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Alice Robinson ist jung, talentiert, erfolgreich und fühlt sich ein bisschen einsam

Alice Robinson ist jung, talentiert, erfolgreich und fühlt sich ein bisschen einsam

Alice Robinson ist jung, talentiert, erfolgreich und fühlt sich ein bisschen einsam

Queenstown – Im letzten Winter gab es eine Athletin, die durchaus als Senkrechtstarterin angesehen werden kann. Dabei handelt es sich um die 17-jährige Neuseeländerin Alice Robinson, die nach nur zehn Weltcupeinsätzen aufs Podest fuhr. Außerdem gewann sie im Riesenslalom die Goldmedaille im Rahmen der Junioren-WM.

Auf diese Erfolge angesprochen, erzählte sie, dass sie so einen Winter mit Sicherheit nicht erwartet hätte. Durch die Schule konnte sie erst relativ spät ins Renngeschehen eingreifen. Nach den Junioren-Welttitelkämpfen gewann sie mehr Schwung und Selbstvertrauen und somit wurden die Resultate immer besser. Beim letzten Rennen in Soldeu schwang sie im Riesenslalom als Zweite ab. Als sie die Ziellinie überquerte, war sie zu Beginn schockiert, dann aber aufgeregt und extrem glücklich.

Es dauerte eine ganze Weile, bis die junge Neuseeländerin den großen Schritt realisiert hat. In ihrer Heimat freuten sich alle mit Robinson. Sie weiß, dass ihre Sportart nicht gerade die herausragende Disziplin ist, aber es gibt viele Leute, die Ski fahren. Dass die Unterstützung einherging, freut die 17-Jährige ganz besonders.

Claudia Riegler und Annelise Coberger sind die einzigen Neuseeländerinnen, die vor Robinson aufs Treppchen stiegen, dies war bevor das Talent überhaupt das Licht der Welt erblickte. Sie konnte beide treffen und hat schon viel von ihnen gehört. Sie unterstützen den Teenager nach bestem Wissen und Gewissen und ermutigen ihn. Zudem inspirieren sie die junge Skirennläuferin.  Auf die Frage, welche Athletinnen und Athletinnen Robinson inspirieren, antwortete sie mit den beiden US-Stars Bode Miller und Lindsey Vonn.

Vonn musste viele Hindernisse überwinden und Miller überzeugte mit seinem Fahrstil. Ein Athlet, der auch die 17-Jährige inspiriert, ist mit Richie McCaw, der einstige Kapitän der Rugby-Nationalmannschaft ihres Heimatlandes. Das junge Ski-Mädel aus Queenstown spult gegenwärtig das letzte Jahr an der High School in ihrer Heimatstadt ab. Im Sommer trainiert sie hauptsächlich in Coronet Peak. Im Winter ist sie zumeist im Fassatal anwesend, um dort gut arbeiten zu können. Sie arbeitet mit einem ISRA-Team (ISRA: International Ski Racing Academy, Anm. d. Verf.). Dort kommen viele Mädchen aus der ganzen Welt zusammen. Im Weltcup wird Robinson von einem Trainer, einem Servicemann und dem Manager bestmöglich unterstützt und betreut.

Auf den Weltcup angesprochen, fand sie das Ganze etwas einschüchternd, zumal es in Neuseeland keine große Skigruppe gibt, die ihr hilft, sich wohler zu fühlen oder einzuleben. Bei normalen FIS- oder Europacuprennen fühlt sie sich wohler, da sie dachte, auf dieser Ebene konkurrenzfähiger zu sein. Beim Aufstieg in den Weltcup fühlte sie sich nicht so sicher auf den Skiern und das beeinträchtigte ihre ersten Rennen. Je mehr Starts sie verbuchen konnte, umso angenehmer wurde das Ganze. Die 17-Jährige begann auch, die Atmosphäre zu genießen.

Es gibt noch einiges zu besprechen. So erzählte Robinson im FIS-Interview, dass es schwer, für einen längeren Zeitraum von daheim weg zu sein und im Ausland zu leben und wenn man die Sprache nicht spricht, kann es extrem schwer werden. Der Sommer daheim mit all den Freunden und der Familie nicht genießen zu können, ist auch nicht einfach. Die Rennen finden auch an weit entfernten Orten statt. Nur zu Weihnachten gibt es ein wenig Pause. Trotzdem ergibt sich keine Möglichkeit, nach Hause zu fahren, um diese Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Es ist schwierig, an einer Sportart teilzunehmen, die stark von der Nordhalbkugel dominiert wird, besonders wenn man in der südlichen Hemisphäre daheim ist. So kann man sich trotz aller Errungenschaften im Weltcup ziemlich einsam fühlen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.fis-ski.com

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