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Mit Dominik Schwaiger wächst beim DSV ein Hochkaräter heran

Dominik Schwaiger noch ohne Helmsponsor

Dominik Schwaiger noch ohne Helmsponsor

Alta Badia-Hochabtei – Gestern haben wir beim Parallelriesentorlauf in Alta Badia-Hochabtei einen norwegischen Doppelsieg, zahlreiche Ausfälle der Favoriten und einen beherzt auffahrenden deutschen Athleten gesehen. Und um den Letztgenannten geht es in diesem Text: Dominik Schwaiger.

Der vierte Platz ist nicht nur sein bestes Weltcupergebnis in seiner noch sehr jungen Karriere, sondern auch ein Indiz dafür, dass wir in Zukunft nicht nur auf Felix Neureuther, Fritz Dopfer, Stefan Luitz und Linus Straßer schauen sollen. Der Oberbayer will sich über kurz oder lang in der Spitze etablieren. Eine Duftmarke hat er schon gestern gesetzt.

Schwaiger, dessen Verein der WSV Königssee im Berchtesgadener Land ist, setzte sich am gestrigen Montagabend bravourös in Szene und war der einzige Nicht-Skandinavier unter den besten Vier. Sein Trainer Matthias Berthold freut sich mit ihm und betont, dass alle eine „super Gaudi“ gehabt hätten.

Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten ersten Parallelriesenslalom der Weltcupgeschichte gab es auch kritische Töne. So wäre es für viele eine zu dichte Staffelung der Renntermine, andere waren begeistert. Aber immer, wenn etwas neu ist, kann man es nicht jedem recht machen. Das ist im Ski-Zirkus nicht anders.

Dann kam Schwaiger. Im Sechszehntelfinale düpierte er gleich den Norweger Henrik Kristoffersen, im Duell der letzten Acht kegelte er Alexis Pinturault aus dem Bewerb. Mit Coolness und Abgebrühtheit drang er bis ins Semifinale vor und landete – wie gesagt – dann im kleinen Finale auf Rang vier. Berthold streute seinem Schützling Rosen und gab zu Protokoll, dass der DSV-Youngster eigentlich der einzige Außenseiter im Feld gewesen wäre.

Schwaiger zeigte extrem gute Schwünge, auch wenn man 20 Sekunden Fahrtzeit und 15 Tore keinesfalls mit einem klassischen Riesentorlauf vergleichen kann. Er selbst kann sein Glück noch nicht fassen und meint, dass er nichts dagegen hätte, wenn es in einer solchen Tonart weitergehen würde. Bis gestern Spätnachmittag standen ein 19. Rang, just eingefahren am Sonntag auf der Gran Risa und ein 21. Platz in St. Moritz vor einem Jahr auf seinem Habenkonto. Der vierte Platz beflügelt den Deutschen, keine Frage, doch er bleibt strebsam und fokussiert, will er sich ja im Konzert der Großen etablieren. Ein Ziel, das seine Bescheidenheit zementiert und ernst gemeint ist.

Der Sportsoldat erlitt vor sieben Jahren einen Schienbeinbruch, seine Laufbahn sei laut seiner Meinung ein Auf und Ab. Trotzdem feierte er im letzten Jahr sein Debüt in der Königsklasse des Skirennsports, dem Weltcup. Ein kleines Tief steckte er weg, und nun geht es aufwärts. Eins ist gewiss: Der vierte Platz wird sicher keine Eintagsfliege sein und macht Appetit auf mehr. Bei den Trainingseinheiten kann er seinen erfahrenen Teamkollegen Fritz Dopfer und Felix Neureuther das Wasser reichen und hängt sie ab und zu auch mal ab. So wie gestern.

Wir können gespannt sein, was der Oberbayer im nächsten Rennen zeigen kann. Die Unbekümmertheit kann ihm helfen. Er ist auf dem richtigen Weg. Berthold, der seinem Athleten sogar attestiert, dass er noch mehr Profi geworden ist, hat einen Hochkaräter in seinem Team. Und wenn er nicht „von außen“ verheizt wird, wird er uns noch sehr viel Freude bereiten, selbst wenn seine Laufbahn noch ganz am Anfang steht.

Dominik Schwaiger (GER)

Dominik Schwaiger (GER)

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.focus.de

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