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SASLONG NEWS: Ein Rennen für die Ewigkeit – 40 Jahre danach

© saslong.org / Ein Rennen für die Ewigkeit – 40 Jahre danach

© saslong.org / Ein Rennen für die Ewigkeit – 40 Jahre danach

Geschichte wird geschrieben, wenn in einem historischen Moment plötzlich alles zusammenpasst. Oder wenn Außergewöhnliches passiert. Am 23. März 1975 war auf dem Ronc-Hang in St. Ulrich in Gröden gleich beides der Fall. Organisatoren, Erich Demetz, Edmund Dellago, Franz Klammer,

In einem Parallelslalom wurde nicht nur der Gesamtweltcup dieser Saison entschieden, sondern vor 45.000 Zuschauern auch Skigeschichte geschrieben. Mit Gustav Thöni und Ingemar Stenmark waren Ende Juli – 40 Jahre danach – die beiden Helden dieser Geschichte noch einmal in Gröden zu Gast.

Genauso bescheiden, genauso ruhig, genauso sympathisch wie sie die Skibegeisterten noch aus ihrer aktiven Zeit in Erinnerung haben, gaben sich Thöni und Stenmark auch am 28. Juli im Kulturhaus in St. Ulrich, wo auf Einladung des Tourismusvereins das Buch „Thöni vs. Stenmark. L’ultima porta“ (Thöni vs. Stenmark. Das letzte Tor) des italienischen Autors Lorenzo Fabiano vorgestellt wurde. Und die Hauptdarsteller von damals – neben Thöni und Stenmark auch die Organisatoren Erich Demetz und Edmund Dellago – schafften es auch diesmal wieder, die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen – genauso wie vor 40 Jahren.

Damals waren es nicht weniger als 45.000 gewesen, die sich am Ronc-Hang drängten, allein 20 Millionen Italiener verfolgten das Weltcupfinale vor den Fernsehschirmen. Und nicht nur die Kulisse war filmreif, auch das Finale selbst entwickelte sich, als halte es sich an das Drehbuch eines Thrillers. Dabei hatte es schon die Ausgangssituation in sich: Mit seinem Sieg bei der Abfahrt auf der Saslong hatte nämlich Franz Klammer zu den beiden bis dahin Führenden im Gesamtweltcup aufgeschlossen. Thöni, Stenmark und Klammer gingen demnach punktegleich ins Finale, das – auch das thrillerreif – erstmals in der Skigeschichte in einem Parallelslalom ausgetragen wurde.

Alles, aber auch wirklich alles lief dann beim Rennen selbst, als hätten es die Regie geplant. Hatte der Speedspezialist Klammer schon früh die Segel streichen müssen (gegen den heutigen Renndirektor der FIS, Helmuth Schmalzl, übrigens), kämpften sich Stenmark, damals 19 Jahre alt, und Thöni (24) bis ins Finale durch – trotz großer Nervosität auf beiden Seiten: „Die Anspannung vor dem Rennen war sehr groß, auch weil ich nur wenige Parallelslaloms bestritten hatte“, so Thöni. „Es war nicht leicht, gegen einen Gegner zu fahren, den man nur aus dem Augenwinkel sieht.“ Und diesem Gegner ging’s nicht anders: „Ich war sehr nervös, weil es in diesem einen Rennen um den Gesamtweltcup ging“, erzählte Stenmark in St. Ulrich.

Anspannung gab’s übrigens nicht nur auf, sondern auch neben der Piste. „Ich musste bei den Carabinieri um Verstärkung ansuchen, weil sich wegen der vielen Diskussionen zwei Fan-Lager gebildet hatten“, erzählte Erich Demetz, damals Rennleiter. Der Grund: Im zweiten Finaldurchgang konnte die Jury zunächst nicht entscheiden, ob Stenmark eingefädelt hatte oder nicht. „Der Torrichter hätte das gewusst, aber man hat die Fernsehregie bemüht“, so Demetz – ein früher Videobeweis, sozusagen. Und der zeigte: Stenmark hatte sein Bein und den Ski akrobatisch ums Tor gezogen und es regelkonform passiert.

Der Gesamtweltcup 1974/75 wurde also nicht nur in einem einzigen Rennen, sondern in einem einzigen Lauf, dem dritten und entscheidenden Finaldurchgang entschieden. Thöni lag den ganzen Lauf über leicht voran, die endgültige Entscheidung gab’s allerdings erst, als Stenmark drei Tore vor dem Ziel einfädelte – diesmal wirklich. Gustav Thöni holte sich damit mit nur 24 Jahren seine bereits vierte große Kristallkugel – vor einem Heimpublikum, das nach Thönis Triumph noch heute unbeschreibliche Freudenszenen lieferte.

Stenmark, der auch dank der Vermittlung der Familie Nogler (Hermann Nogler war jahrelang sein Mentor und Betreuer) nach St. Ulrich gekommen war, reagierte auf seine Niederlage auf typisch Stenmarksche Manier: „Auch wenn ich nicht gewonnen habe, war ich sehr zufrieden“, so der bis heute erfolgreichste Skifahrer aller Zeiten, denn: „Ich habe gegen mein großes Vorbild verloren.“

Alles andere als verloren hatten die Veranstalter in Gröden, wusste man doch gleich, mit diesem Rennen Skigeschichte geschrieben zu haben. Dabei hätte auch alles anders kommen können: „Beim FIS-Kongress auf Zypern wurde 1973 beschlossen, erstmals den Paralleltorlauf bei einem Finale ins Programm aufzunehmen“, so Demetz. Gröden hatte sich um diesen Bewerb nicht gerissen: „Ursprünglich hatten wir eine Abfahrt auf der Saslong beantragt, aber diese durften wir nur organisieren, wenn wir auch den Parallelslalom durchführen würden“, so der damalige Rennleiter. Organisatorisch zum Glück kein Problem: „Das Organisationskomitee war nach der WM von 1970 noch gut eingespielt“, so Edmund Dellago, heute Saslong-Classic-Club-Präsident.

Der Grödner Skithriller von 1975 hat den Skisport indes in eine neue Ära katapultiert: „Zum ersten Mal in der Geschichte der RAI war eine Sendung mit dem Skisport aufgemacht worden“, erinnerte sich der Sportjournalist Ettore Frangipane, der nicht nur die diesjährige Jubiläumsveranstaltung in St. Ulrich moderiert, sondern damals für den Hörfunk der RAI auch das Rennen kommentiert hat. Und Buchautor Fabiano unterstrich, dass sich der Skisport von diesem Tag an zu einem Massenphänomen entwickelt habe. „Es war jenes Rennen, das die größten Emotionen freigesetzt hat“, gab sich Fabiano überzeugt.

Auch in Sachen Vermarktung wurden mit dem Parallelslalom in Gröden übrigens neue Wege beschritten: International hatte der Milchriese „Parmalat“ für damals 25 Millionen Lire die Rechte für das gesamte Rennen gekauft. Für die Vermarktung Grödens wurde dagegen zum ersten Mal das stilisierte „G“ eingesetzt, das bis heute im Grödner Tourismusmarketing überlebt hat, wie sich Dellago erinnerte.

Und was machen die beiden Skistars von damals eigentlich heute? Gustav Thöni ist Hotelier in Trafoi im Südtiroler Vinschgau und begeisterter Opa von acht Enkeln, Stenmark macht… nichts, wie er in St. Ulrich lächelnd bemerkte. Oder, wie Erich Demetz es formulierte: Stenmark sei einfach Stenmark. Und so sei der einzige Sport, den er betreibe, das Putzen von 86 Fenstern, grinste der so Beschriebene. Warum ausgerechnet 86? Ganz einfach: Der große Schweiger aus Tärnaby hat in seiner Karriere nicht weniger als 86 Weltcupsiege herausgefahren – einmalig bis heute.

Einmalig blieb übrigens auch das Weltcupfinale in Gestalt eines Parallelslaloms. Auch wenn die Dramaturgie nicht das Geringste zu wünschen übrig gelassen hatte, bekam man es doch mit der Angst vor Manipulationen zu tun. Diejenigen, die damals dabei waren, verschwenden daran keine Gedanken: Sie wissen alle ganz genau, was sie am 23. März 1975 getan haben – auch 40 Jahre danach.

Quelle:  www.Saslong.org

 

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