Weirather: Bin gut vorbereitet
Am Wochenende startet der Skiweltcup in die Saison 2009/10. Ihr Comeback feiert dabei das 20-jährige Supertalent Tina Weirather. Die Liechtensteinerin hofft, dass sich das viele Schwitzen gelohnt hat.
Nach den diversen Knieverletzungen steckt sie derzeit noch im Wechselbad der Gefühle und kann ihren Leistungsstand noch nicht zu 100 % einschätzen.
„Ich habe das Gefühl, dass ich gut vorbereitet bin. Das erste Rennen ist vor allem von der mentalen Seite her eine schwierige Angelegenheit. Bestimmt werde ich mit einer hohen Startnummer ins Rennen gehen, sodass es schwierig sein wird. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben.“
„Da ich zwei Jahre weg war, kann ich nur schwer einschätzen, wo ich stehe. Der Riesenslalom bleibt nach wie vor meine Paradedisziplin. Ich hoffe, dass ich im Speedbereich gleich wieder Anschluss finde.“
Nach der letzten Saison unterzog sich Tina noch einer Athroskopie im Knie was sich im nachhinein positiv auf ihr mentale Verfassung auswirkte.
„Das hat im Kopf sehr viel Positives bewirkt, weil ich danach keine Schmerzen mehr verspürt habe. Zuvor waren sie permanent vorhanden, bei jedem Schwung war der Gedanke präsent. Jetzt sind die Schmerzen komplett weg, das Knie ist wie neu. Deshalb hat mir dieser Eingriff sehr viel gebracht.“
Am Dienstag, 13. Juli um 13.15 Uhr und 15.45 Uhr stand Tina unter anderem Erfolgsdruck. Im Ski Gymnasium Stams legte sie ihre Matura ab.
„Der Skisport und die Schule waren eine riesige Doppelbelastung zuvor. Vor allem meine Regenerationszeit hat darunter gelitten. Das ist jetzt wesentlich besser, zudem fiel eine grosse Last von mir ab. Ich konnte mich erstmals als Profi für eine Saison vorbereiten. Ich hoffe, dass ich das im Winter mit guten Leistungen zeigen kann.“
In der Vorbereitung hat die 20-jährigen Planknerin, die in der Zwischenzeit in Gamprin wohnt, das Slalom Training forciert.
„Da ich im Slalom nicht soviel Erwartungen habe, läufts vielleicht besonders gut, weil ich ohne Druck fahre. Im Slalom muss man riskieren. Wenn man keinen Druck hat, fällt einem das Risiko leichter. Dort setze ich mir kein Ziel, vielleicht läufts dort deshalb leichter.“
Im Hinblick auf die Olympischen Spiele macht sich die Liechtensteinerin noch keine großen Gedanken, wobei Sie ihre Ziele jedoch ganz genau vor Augen hat.
„Bis zu den Olympischen Spielen verstreichen zwei Drittel der Saison. Jene Phase dient, um die Startnummernposition zu verbessern, die Form anzuheben, um dann im Februar in der Form meines Lebens zu sein. Die vorherige Saisonphase ist auch wichtig, doch bei Olympia zählen nur die Medaillen, deshalb muss man alles riskieren.“
Auf die Frage ob Sie nach ihren Verletzungen bei den Rennen wieder, ihrem naturel folgend, volles Risiko ohne Rücksicht auf Verluste skifahren wird, antwortete Tina verhalten:
„Das war bislang meine Art in den Rennen. Ob das nach all den Verletzungen nach wie vor der Fall sein wird, wage ich zu Beginn der ersten Rennen zu bezweifeln. Ich bin überzeugt, sobald das Selbstvertrauen zurück ist, wird jene Kämpfernatur in mir wieder zurückkehren. Dann werde ich bestimmt wieder riskieren. Ich bin in der Zwischenzeit nachdenklicher geworden. Ich habe mich technisch so verbessert, dass mein Fahrstil kontrollierter ist.“




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