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ORF-Skikommentator Peter Brunner im skiweltcup.tv-Interview: „Ein heißes Duell zwischen Gut und Vonn bis zum letzten Rennen hätte ich mir gewünscht!“

Peter Brunner (Foto: ORF)

Peter Brunner (Foto: ORF)

Wien – Der 42-jährige ORF-Skikommentator Peter Brunner ist ein bekanntes Gesicht. Seit 1997 ist er als Reporter im alpinen Ski-Weltcup unterwegs, seit Ende 2004 ist er als Kommentator und Präsentator im Einsatz. Im skiweltcup.tv sprachen wir mit dem gebürtigen Oberösterreicher über die letzte Saison, die Berufsaussichten in der Medienwelt und einiges mehr.

skiweltcup.tv: „Herr Brunner, wenn wir auf die abgelaufene Saison 2015/16 blicken: Warum sind in Ihren Augen Lara Gut und Marcel Hirscher die wahren Sieger des letzten Ski-Winters? Hatten Sie zu Beginn der Saison, als sich die Weltelite auf dem Rettenbachferner in Sölden zum ersten Rennen traf, andere Namen auf dem Zettel?“

Peter Brunner: „Lara Gut hat in der abgelaufenen Saison endlich wieder Konstanz in allen Disziplinen gezeigt. Besonders wichtig war für sie, dass es auch im Riesentorlauf wieder klappt. Das hat sie mit ihrem Sieg in Aspen im November gleich bewiesen. Sie konnte die Anzahl ihrer Ausfälle minimieren, und war bei allen Starts nur dreimal nicht in den Top-15. Dass sie ausgerechnet in St. Moritz beim Weltcupfinale die große Kugel stemmen durfte, war eine besonders schöne Geschichte. An diesem Ort ist sie ja als 16-jähriges Wunderkind auch im Weltcup durchgestartet. Ich hatte sie natürlich in Sölden auf meiner Rechnung, man muss aber fairerweise zugeben, die letzten Rennen wären ohne den verletzungsbedingten Ausfall von Lindsey Vonn für Lara sicher nicht so locker verlaufen. Ein heißes Duell zwischen Gut und Vonn bis zum letzten Rennen hätte ich mir auch für die Skifans am Bildschirm gewünscht. Marcel Hirscher hat vor allem durch seine enorme Steigerung im Super-G einmal mehr bewiesen, dass er zurecht bereits in einer Reihe mit Marc Giradelli oder Toni Sailer steht. Die Trainings-und Podestmaschine Marcel zeigte auch auf dem Weg zur fünften großen Kugel in Folge keinerlei Abnützungserscheinungen. Rang sechs in der Super-G-Gesamtwertung macht mich sehr neugierig, was er uns im nächsten Winter in den schnellen Disziplinen servieren wird.“

skiweltcup.tv: „Was raten Sie jungen aufstrebenden Menschen, die ihr Glück in der Medienwelt suchen wollen. Reichen neben einer guten Allgemeinbildung, die notwendige Einsatzfreude und eine Handvoll Praktika aus, oder spielen andere Aspekte wie beispielsweise die richtigen Beziehungen oder das auch im Skisport so wichtige Quäntchen Glück eine Rolle zwischen Traumberuf und Berufstraum?“

Peter Brunner: „Ich sage zu jedem, dass man bitte einfach nicht lockerlassen und sich durchkämpfen muss. Ich konnte meinen Berufstraum, den ich schon in der Volksschule mit sieben Jahren hatte Gott sei Dank wahr werden lassen. Ich habe damals mit meinem besten Freund Heimo auf der Stereoanlage unsere gespielten Sportreportagen auf Tonbandkassette (wer es noch kennt!!) aufgenommen. Mit 15 Jahren habe ich einen Brief an den Sportchef im ORF Studio OÖ in Linz, an Ö3-Reporterlegende Manfred Payrhuber geschrieben: ‚Mein Name ist …, ich bin ein Schüler aus Wels und möchte gerne Sportreporter werden…‘ Der hat mir nicht geantwortet. Dann habe ich einfach angerufen und er hat gemeint, kommen Sie doch bei mir vorbei. Seine Worte ‚zahlen kann ich nichts, aber lernen können Sie bei mir alles‘ werde ich nie vergessen. Ab diesem Tag bin ich nach der Schule in jeder freien Minute mit dem Zug nach Linz gefahren und durfte schon mit 17 Jahren Fernsehbeiträge gestalten. ‚Learning by doing‘ ist für mich das Wichtigste. Man muss das Glück haben, auch an die richtigen Lehrmeister zu geraten.“

Peter Brunner und Alexandra Meißnitzer (Foto: ORF)

Peter Brunner und Alexandra Meißnitzer (Foto: ORF)

skiweltcup.tv: „Die US-Amerikanerin Lindsey Vonn hat sich einmal bei dem Köpfen einer Sektflasche die Beugesehne des Daumens durchtrennt. Gibt es ein kurioses Hoppala, welches Sie mit Ihrer äußerst charmanten und stets gut gelaunten Co-Kommentatorin und Expertin Alexandra Meißnitzer erlebt haben und über das sie heute immer wieder aufs Neue lachen können?“

Peter Brunner: „Das war im Dezember 2013 in Lake Louise in Kanada. In der Nacht vor dem ersten Rennen am Freitag gab es dort im Nationalpark wieder einmal geschmeidige Temperaturen um die -40 °C. Als Alexandra und ich in der Früh zu unseren Reporterkabinen, die aus etwa zwei Zentimeter starken Holzplatten einfach zusammengenagelt waren, hochstapften, herrschten noch immer -30 °C. Zum Glück waren die Hütterln nicht isoliert, und der kleine Elektroheizer hat auch über Nacht den Geist aufgegeben. Das bemerken wir, als wir die Tür nicht öffnen konnten, denn sie war mit dicker Eisschicht überzogen und eben zugefroren. Als wir das Eis aufbrachen, sahen wir, dass auch unsere Kopfhörergarnituren (mit Eisenbügeln) richtig vereist waren. Die Mikrofone daneben funktionierten wie durch ein Wunder noch. Es war das erste Mal, dass wir die Abfahrt zwei Stunden lang in voll angezogener Winterkleidung mit Daunenjacke, Kapuzen und Haube kommentierten. Wir erkannten beide lachend, dass man auch durch dicke Hauben etwas hören kann, wenn nicht gerade der Eisbär bei der Türe reinschaut.“

skiweltcup.tv: „Die letzte Saison beklagte unheimlich viele verletzte Athletinnen und Athleten. Es begann mit Anna Veith (Fenninger) und hörte mit Lindsey Vonn oder, wenn wir etwas über das Saisonfinale schauen, mit der Südtirolerin Verena Stuffer auf. Sind die Skirennläuferinnen und -läufer rein rennmäßig an ihr Limit gekommen oder ist es für Sie eher müßig, alle Jahre die unbeliebte Materialfrage in das Zentrum der möglichen Antwort zu stellen?“

Peter Brunner: „Ich glaube, dass die Rennläuferinnen durch die bei der Ski-Erzeugung verwendeten Materialien ans Limit ihrer körperlichen Möglichkeiten geraten. Die Belastungen für die Bänder und Kniegelenke sind gerade bei den heute möglichen Schräglagen enorm. Bestes Beispiel dafür ist Lindsey Vonn. Sie konnte trotz bestmöglicher medizinischer Trainingsbegleitung ihres riesigen Bertreuerteams viele schwere Verletzungen in den letzten drei Jahren nicht verhindern. Man kann den Sportlerinnen nicht vorwerfen, im Rennen immer noch mehr ans Limit zu gehen. Noch schneller fahren ist ihr Job. Wir erleben heute Nachwuchsläuferinnen, die schon drei oder vier Knieoperationen hinter sich haben, bevor sie in den Weltcup einsteigen.“

skiweltcup.tv: „Abschließend eine Frage, die ich an alle Kolleginnen und Kollegen von der Presse stelle: Sind Sie privat, sofern es seine Freizeit in der kalten Jahreszeit zulässt, auch gerne auf den Skiern unterwegs, oder betreiben Sie andere Sportarten lieber?“

Peter Brunner: „Ich bin einfach gerne in den Bergen, auch im Sommer. Ich freue mich schon, wenn ich mit meiner Familie heuer ein paar Tage in Tirol wandern gehen kann. Im Winter ist mein Sohn noch zu klein, um Ski fahren gehen zu können, aber, wenn er älter ist, geht es mit ihm natürlich gleich ab auf die Märchenwiese.“

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Peter Brunner (Foto: ORF)

Peter Brunner (Foto: ORF)

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Dajana DengscherzEurosport-Ikone Guido HeuberNadia FanchiniBernhard RussiEster LedeckáJulien LizerouxChristina „Tina“ GeigerNiki HospMarcus SandellCarina DengscherzBürgermeister Alfred M. RiedererEva-Maria BremNiklas KöckPernilla WibergBoštjan KlineRamona SiebenhoferAnton GrammelKathi GallhuberPhilipp SchörghoferEdit MiklósAndré MyhrerManuela MölggFritz DopferAlexander FröisIlka ŠtuhecHannes ReicheltBernadette SchildMarcel HirscherFederica BrignoneGünther Nierlich jun.Kira WeidleManfred MölggSki-Entwickler Mathieu FauveFabio RenzHermann MaierMatthias HüppiNicole SchmidhoferGeorg StreitbergerMarlene SchmotzOliver Polzer  – Tina WeiratherRiccardo Tonetti Aris DonzelliAndreas SanderAnnemarie Moser-PröllAna DrevNadia DelagoRoland LeitingerMirjam Puchner  – Marco SchwarzConny Hütter Dominik ParisPeter Fill  – Stephanie Venier

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