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Alles auf Null – Andreas Sander zurück im Weltcup

Bild: Andreas-Sander.com

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Nach sechswöchiger Weltcup-Pause greift Andreas Sander am Wochenende wieder in das Weltcup-Geschehen ein. Beim Speed-Triple im norwegischen Kvitfjell hofft der Ennepetaler auf einen guten Start in das Saisonfinale.

Die vergangenen Wochen waren für Andreas Sander die turbulentesten seiner noch jungen Laufbahn. Startverzicht im Weltcup, verpasste Olympiateilnahme, heftiger Sturz im Europacup und der ersten Sieg seit zwei Jahren: allein in den letzten sechs Wochen boten sich dem Westfalen Geschichten, die manches Sportler-Tagebuch über mehrere Jahre füllen könnten.

Besonders schmerzte Sander der Verzicht auf die Weltcups in Wengen und Kitzbühel. „Das tat richtig weh, denn damit war Olympia weg. Dennoch war das zum damaligen Zeitpunkt die richtige Entscheidung. Nach der Superkombi von Wengen ging bei mir sportlich nicht mehr viel. Das war sicher der Tiefpunkt eines bis dahin mäßigen Winters. Noch nie habe ich soviel investiert in meinem Sport und dann so wenig Ertrag eingefahren. Das macht nicht froh.“

Statt schmerzender Niederlagen suchte Sander in der Folge nach Erfolgserlebnissen im Europacup. Doch auch dieser freiwillige Abstieg sorgte zunächst für keine Besserung der Situation. Im Gegenteil: Ende Januar stürzte Sander beim Eurocup in Crans-Montana sogar schwer. Mit gebrochenem Finger, Gehirnerschütterung und zahlreichen Prellungen kam Sander nicht nur mit dem berühmten Schrecken davon. „Da bin ich volles Risiko an einer Stelle gegangen, an der es nicht angebracht war. Plötzlich hob ich ab wie aus einem Katapult geschossen. Extremes Glück im Unglück hatte ich dabei.“

Die neuerliche Verletzungspause, die Ruhe abseits von Weltcup und die Nicht-Teilnahme an Olympia boten Sander aber auch die Möglichkeit zur eingehenden Analyse dessen, was bisher schief lief. „Wenn ich meine Fahrten analysierte, fiel mir auf, dass ich optisch gar nicht so schlecht Ski gefahren bin. Dennoch habe ich gleichmäßig von oben nach unten Zeit verloren. Eine Erklärung konnte mir keiner liefern.“ Zeitrückstände sich weder erklären zu können, noch erklärt zu bekommen: der Super-Gau für einen Sportler, der schneller werden will.

Nach zahlreichen Analysen und Gesprächen hofft Sander, gemeinsame mit dem Team um sich herum vier wesentliche Ursachen für den bislang enttäuschenden Winter gefunden zu haben.

Zuallererst ist da natürlich der Kreuzbandriss vom Februar. „Patrick Küng hat mir vor einigen Wochen mal erzählt, wie das nach seinem Kreuzbandriss war. Der hat fast eineinhalb Jahre gebraucht, um wieder auf das Niveau vor seiner Verletzung zu kommen. Warum das so war, konnte er sich auch nicht erklären. Er hat mir daher Mut zu gesprochen, es immer weiter zu versuchen“, berichtete Sander von den Gesprächen mit dem diesjährigen Gewinner von Wengen. „Das kann mir natürlich nicht das Alibi für schlechte Leistungen geben. Aber sicher ist der Kreuzbandriss Basis meines Problems.“

Damit im Zusammenhang steht die vermeintliche zweite Ursache: die Saisonplanung. Wie jeder Sportler, wollte sich auch Sander für die Spiele in Russland qualifizieren; noch dazu, weil er vor zwei Jahren beim einzigen Olympiatest das beste Ergebnis seiner Karriere einfuhr. „Qualifizieren kann ich mir nur über den Weltcup. Also fahre ich seit November jede Weltcup-Abfahrt. Wegen des Kreuzbandrisses habe ich dort inzwischen Startnummern jenseits der 60. Mit dieser Nummer habe ich aber objektiv keine Möglichkeit gehabt, mich nach deutschen Normen für Sotschi zu qualifizieren.“, klärt der Ausnahmeathlet der SG Ennepetal auf und verweist auf Diskussionen mit seinem Manager.  „Mein Manager hat einen Hang zur Statistik. Jetzt hat er festgestellt, dass diesen Winter nur dreimal Fahrer mit Startnummer 60 und höher in die Punkte gefahren sind. Das beste Resultat war dabei Platz 23. Das ist meilenweit von der deutschen Olympianorm entfernt. Mein Platz 36 in Bormio, wo ich wirklich gut gefahren bin, war sogar das viertbeste Ergebnis für so eine Startnummer in diesem Winter.“ Doch am Ende des Tages, das weiß Sander, reicht ein achtbarer Platz 36 noch nicht einmal aus, um sich Selbstvertrauen zu erarbeiten. „Vielleicht wäre es besser gewesen, im November und Dezember sich bei kleineren Rennen um Selbstvertrauen wie bessere Startnummer zu kümmern und im Januar zu versuchen, sich auf den letzten Drücker in zwei Rennen zu qualifizieren.“ Aber auch das weiss Sander: „Das sagt sich so leicht.“

Schließlich könnte ein technischer Fehler mit-ursächlich für die schlechte Saison gewesen sein. Um diesen Fehler herauszufinden begab sich Sander kürzlich zur Vermessung seiner Druckpunkte in der Schuhsohle. Das Ergebnis war dabei verblüffend: „Ich habe nur partiellen, aber keinen großflächigen Druck auf die Sohle gebracht. Das erklärt, warum ich selbst zwar den Eindruck des sauberen Fahrens am Limit hatte, aber meine Radien viel größer waren als die der Konkurrenz.“ Um diesen Fehler abzustellen, nahm Sander eine Veränderung vor, die offensichtlich extreme Wirkung gezeigt hat.

Zeitgleich zum olympischen Super G fand in Garmisch ein FIS Super G statt, der zudem hochkarätig besetzt war. Dort gelang Sander der erste Sieg seit fast zwei Jahren. „Die Umstellung hat sich da wirklich bemerkbar gemacht“, so der Sportsoldat. Weiterhin bestätigt sieht sich Sander durch den letzten Lehrgang Anfang dieser Woche im österreichischen Haus. „Das erste Mal seit meiner Verletzung war ich durchweg der Schnellste meiner Mannschaft. Das gibt mir wirklich Auftrieb. Ich denke, dass ich die Talsohle durchschritten habe und blicke jetzt optimistisch auf die letzten vier bis sechs Wochen der Saison.“

Und so wird Sander am Wochenende im norwegischen Kvitfjell zur Doppel-Abfahrt in den Weltcup zurückkehren. „Dort möchte ich mir die Bestätigung für den Aufwärtstrend holen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Natürlich fahre ich dort weder um den Sieg, noch um die Top 15. Wenn es mir aber gelingt, den Abstand zur Spitze zu verkürzen, dann wird Kvitfjell ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein. Was hinter mir liegt, soll dort bleiben. Ich schaue jetzt nach vorne und möchte es jetzt wissen.“

 

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