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Patrick Küng im Skiweltcup.TV Interview: „Der Sieg in Wengen ist das Größte, was man als Schweizer erreichen kann“

© Ringier  /  Patrick Küng gewinnt die Lauberhorn-Abfahrt 2014

© Ringier / Patrick Küng gewinnt die Lauberhorn-Abfahrt 2014

Der Schweizer Skirennläufer Patrick Küng nahm sich die Zeit und stand Skiweltcup.TV für ein sehr persönliches Interview zur Verfügung. Küng bestritt 1999 seine ersten FIS Rennen. Er wurde 2001 in den Swiss-Ski-Juniorenkader aufgenommen und feierte beim European Youth Olympic Festival im Slalom seinen ersten Erfolg. Im Februar 2002 bestritt der Eidgenosse seine ersten Europacupeinsätze. Vier Jahre später zog sich Küng bei einem Training sehr schwere Verletzungen zu, so dass er lange pausieren musste. 2008 feierte er am Patscherkofel seinen ersten Triumph bei einer Europacupabfahrt, weitere drei sollten folgen. 2009 konnte sich der Schweizer kurz nach seinem 25. Geburtstag bei der Super-Kombination in Wengen über sein Weltcupdebüt freuen. Ein Jahr später stieg er erstmals aufs Podest. Im Folgejahr zog er sich beim Super-G in Crans-Montana einen Kreuzbandriss zu. Nach seiner Genesung feierte er weitere Erfolge und konnte sich in der letzten Saison über zwei Weltcupsiege freuen. Zuerst gewann der 30-Jährige den Super-G von Beaver Creek und dann, fast fünf Jahre nach seinem Weltcupdebüt, den Abfahrtsklassiker am Lauberhorn.

Wir unterhielten uns mit dem Schweizer über seinen Sieg in Wengen, seine Pläne, das Sommertraining, das Lebensmotto und wagten einen Blick auf die nahe Zukunft und die bevorstehende Ski-WM in den USA, die 2015 stattfinden wird.

Skiweltcup.TV: „Patrick, wieso kann man sagen, dass der 18. Januar 2014, eine Woche nach deinem 30. Geburtstag, der schönste Tag in deinem Skifahrer-Leben ist?“

Patrick Küng: „Der Tag war der Schönste in meinem Leben. Als Schweizer in Wengen zu gewinnen, ist das Größte, was man erreichen kann. Der Sieg vor so vielen Leuten war etwas ganz Spezielles. Meine Familie war auch vor Ort, und auch für sie war es ein ganz spezieller Moment, als ich auf dem obersten Treppchen stand.“

Skiweltcup.TV: „Kannst du uns etwas über das Echo bzw. die Resonanz seitens der Presse nach deinem Sieg auf dem Lauberhorn erzählen?“

Patrick Küng: „Ja, wenn man ein „normales“ Rennen gewinnt, ist es ruhiger. Aber wenn man in Wengen gewinnt, sind die ganzen Journalisten da. Auch das ganze Interesse in der Schweiz ist größer geworden, und ich habe es schon gemerkt, dass man den Namen Küng ein bisschen mehr kennt als noch vor dem 18. Januar. Wir hatten immer ein starkes Team, da war und ist es nicht immer einfach sich durchzusetzen.“

© Ringier / Patrick Küng gewinnt die Lauberhorn-Abfahrt 2014

© Ringier / Patrick Küng gewinnt die Lauberhorn-Abfahrt 2014

Skiweltcup.TV: „Auch im Super-G hast du einen Sieg erzielt. Welches waren in deinen Augen Pluspunkte im letzten Winter, und wo besteht etwas Verbesserungsbedarf?“

Patrick Küng: „Für mich war die letzte Saison eine Super-Saison, auch von der Vorbereitung her. So durchlief ich eine gute Vorbereitung im Frühjahr, Sommer und Herbst. Es gab keine Verletzungen. Ich wusste immer schon, dass ich schnell Ski fahren kann. Auch wenn es für ganz vorne immer schwierig ist, muss ich schauen, dass ich noch einen Schritt nach vorne setzen kann. Am Anfang der Saison hatte ich noch das Problem mit den Startnummern, als ich ausgelost wurde. Manchmal startete ich hinten, manchmal vorne. Jetzt starte ich mit den Besten, und ich denke, dass dies eine gute Voraussetzung ist. Aber ich will noch nicht so sehr an das nächste Jahr denken. So möchte ich zuerst noch die Emotionen dieses Ski-Winters genießen, denn ich hatte noch nicht richtig die Zeit, um das Ganze zu verarbeiten.“

Skiweltcup.TV: „Was steht jetzt noch an in diesem Winter?“

Patrick Küng: „Ich werde noch etwas am Material testen. Dann stehen Sponsorentreffen mit Kunden an. Später will ich bis April etwas Ski fahren. Dann bin ich froh, wenn ich die Bretter etwas in die Ecke stellen kann.“

Skiweltcup.TV: „Durch deine Erfolge ist die Schweiz, vor allem in der Abfahrt, wieder zu einer richtigen Skination geworden. Belastet oder beflügelt so etwas?“

Patrick Küng: „Auf alle Fälle beflügeln. Es war etwas Schönes. Ich kann das auch gut ausblenden. Die letzte Saison war für uns Schweizer sehr schwierig. Ich habe die Leaderposition eingenommen und konnte gute Ergebnisse erzielen. Auch wenn ich für mich fahre, war der Sieg in Wengen sowohl für Swiss-Ski als auch für die ganze Skination enorm wichtig, weil eben die Schweiz eine solche ist. Wenn man dann in Wengen gewinnen kann, ist das schon mal sehr gut und vieles positiv. Nichtsdestotrotz müssen wir weiterkämpfen. Jetzt ist die Voraussetzung eine andere für mich weil ich eigentlich der Leader in dieser Mannschaft bin und weiter Gas geben muss.“

© Gerwig Löffelholz  /  Patrick Küng (SUI)

© Gerwig Löffelholz / Patrick Küng (SUI)

Skiweltcup.TV: „Somit entsteht praktisch eine Art Druck auf dich. Wie kann man diesen in positive Energie umwandeln?“

Patrick Küng: „Ich glaube, wenn man Erfolge hat, geht einiges ein bisschen leichter. Ich war immer der Typ, der immer gekämpft hat, da ich auch viele Verletzungen hatte. Ich bin immer wieder zurückgekommen und habe ein sehr gutes Umfeld um mich herum. Das braucht man, auch wenn man vorne mitfahren will. Es beflügelt mich grundsätzlich, wenn ich vorne mitfahren kann oder weiß, dass ich dabei bin. Sicher braucht es auch ein bisschen Glück.“

Skiweltcup.TV: „Gerade bei den Speeddisziplinen ist es wichtig, dass man sich selbst einschätzen kann. Wie wichtig ist die mentale Stärke, die physische Belastbarkeit und das Erkennen von Limits?“

Patrick Küng: „Ich glaube, dass man Erfahrungen sammeln muss. Da ich ein paar Saisonen im Weltcup bin, kenne ich die Strecken. So kann ich das relativ gut selber einschätzen, auch wenn ich ab und zu einen Rat eines Trainers oder eines Betreuers brauche. Da ich nicht mehr der Jüngste bin, weiß ich, dass ich mich in einer Form befinde, in der ich ans Limit oder auch ab und zu darüber gehen kann. Der Kopf muss auf jeden Fall bereit sein, um ans Limit zu gehen. Dann kann man bei den Rennen vorne mitfahren. Es gibt jedoch auch Rennen, bei denen man nicht bereit ist, ein so ein hohes Risiko einzugehen und man findet sich schnell nicht mehr unter den Top-10. Man muss sich schon bewusst sein, dass es nicht gesund ist, bei Abfahrten immer übers Limit zu gehen. Denn dann landet man sehr schnell im Netz.“

Skiweltcup.TV: „Für den Abfahrer ist das Wichtigste die Erfahrung…“

Patrick Küng: „Ja, davon bin ich überzeugt. Es braucht eine gewisse Routine. Man muss viele Kilometer fahren. Aber das ist das Spannende bei der Abfahrt, denn man braucht von oben bis unten keine Bestzeit und kann dennoch am Ende ganz vorne dabei sein. Es gibt kaum junge Skirennläufer, die Seriensieger in der Abfahrt werden. Das gibt es fast nicht. Auch in diesem Jahr ist der Durchschnitt der sich auf dem Podium befindenden Skifahrer über 30 Jahre alt, wenn man das berechnet. Dennoch sind die Abfahrten das Spannendste überhaupt, man schaut, wie weit man gehen kann und ist voll Adrenalin.“

Skiweltcup.TV: „Sepp Brunner übernimmt ab sofort die Schweizer Abfahrer von Walter Hubmann. Welche Erwartungen setzt du in den neuen Trainer? Wie siehst du das Ganze?“

Patrick Küng: „Zuerst möchte ich sagen, dass die letztjährige Saisonvorbereitung mit der Trainercrew sehr gut war. Da gibt es gar nichts auszusetzen. So konnte ich sehr viel von Walter Hubmann und auch von Simon Rothenbühler profitieren. Mit letzterem arbeite ich schon länger zusammen. Jetzt kommt es zu einem Wechsel. Auch wenn ich Sepp lange schon kenne, habe ich noch nie mit ihm zusammengearbeitet.  Es gibt immer etwas, was man verbessern kann. Doch man muss alles analysieren, wie er das Ganze sieht, wo Verbesserungsbedarf besteht. Dann müssen wir uns zusammensetzen, ein Programm für die nächste Saison machen und schauen, es so gut wie möglich umzusetzen. Ich bin froh, dass meine Bezugsperson Simon Rothenbühler bleibt. Ich glaube, dass Brunner ein erfolgreicher Mann ist, und wir werden sehen, wie er seine Ideen in einer größeren Mannschaft umsetzt. Bis jetzt trainierte er nur kleinere Teams oder gar nur eine Person.“

Skiweltcup.TV: „Ich merke, du bist positiv eingestellt und allgemein ein positiv denkender Mensch.“

Patrick Küng: „Ja, ich bin ein positiv denkender Mensch. Ich brauche aber auch einen positiven Trainer, der auf mich schaut und einen Servicemann, der für mich wichtig ist.  Man muss eine Vertrauensbasis aufbauen. Ich glaube, dass Sepp ein guter Typ ist. Das alles muss stimmen, zumal man ja viele Tage im Jahr unterwegs ist und auch einmal miteinander lachen und nicht immer ans Business denken kann. Es muss einen guten Teamgeist geben, dann können wir einen Schritt weitergehen.“

© Gerwig Löffelholz / Patrick Küng (SUI)

© Gerwig Löffelholz / Patrick Küng (SUI)

Skiweltcup.TV: „Patrick, hast du auch ein Lebensmotto, das dich auch abseits des Ski-Alltags aufbauen kann?“

Patrick Küng: „In der Ruhe liegt die Kraft. Ja, das Motto ist entstanden, als ich bei der Sportlerausbildung beim Militär war. Seit jener Zeit ist dies mein Motto, das auch in diesem Jahr auf meinem Helm zu lesen war. In einer Weltcupsaison muss man sich auf die Rennphase konzentrieren, aber auch während der Einsätze abschalten können, um neue Energien zu tanken.“

Skiweltcup.TV: „Auch wenn Skisportler Einzelkämpfer sind, mit wem verstehst du dich innerhalb des Swiss-Skiteams bzw. dem ganzen Skiweltcupzirkus am besten?“

Patrick Küng: „Ich bin ein sehr offener Typ. Ich verstehe mich zwar nicht mit jedem gleich gut, aber grundsätzlich verstehe ich mich mit dem Carlo sehr gut. Ich kenne ihn schon lange. Mit dem derzeit leider verletzten Vitus Lüönd habe ich immer das Zimmer geteilt. International verstehe ich mich mit dem Innerhofer und mit den Kanadiern wie etwa dem Osborne-Paradis sehr gut. Es ist immer schön, mit diesen Leuten zusammen zu sein. Sie sind gleich alt, und wir gehen fast 20 Jahre lang den gleichen Weg. Man gönnt dem anderen auch den Erfolg, und wenn man selbst erfolgreich ist, bekommt man die gleiche Anerkennung.“

Skiweltcup.TV: „Oft erleben wir beim Start zu einem Rennen lange Wartezeiten. Immer wieder wird einmal ein Rennen nach hinten verschoben. Wie kannst du deine Spannung halten?“

Patrick Küng: „Ich musste das heuer fast lernen, zumal es fast bei jedem Rennen der Fall war. Ich bin gerne unter Leuten, und da ist es hilfreich, wenn man sich etwas austauschen und die Nervosität überspielen kann. Kurz bevor es losgeht, bin ich gerne für mich alleine und ruhig.“

Skiweltcup.TV: „Du hast den Sommer angesprochen. Was machst du jetzt, gehst du in den Urlaub, und wie wird dein Trainingsalltag ausschauen?“

Patrick Küng: „Konkret haben wir noch nichts geplant. Bis Mitte April fahre ich noch Ski und bin dann zuhause. Ich weiß noch nicht, ob ich jetzt oder vor dem Südamerika-Trip in den Urlaub fahre. Nach einem so langen Winter ist man schon einmal gern zuhause. Vielleicht werde ich im Sommer ans Meer fahren. Für mich ist es auch wichtig, wieder alte Freunde zu sehen und sich mit ihnen zu treffen. Den Frühling brauche ich für mich, damit ich meine Erfolge auch etwas realisieren kann, ehe der Fokus wieder auf die neue Saison gerichtet wird. Im Mai steht das Konditionstraining an. Grundsätzlich will ich wieder die gleiche Vorbereitung wie im letzten Jahr durchlaufen, denn diese verlief für mich optimal.“

Skiweltcup.TV: „Gibt es für dich spezielle Hobbys, andere Sportarten oder Sachen, die du in deiner Freizeit besonders gerne machst?“

Patrick Küng: „Ich spiele Golf wie viele andere auch. Da kann man gut abschalten. Ich habe auch ein Boot auf dem Walensee und bin mit Kollegen dort, wenn es das Wetter zulässt. Auch kann ich glücklich sein, in so einem schönen Ort geboren zu sein, in dem ich lebe. Das sind schon gute Voraussetzungen.“

Skiweltcup.TV: „Blicken wir als Schlussfrage in die nächste Saison. Im nächsten Jahr steht 2015 die WM an. Du kennst diese Strecken. Wie groß ist die Vorfreude, und wie kommst du mit diesen Pisten zurecht?“

Patrick Küng: „Der Ort ist immer wieder schön, und jedes Jahr freue ich mich darauf, hier habe ich gute Erfahrungen gemacht. Die Pisten sind anspruchsvoll. Nach dem Erfolg vom letzten Jahr möchte ich auch bei der WM schnell sein. Das möchten aber andere auch. Bei Großereignissen habe ich selber noch nicht so viel erreicht, da ich einmal krank und ein anderes Mal verletzt war. Die Magen-Darm-Grippe in Sotschi ist auch noch jedem in Erinnerung. Auch wenn bis zur WM der Weg noch lang ist und ich fit und gesund bei einem Höhepunkt sein möchte, glaube ich, dass einiges herausschauen kann.“

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner  

 

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