was noch nicht ist, kann ja nicht werden. Mein Lieblingshang hingegen ist jener in Flachau. Es ist ein richtiges Heimrennen für mich. Auch wenn es dort noch nicht so richtig funktioniert hat, ist es die Stimmung, die Fans, der Hang, die Austragungszeit und vieles mehr. Und daheim in Österreich Rennen zu fahren ist immer ein absolutes Highlight!

Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner  

 

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