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Stephan Eberharter im Skiweltcup.TV-Interview: „Die Gefühlswelt eines Athleten ist oft eine Achterbahn.“

© Claudia Egger / Stephan Eberharter

© Claudia Egger / Stephan Eberharter

Stumm im Zillertal – Stephan Eberharter ist ein ehemaliger Skirennläufer. Er war sehr erfolgreich, zweimal die große Kristallkugel und wurde dreimal Weltmeister und einmal Weltmeister. Der am 24. März 1969 geborene Tiroler zählt auf diese Weise zu den erfolgreichsten Athleten des Österreichischen Skiverbands.

Auch wenn er aufgrund einiger Verletzungen weit zurückfiel, kam er eindrucksvoll zurück. Ausgestattet mit einem gesunden Ehrgeiz und einem eisernen Willen gewann der Zillertaler im Laufe seiner rund 15 Jahre andauernden Karriere in der Summe 29 Weltcuprennen. Wir von skiweltcup.tv mit Eberharter unterhalten.

skiweltcup.tv: „Stephan, Abfahrtsolympiasiegerin Dominique Gisin hat einmal in einem Interview mit einer eidgenössischen Zeitschrift gesagt, dass der schwere Weg für sie der richtige war. Oft war sie von Selbstzweifeln geplagt, ehe sie sich wieder zurück an die Spitze gekämpft hat. Erkennst du da einige Parallelen zu deiner Zeit als aktiver Skirennläufer?“

Stephan Eberharter: „Überhaupt nicht. Ich hatte und habe auch jetzt nie Selbstzweifel. Klingt vielleicht komisch – ist aber so. Mein Selbstbewusstsein war immer stark ausgeprägt. Aber es ist gut, beide Seiten des Lebens zu kennen.“

skiweltcup.tv: „Haben dich deine Selbstzweifel weitergebracht, und wer hat dich in den oft schwierigen Momenten des Zweifelns und des selbstkritischen Denkens aufgefangen?“

Stephan Eberharter: „Durch den Besuch der Skihauptschule in Neustift und später der Handelsschule in Stams wurde ich sehr früh selbstständig. Ein Vorteil daraus ist, dass man lernt, Probleme zuerst selbst zu lösen. Ich war immer so. Nie bin ich in meiner Karriere zu jemanden gegangen – einschließlich meiner Eltern – und habe gesagt: ‚Helft mir, ich weiß nicht weiter‘!“

skiweltcup.tv: „Wie würdest du deinen Charakter als Skirennläufer beschreiben? Und wie wichtig ist, es ein ausgewogenes Gleichgewicht zwischen Emotionen und Rationalität zu finden, um analytisch an die Rennen heranzugehen und sich zum anderen instinktiv auf neue Situationen einzustellen?“

Stephan Eberharter: „Ich bin ein typischer Widder der immer ‚losmarschiert‘ ist. Was aber nicht heißt, dass ich mir keine Gedanken machte. Ich bin ein Gefühlsmensch und habe immer intuitiv gehandelt;die Analyse war nie das meine. Ich war auch immer ein Rationalisierer. Ich wusste genau, was ich zu tun hatte, um erfolgreich zu werden.“

skiweltcup.tv: „1991 bist du fast als Nobody zweifacher Weltmeister in Saalbach-Hinterglemm geworden. Elf Jahre später hast du in Salt Lake City das komplette Medaillenset gewonnen. Welche Siege haben dich mehr verändert, menschlich wie sportlich oder kam jeder Erfolg zum richtigen Zeitpunkt?“

Stephan Eberharter: „Eigentlich habe ich am meisten durch meine Niederlagen gelernt. In der Zeit, als es nicht so gut ging, da habe ich wirklich an mich geglaubt und auch hart gearbeitet, weil ich wusste, dass ich einer der besten Skifahrer bin. (Auch hier ein starkes Selbstbewusstsein, aber nicht realitätsfremd!!!) Siege haben mich nie ‚bequem‘ gemacht, weil ich meinen Job einfach geliebt habe.“

skiweltcup.tv: Zwischen 1993 und 1996 bist du sportlich gesehen in ein Loch gefallen. Durch fehlende, ansprechende Ergebnisse wurdest du auch nicht mehr für den ÖSV-Weltcupkader nominiert. Wie würdest du diese schwere Zeit mit der Erfahrung und dem Wissen von heute beschreiben, und was hast du da für dein Leben gelernt?

Stephan Eberharter: „Wie gesagt: Niederlagen haben mich eigentlich stärker gemacht. Ich wollte nicht aufgeben, solange bis es wirklich vorbei ist. Erst wenn man die letzte Chance nicht nützt, ist es vorbei. Aber noch einmal: Ich habe sehr viel aus dieser Zeit – vor allem über mich gelernt – selbst!“

skiweltcup.tv: „In einer österreichischen Zeitung stand über dich, dass du Weltmeister, Olympiasieger, Seriensieger und Sympathieträger seiest. Würdest du dich einem Ski-Laien auch so vorstellen oder was wäre eine bessere Beschreibung?“

Stephan Eberharter: „Sich selbst zu beschreiben ist immer schwer und würde ich auch gar nicht machen. Ich bin aber ein sehr bodenständiger Typ, der zielorientiert, begeisterungsfähig und ausdauernd ist.“

skiweltcup.tv: „Stephan, warum sollte eigentlich jedes Kind mit dem Skifahren (wenn auch nicht in späterer Folge unbedingt auf Rennniveau) beginnen? Und weshalb ist überhaupt die Bewegung in der frischen Luft so wichtig für den Menschen und sein Wohlbefinden?“

Stephan Eberharter: „Ob Kinder mit dem Skisport beginnen oder nicht, ist vielleicht sekundär, aber Sport bzw. Bewegung würde ich jedem Menschen empfehlen. Er gibt uns Ziele vor, und die zu erreichen lohnt sich! Wir lernen, dass man für seinen Erfolg auch etwas tun muss. Aber darüber muss wohl nicht mehr viel gesagt werden.“

skiweltcup.tv: „Nicht selten entscheiden gefühlsbetonte Empfindungen über das zu erbringende Ergebnis. Das Erleben gewisser Emotionen kann dazu führen, dass Athleten keinesfalls immer dazu in der Lage sind, ihr volles Leistungspotential auszuschöpfen, zu nutzen und umzusetzen. Warst du immer Herr über deine Gefühle, wie wichtig sind für dich Gefühle, und wann hast du einmal nach einem Skirennen geweint?“

Stephan Eberharter: „Also geweint habe ich nie, aber natürlich gab es viele Momente, in denen ich sehr enttäuscht war. Vor allem, wenn das Ergebnis nicht meiner Vorstellung entsprach. Aber man muss diese Erfahrungen verarbeiten und lernt dadurch Jahr für Jahr dazu. Die Gefühlswelt eines Athleten ist daher oft eine Achterbahn.“

skiweltcup.tv: „In einer hektischen und teilweise ichbezogenen Welt bleiben oftmals sensible Zeitgenossen auf der Strecke. Wie bedeutsam sind im Skisport die psychologische Betreuung zur Wiedererlangung der mentalen Stärke und die gemeinsamen Trainingslager im Hinblick auf das Ausloten der eigenen Grenzen und das Besprechen der individuellen Schwächen?“

Stephan Eberharter: „Die psychologische Betreuung ist natürlich immer wichtig, obwohl ich selten welche brauchte. Gerade nach Enttäuschungen sind Menschen, denen man vertraut, ein enormer Halt. Da der Skisport aber ein Einzelsport ist, ist man als Athlet selbst gefordert, mit seinen Gefühlen umzugehen. ‚Gruppentherapien‘ gab es deshalb im ÖSV nie, weil wir uns von einem Fußballteam halt auch unterscheiden. Wenn jemand psychologische Unterstützung brauchte, so war das eine persönliche Entscheidung und Angelegenheit.“

skiweltcup.tv: „Abschließend zwei private Fragen: Was macht Stephan Eberharter heute, nachdem er vor nahezu zehn Jahren seine Skier in die Ecke gestellt hat, und in welcher Art bist du noch dem alpinen Skiweltcupzirkus verbunden?“

Stephan Eberharter: „Ich arbeite mit einigen meiner früheren Sponsoren zusammen. (Uniqa, Volksbank, Atomic) Dort bin ich als Testimonial und Referent im Einsatz. Die Bewegung ist nach wie vor mein Leben. Ich bin aber nicht als Trainer oder sonst im Schigeschäft tätig.“

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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