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Prominente Stimmen zur FIS Alpinen Ski-WM 2015 in Vail und Beaver Creek

© HEAD / Ted Ligety: Im Dezember ging es auf der „Birds of Prey“ in Beaver Creek, USA/Colorado  um Weltcup-Punkte, von 2. bis 15. Februar 2015 kämpfen die Herren dort um WM-Medaillen

© HEAD / Ted Ligety: Im Dezember ging es auf der „Birds of Prey“ in Beaver Creek, USA/Colorado um Weltcup-Punkte, von 2. bis 15. Februar 2015 kämpfen die Herren dort um WM-Medaillen

Nach sieben Titelkämpfen in Europa finden die FIS Alpinen Ski-Weltmeisterschaften 2015 wieder in den USA statt. Etwa 700 Athletinnen und Athleten aus mehr als 70 Ländern treten von 2. bis 15. Februar in Vail und Beaver Creek an. Erstmals finden neben den Herren- auch die Damenbewerbe am Grouse Mountain in Beaver Creek statt. Extra für die Skirennläuferinnen wurde eine spektakuläre Strecke gebaut – die „Raptor“-Abfahrt am Raven Ridge ist sogar steiler als die berüchtigte Herrenpiste „Birds of Prey“. Wie die Chancen für die deutschen Wintersportler stehen, was den besonderen Reiz der Skiresorts Vail und Beaver Creek ausmacht und welche Erinnerungen sie an frühere Wettkämpfe in den Colorado Rocky Mountains haben, erzählen fünf ehemalige deutsche Skistars.

Marina Kiehl, Abfahrts-Olympiasiegerin 1988 in Calgary/Kanada: „Vail ist für mich DAS Skigebiet in den Rocky Mountains, hier trifft amerikanische Lässigkeit auf Alpenarchitektur. Jeder Aufenthalt war mit Glücksmomenten verbunden, bei den Weltcup-Rennen sind mir auf extrem trockenem Schnee perfekte Schwünge gelungen. Vail hat mein Sportlerleben verändert! Heute, ohne Wettkampfdruck, habe ich Zeit, die Tiefschneehänge der Back Bowls zu entdecken oder auf über 3.500 Metern Höhe das Panorama zu genießen. Bei der WM 2015 haben Viktoria Rebensburg und Felix Neureuther meines Erachtens große Chancen auf eine Medaille. Ich gönne aber auch den US-Girls Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin den großen Auftritt zu Hause, dann wäre das Wintermärchen in Vail perfekt.“

Michael Veith, Vize-Weltmeister 1978: „Buckelpisten, Tiefschnee-Abfahrten durch den Wald, flache Hänge für Anfänger: Nirgendwo ist die Vielfalt für Wintersportler größer als in Vail und Beaver Creek. Außerdem schätze ich die amerikanische Lässigkeit. Als Skirennfahrer habe ich die Region erst nach meiner aktiven Karriere richtig gut kennen gelernt. Gemeinsam mit meinen Dauerrivalen Franz Klammer, Bill Johnson und Franz Heinzer bin ich ab Mitte der 1980er-Jahre mehrfach bei der ´Jeep King of the Mountain´-Serie in den USA gestartet, das Finale dieser sechs Rennen wurde meist in Vail ausgetragen. Im Kopf waren wir noch jung und wild, nur hat die Kondition nicht mehr so mitgespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Bei der WM im kommenden Februar setze ich ganz stark auf unsere Slalom-Spezialisten Felix Neureuther und Fritz Dopfer, beiden traue ich eine Medaille zu.“

Michaela Gerg, Bronzemedaillen-Gewinnerin im Super-G bei der WM 1989 in Vail/Beaver Creek: „Für mich ist Vail ein gemütlicher, österreichisch anmutender Skiort. Beaver Creek sehe ich als gelungenen Gegenpart, modern und zugleich luxuriös. Perfekten Service genießen Gäste beider Resorts. Auch wenn die Skigebiete für Familien geeignet sind, gibt es abseits der Pisten schier unendliche Möglichkeiten für Freerider. Für mich war Vail immer mit positiven Erlebnissen verbunden, schließlich habe ich bei der WM 1989 im Super-G Bronze gewonnen. Im Abfahrtsrennen hatte ich sogar große Chancen auf die Goldmedaille, allerdings gab es in der Nacht vor dem Rennen einen Temperatursturz und meine Ski waren falsch präpariert. Bei den Bewerben im Februar ist Felix Neureuther ein Garant für eine Slalom-Medaille, für seinen Teamkollegen Fritz Dopfer läuft es gerade ebenfalls hervorragend. Im deutschen Damenteam gehört Viktoria Rebensburg zu meinen Medaillenfavoriten. Die Jungs sind in den Speed-Disziplinen aber noch nicht so weit, sicherlich jedoch für eine Überraschung gut. Das hatten wir schon: Ich denke an Hansjörg Tauscher, der 1989 überraschend mit 21 Jahren WM-Gold in der Abfahrt gewonnen hat.“

Christa Kinshofer, dreifache Olympiamedaillengewinnerin 1980 und 1988 in Lake Placid und Calgary, Weltcup-Gesamtsiegerin im Riesenslalom: „Schon während meiner Karriere als Rennläuferin war Vail einer meiner Lieblings-Skiorte, so viel Lebensfreude und Lockerheit habe ich nur in den USA und Kanada erlebt. Privat fahre ich seit 1996 jedes Jahr mit meiner Familie nach Vail, anfangs waren meine Zwillinge gerade mal vier. Erstaunlich, wie ausgeprägt Sicherheitsstandards und Service schon damals waren. Alle Kinder trugen Helme und Leibchen mit dem Hinweis ´Watch me´, also ´Pass auf mich auf´. An den Liftstationen verteilten Mitarbeiter Taschentücher, Liftschlangen gab es nie. Ich freue mich schon sehr, wenn ich im Februar zur FIS Alpinen Ski-WM wieder nach Colorado reisen kann. Unserem Herrenteam traue ich in dieser Saison sehr viel zu. Vielleicht schafft Josef Ferstl sogar eine Überraschung in der Abfahrt. Bei den Damen hoffen wir auf Viktoria Rebensburg.“

Hilde Gerg, Gold- und Bronzemedaillengewinnerin bei Olympia 1998 in Nagano, Team-Weltmeisterin 2005 in Bormio: „Kurze Wege und Top-Bedingungen sind für mich die größten Pluspunkte von Vail und Beaver Creek. Wenn ich an die WM 1999 dort zurück denke, fällt mein Urteil nicht ganz so positiv aus, was allerdings an unserem Team lag. Ich bin zweimal Vierte geworden, meine Kolleginnen waren auch nicht erfolgreicher. Natürlich wollten wir aufs Podest, Katja Seizinger, Martina Ertl und ich hatten bei den Olympischen Spielen in Nagano ein Jahr zuvor sechs Medaillen gewonnen. Für die WM im Februar hoffe ich, dass die Damen den Rücktritt von Maria Höfl-Riesch verkraften, alle Hoffnung ruht auf Viktoria Rebensburg. Die anderen Mädels fahren meiner Meinung nach nicht um die vorderen Plätze. Das Herrenteam ist stark aufgestellt, mit Felix Neureuther und Fritz Dopfer haben wir zwei Medaillenanwärter im Slalom und Riesenslalom. Star der WM wird wohl Lindsey Vonn. Während die übrigen Athletinnen in Europa Weltcup-Rennen fahren, trainiert sie in Beaver Creek. Es wird sehr schwer, sie in Abfahrt und Super-G zu schlagen, schließlich kämpft sie auf ihrer Heimstrecke. Mikaela Shiffrin wird in den technischen Disziplinen ganz stark sein und den Heimvorteil ebenfalls ausnutzen können.“

Weitere Informationen unter:  www.vailbeavercreek2015.com 

 

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