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Mikaela Shiffrin: Ihr Interview zum Comeback

© Ch. Einecke (CEPIX) / Mikaela Shiffrin

© Ch. Einecke (CEPIX) / Mikaela Shiffrin

Crans-Montana – Wenn am Montag in einer Woche der Slalom der Damen in Crans-Montana ausgetragen wird, finden wir wieder einen bekannten Namen in der Startliste, nämlich jenen der US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin.

Einen Monat früher als geplant wird die Olympiasiegerin und Weltmeisterin wieder in das Renngeschehen eingreifen. Das Knie ist wieder heil.

Seit wann bist du tatsächlich wieder auf Schnee?

Mikaela Shiffrin: “Seit 30. Jänner. Aber anfangs musste ich die Geschwindigkeit wirklich niedrig halten, um die Kräfte, die auf die Gelenke wirken, zu beschränken. Wir wollten einfach schauen, wie mein Knie auf Ski und Schnee reagiert, bevor wir mehr Energie in das Ganze stecken. Am Mittwoch kam mein Servicemann Kim Erlandsson zu mir nach Colorado. Die Trainings haben gezeigt, dass dem Comeback nichts im Wege steht.”

Wie hat sich die Zwangspause auf deine Laune niedergeschlagen?

“Gar nicht. Eine Weile hielt ich meinen Kopf im “Rennmodus”, weil es möglich schien, schon in Marburg zurückzukehren. Bei jedem Rennen, das ich mir ansah, hab ich so getan als würde ich mitfahren und hab mir vorgestellt, wie ich anders als die anderen Mädels skifahren könnte.

Wer hat dich auf andere Gedanken gebracht, wenn es dir mental einmal nicht so gut ging?

“Meine Mutter schafft es ziemlich gut, mich aufzuheitern. Oder meine beste Freundin, die in Boston studiert. Sie ist eine der Wenigen, mit denen ich dank Skype regelmäßig Kontakt halten kann.”

Wie gut warst du mental auf so eine verletzungsbedingte Zwangspause vorbereitet?

“Eigentlich gar nicht, weil ich in der Kraftkammer wahnsinnig hart an meiner Fitness und meinem Kraftniveau arbeite, um solche Verletzungen zu vermeiden. Ich stürze recht selten, weil ich eher bremse als mich in Gefahr zu begeben. Ich hatte Glück, mir ausgerechnet die zwei Teile im Knie zu verletzen, die von selbst heilen. Ein Kreuzbandriss wäre wesentlich schwieriger für mich gewesen. So habe ich die Verletzung wie eine Schnittwunde gesehen, die man einfach zuheilen lassen muss.”

Wie intensiv hast du den Weltcup während deiner Verletzungspause verfolgt?

“Ich habe jedes Rennen gesehen, Männer wie Frauen. Ich liebe es, Skirennen anzusehen und bekomme Gänsehaut, selbst wenn ich nur zu Hause auf der Couch sitze. Besonders habe ich die Männerbewerbe genossen. Die Jungs fahren jedes Rennen mit einer Intensität, als wäre es ihr Letztes. Die wichtigste Funktion des “Weltcupkonsums” aber war, mich motiviert zu halten.”

Was hat dich am meisten gefesselt?

“Wahrscheinlich das Slalomduell Hirscher gegen Kristoffersen, sie sind die einzigen, die ihre Ski so benützen als wären sie Teil ihrer Füße.”

Hast du daran gedacht, deine Comebackpläne vom Erhalt des Verletztenstatus abhängig zu machen?

“Nie! Ich bin stark, mental bereit, habe keine Symptome einer Verletzung. Es gab keinen Grund, das Comeback aufzuschieben. Der sicherste Weg, etwas zu bereuen, wäre nicht zu starten, wenn ich hundertprozentig bereit bin. Ich bin von ganzem Herzen Rennläuferin, ich gehöre ins Starthaus.”

Hat die Verletzung Auswirkungen auf deine Speed-Pläne?

“Nein. Wenn ich mich in meinem ersten Super-G verletzt hätte, würde ich vielleicht anders denken. Aber es ist im Riesentorlauf passiert, einer Disziplin, die ich mein ganzes Leben gefahren bin. Das zeigt, dass jederzeit alles passieren kann und ich mich nur bestmöglich dafür wappnen kann.”

Wie wichtig war das Vertrauen ins Material während deines Comebackprozesses?

“Überaus wichtig, weil ich wusste, dass ich meine Hausaufgaben in der Vorbereitung gemacht habe, daher nichts aufholen muss. Mein Atomic Equipment ist bereit und hat auf mich gewartet, bis ich auch bereit bin.”

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