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Saslong News: Ein Interview mit OK-Präsident Edmund Dellago

© saslong.org / Ein Interview mit OK-Präsident Edmund Dellago

© saslong.org / Ein Interview mit OK-Präsident Edmund Dellago

Fast fünf Jahrzehnte Weltcup Gröden und Edmund Dellago war immer an der Spitze dabei. Grund genug, den OK-Präsidenten zu fragen, wie sich der Weltcup in dieser Zeit verändert hat, wie groß der organisatorische Aufwand einer solchen Veranstaltung ist und wie er sich die Weltcup-Zukunft vorstellt.

Herr Dellago, Sie sind so etwas wie das historische Gedächtnis des Weltcups in Gröden: Seit fast fünf Jahrzehnten tonangebend. Was hat sich in all den Jahren verändert?

Edmund Dellago: Die Rahmenbedingungen waren 1965, als wir zum ersten Mal zwei FIS-A-Rennen organisiert haben, noch ganz andere. Ein Beispiel: Unser Budget umfasste damals umgerechnet 200.000 Euro, also gerade einmal ein Zehntel des heutigen. Und 40 Prozent der Kosten wurden über den Verkauf der Eintrittskarten gedeckt; heute sind es gerade noch fünf Prozent. Sponsorengelder spielten dagegen damals nur eine untergeordnete Rolle.

Und auch organisatorisch wird sich einiges geändert haben.

Dellago: Damals war die Organisation noch sehr pragmatisch. Wir hatten kein OK-Büro; um die administrativen Dinge kümmerten sich Erich Demetz und ich gemeinsam. Einzig für die Zeit der Rennen hatten wir eine Aushilfskraft. Erst in den achtziger Jahren haben wir ein Organisationskomitee als eingetragenen Non-Profit-Verein gegründet und die Aufgaben im Team in verschiedene Verantwortungsbereiche aufgeteilt. Dabei ist es bis heute geblieben.

Aus einem Hobby von ein paar Freunden wurde demnach ein professionell arbeitendes Non-Profit-Unternehmen, das weltweit vernetzt ist.

Dellago: Erich Demetz hat 1987 den Verbund „Big 5“, heute „Club 5“, ins Leben gerufen, einen Verbund der Veranstalter der wichtigsten Abfahrtsrennen. Im Verbund haben wir uns um die Vermarktung von Fernsehrechten und die Akquise von Sponsoren gekümmert. Ein genialer Schachzug: praktisch über Nacht konnten wir die Sponsoreneinnahmen verdreifachen und die Erlöse aus dem Verkauf der Fernsehrechte sogar verzehnfachen.

Vor etwa 15 Jahren gab’s eine weitere interne Neuorganisation. Warum war dieser Schritt damals notwendig?

Dellago: Über die Jahre hatten sich viele Anforderungen geändert: sportlich, organisatorisch/technisch und im Hinblick auf die Verwaltung. Wir hatten das Glück, dass wir damals Stefania Demetz als Geschäftsführerin gewinnen konnten. Sie hat unser Organisationskomitee auf eine ganz neue Qualitätsebene gehoben, so dass wir heute – auch international – als eines der Top-Organisationsteams gelten.

Wenn wir von „Organisationsteam“ sprechen: Wie groß ist dieses Team eigentlich, das die Weltcuprennen Jahr für Jahr auf die Beine stellt?

Dellago: Das Team umfasst allein auf Ebene des Komitees rund 800 Leute. Das sind Mitglieder des OK, Mitarbeiter, Vertreter der beteiligten Vereine und Organisationen sowie die Sicherheitskräfte. Und wenn wir alle mitrechnen, die entlang der Strecke oder im Zielstadion für die Organisation arbeiten, kommen wir auf rund 1300. Schließlich kann das OK nicht alles selbst übernehmen, sondern lagert Dienstleistungen auch aus: die Fernsehübertragung etwa, die Telekommunikation oder das Catering.

Und geht der Blick nach vorn? Was erwartet uns da?

Dellago: Der FIS Ski-Weltcup Gröden  ist – wie alle Großveranstaltungen weltweit – von der Übertragung im Fernsehen, und zwar möglichst weltweit, abhängig. No TV, no business. Der Trend geht demnach in Richtung noch mehr Spannung, noch mehr Unterhaltung. Vielleicht starten künftig nur mehr 30 Fahrer, vielleicht wird es eine „Superserie“ geben, wie man sie aus der Formel 1 kennt, vom Tennis, vom Fußball, von der Leichtathletik und zum Teil ja auch schon vom Ski, wie die Tour de Ski oder die 4-Schanzen-Tournee.

Das klingt nicht gerade so, als würde die Organisation einfacher…

Dellago: Nur hochprofessionell organisierte und auf die Bedürfnisse von Konsumenten und Medien zugeschnittene Veranstaltungen werden weiterhin eine Daseinsberechtigung im globalen sportlichen Wettkampf haben. Wir werden uns also recht klar positionieren und entscheiden müssen, ob wir weiterhin an der Spitze mitspielen wollen oder nicht. Noch haben wir alle Voraussetzungen für die „erste Liga“. Aber wir müssen – wenn wir das wollen – etwas dafür tun, dass wir auch künftig da bleiben.

Quelle:  www.Saslong.org

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