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Saslong News: Keiner hat auf der Saslong öfter gejubelt

© saslong.org / Steven Nyman und Leo Mussi

© saslong.org / Steven Nyman und Leo Mussi

Wer ist Rekordsieger auf der Saslong? „Kristian Ghedina und Franz Klammer, beide haben je vier Abfahrten in Gröden gewonnen“ würde ein Ski-Experte wie aus der Pistole geschossen antworten. Diese Antwort stimmt aber nicht ganz – denn einer konnte noch öfter jubeln. Es gibt einen Service-Mann, der es auf sieben Siege bringt: Leo Mussi aus Vierschach bei Innichen in Südtirol, der für Ghedina arbeitete und seit dessen Karriere-Ende den dreifachen Saslong-König Steven Nyman betreut.

„Ich kenne die Saslong in- und auswendig. Es ist schwierig, auf dieser Piste schnell zu sein, aber sie ist auf Ghedina und Nyman wie zugeschnitten“ sagt der 49-Jährige und erklärt wie wichtig Erfahrung bei seiner Arbeit ist: „Zwei Stellen sind rennentscheidend: Die lange Linkskurve nach dem Start muss man gut erwischen denn fehlende Geschwindigkeit holt man danach nicht mehr auf. Genauso wichtig sind die Ciaslat-Wiesen und die Ciaslat-Ausfahrt.“

Der Service-Mann bereitet im Weltcup die Renn-Ski seiner Fahrer vor und deshalb beginnt das Rennen lange bevor sie am Start stehen. „Ich hole schon aus der Ferne erste Informationen über Schnee und Wetter ein und fahre nach dem Eintreffen im Renn-Ort die Piste ab, um mir einen konkreten Eindruck über die Bedingungen zu verschaffen. Dann werden die Temperatur gemessen, verschiedene Daten analysiert und nach den Trainingsläufen Feedback des Fahrers eingeholt. Die Renn-Ski präpariere ich schon am Vortag und passe vor dem Start nur mehr die Kanten an, wenn das notwendig ist.“ Im Moment betreut Mussi nur Nyman, „obwohl es für die Arbeit in manchen Situationen günstiger wäre einen zweiten Fahrer zu haben, um mehr Abfahrtseidrücke zu sammeln.“

Die Arbeit des Service-Personals hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Jean Daniel Dätwyler, im Jahr 1969 Sieger der ersten Weltcup-Abfahrt auf der Saslong, fühlte sich bei der Weltmeisterschaft im Folgejahr mit Startnummer vier als Testpilot für seine Schweizer Kollegen: „Als ich im Ziel war habe ich nach oben gefunkt. Normalerweise ließen wir immer etwas Belag auf dem Ski, an diesem Tag war das aber das falsche Mittel“, erinnert sich der damalige Sieger, der mit der Anweisung seinem Landsmann Bernhard Russi zur Goldmedaille verhalf. „Das gibt es heute nicht mehr“, entgegnet Mussi. „Wir bringen acht bis zehn Paar Ski an den Renn-Ort, bereiten für den Wettkampftag aber nur mehr eines vor. Die Technik hat sich weiter entwickelt und die Arbeit für uns einfacher gemacht. Wir haben schon nach den Trainings, die Information, die wir benötigen. Gefunkt wird auch heute, aber nur für technische Details.“

Es gibt keine spezielle Ausbildung, um Service-Mann im Skisport zu werden. Mussi meint, es müsse nicht immer ein teurer, florierter Wachs sein, manchmal tue es normales Paraffin, um den Ski einzufetten – dann ist weniger mehr. Auch hier spiele die Erfahrung eine große Rolle.

„Service-Leute sind Freaks, verrückte Burschen. Ich habe die Arbeit in meiner Jugend gemacht, um mir etwas dazuzuverdienen. Dann, nach dem Militär-Dienst, gab ich den Maurerberuf auf und betreute die italienische Slalom-Mannschaft. Nach einem Jahr kam der Wechsel zu den Abfahrern, die als ‚wilde Hunde‘ verschrien waren. Dort habe ich mich sofort wohlgefühlt und bin letztlich geblieben.“  Die besten von Mussi betreuten azurblauen Abfahrer waren damals Kristian Ghedina und Peter Runggaldier, Alberto Ghidoni und Igor Cigolla. Mussi: „Niemand fuhr die Kurven wie Runggaldier, erst mit der Umstellung auf die taillierten Ski machten es ihm andere nach.“ Jahre danach folgte die nächste Generation mit Alessandro Fattori und Kurt Sulzenbacher.

Als Kristian Ghedinas Karriere 2005 zu Ende ging wechselte Mussi in die USA. Dort feierte er mit Nymans Sieg auf der Saslong im vergangenen Jahr einen seiner schönsten Erfolge. „Service-Mann und Fahrer müssen ein Team sein. Dass Steven letztes Jahr seine ersten Siege in Gröden bestätigen konnte, hat mich sehr gefreut. Das hat er sich richtig verdient. Wer über längere Zeit vorne dabei ist, zeigt, dass er ein Champion ist. Das ist viel mehr wert als ein einziges Mal ein Rennen oder eine Medaille zu gewinnen.“

Quelle:  www.Saslong.org

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