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Andrea Ellenberger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich musste lernen, mit Siegen und Niederlagen umzugehen!“

Andrea Ellenberger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich musste lernen, mit Siegen und Niederlagen umzugehen!“ (Foto Andrea Ellenberger / privat)

Andrea Ellenberger im Skiweltcup.TV-Interview: „Ich musste lernen, mit Siegen und Niederlagen umzugehen!“ (Foto Andrea Ellenberger / privat)

Hergiswil – Vor einem Jahr stand uns die eidgenössische Skirennläuferin Andrea Ellenberger für ein Interview zur Verfügung. Sie hat seitdem ein Jahr mit vielen Aufs und Abs erlebt. Trotzdem will sie bald wieder Rennen bestreiten. Des Weiteren sprachen wir mit der 24-Jährigen über ihr Studium der Psychologie, ihre Lebenseinstellung und den Ehrgeiz als Charakterstärke.

Skiweltcup.TV: Andrea, im letzten Jahr bist du uns mit teils sehr nachdenklichen und emotional gefärbten Antworten bei einem Interview Rede und Antwort gestanden. Was kannst du uns in diesem Jahr über dich Neues berichten?

Bisher war es ein sehr spannendes Jahr mit vielen Hochs und Tiefs. Nach der Kreuzbandoperation im September 2016 stand ich anfangs April überglücklich wieder das erste Mal auf den Skiern. Bereits Ende April wurde ich dann am Rücken operiert. Seither befinde ich mich im Wiederaufbau und genieße die Tatsache, im Alltag endlich schmerzfrei zu sein.

Auch das Training verläuft positiv, und ich kann die Trainingsintensität Schritt für Schritt steigern. Mitte September war es dann soweit. Ich durfte meine ersten Skitage in Zermatt absolvieren. Das Gefühl auf den Skiern zu stehen und wieder das tun zu können, was mir sehr viel Freude bereitet, war genial. Ich plane jetzt Schritt für Schritt, trainiere hart und schaue, wann mein Körper bereit ist, das Stangentraining aufzunehmen.

Eine Knieverletzung hat dich zum Zeitpunkt unseres Gesprächs außer Gefecht gesetzt. Wie gehst du damit um, wenn du feststellen würdest, dass du deinen eigenen Ansprüchen an einem Tag im Training vielleicht einmal nicht genügen würdest? Würdest du dich als ehrgeizig charakterisieren?

Ich gehe jedes Training mit einem gewissen Fokus und Plan an. Kann ich diesen an einem Tag nicht umsetzen oder bin unzufrieden mit meiner Leistung, analysiere ich am Abend, was schief gelaufen ist und warum ich meinen Plan nicht umsetzen konnte. Trotzdem richte ich den Fokus auch immer auf Dinge, die gut gelaufen sind und die mir Freude bereitet haben. Dann mache ich mir einen neuen Plan für den nächsten Tag.

Ja, ich bin ehrgeizig. Wenn ich was anpacke, will ich gut darin sein. Mein Ehrgeiz hat mir auch geholfen, alle diese Verletzungen zu meistern und immer wieder zurückzukommen.

"Wenn ich was anpacke, will ich gut darin sein." (Foto Andrea Ellenberger / privat)

„Wenn ich was anpacke, will ich gut darin sein.“ (Foto Andrea Ellenberger / privat)

Auf deiner Homepage gibst du freudestrahlend bekannt, dass du jetzt das Konditionstraining langsam, aber sicher steigern kannst. Zudem wirst du die Einheiten abwechslungsreicher und bunter gestalten. Bald wirst du auf den Brettern, die für dich die Welt bedeuten, stehen. Ein vorsichtiger Blick nach vorne: Wann wirst du wieder ein Rennen bestreiten?

Im Moment gibt es keinen konkreten Plan, wann ich das erste Rennen bestreiten werde. Aktuell gibt mein Körper immer noch das Tempo vor, wann und wie oft ich Ski fahre. Ich war bisher einige Tage auf dem Schnee, und es braucht noch Geduld, bis ich mein erstes Stangentraining absolvieren kann. Erst wenn ich einige Tage mit den Toren trainieren konnte, und sehe, dass es funktioniert, werde ich die ersten Renneinsätze planen.

Ein kleiner Themenwechsel zwischendurch: Wie geht es dir im Psychologiestudium?

Das Studium verläuft nach wie vor nach Plan. Ich brauche den Ausgleich zum Sport, und es tut mir gut neben dem Skifahren auch an der Universität gefordert zu sein. Wenn ich die Prüfungen erfolgreich absolviere, werde ich im nächsten Sommer den Bachelor in Psychologie haben. Wie es dann weitergeht, steht noch offen. Ich ziehe in Betracht, ein Masterstudium direkt anzuschließen.

Du giltst als ein sehr lebensbejahender und positiver Mensch. Inwieweit haben Siege und Niederlagen in sportlicher Hinsicht deine Lebenseinstellung geprägt?

Ich habe meine Zeit gebraucht, um zu lernen, mit Siegen und Niederlagen umzugehen. Ich bin sehr ehrgeizig, mag aber nicht, zu verlieren. Trotzdem weiß ich, dass Niederlagen Teil des Spiels sind und dazu gehören. Da ich aber teilweise lange brauchte, um Niederlagen zu verarbeiten und diese an meinem Selbstvertrauen nagten, habe ich die Zusammenarbeit mit meinem Mentaltrainer intensiviert.

"Ich brauche den Ausgleich zum Sport." (Foto Andrea Ellenberger / privat)

„Ich brauche den Ausgleich zum Sport.“ (Foto Andrea Ellenberger / privat)

 

Bericht und Interview für Skiweltcup.TV: Andreas Raffeiner

 

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