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Andreas Sander: Starke Leistung bei unglaublichem Pech in Bormio

Bei der wohl schwersten Abfahrt der Welt in Bormio bewies Andreas Sander einmal mehr sein großes Talent. Nachdem er bereits auf der Piste war und wegen des Sturzes eines anderen Fahrers sein Rennen abbrechen musste, verfehlte er als 31. beim Neustart die Punkte nur denkbar knapp. 

Talent, Ausdauer und Mut: All dies stellte Andreas Sander bei der diesjährigen Weltcup-Abfahrt in Bormio unter Beweis. Trotz unglaublichen Pechs verfehlte Sander die Punkteränge nur um 3/100 Sekunden.  

Die wohl schwerste Abfahrt der Welt präsentierte sich den Fahrern in hartem, aber fairen Zustand. Strahlender Sonnenschein und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt sorgten für faire Bedingungen bei dieser letzten Weltcup-Abfahrt des Jahres. 

Die Bedingungen für den 21-jährigen Westfalen hätten also besser nicht sein können, als ausgerechnet unmittelbar vor Sander der gebürtige Italiener Mirko Deflorian zu Fall kam und die Fangzäune mit sich riss. Für den jungen Skifahrer von der SG Ennepetal bedeutete dies unglaubliches Pech: Ausgerechnet auf der Piste, die konditionell härter als alles andere im Weltcup ist, musste er nach 40 Sekunden Fahrzeit sein Rennen beenden. 

In derartigen Situationen wird der Läufer dann wieder hoch zum Start gefahren und darf erneut starten. Doch wird sich ein so junger Sportler wie Andi Sander auf dieser schweren, kräfteraubenden Piste innerhalb von 15 Minuten ein weiteres Mal den Berg ins Tal hinabstürzen? 

Ja, er wird. Eine knappe viertel Stunde nach dem ersten Start wagte sich Sander ein zweites Mal den Berg hinunter; und wie! Um mehr als drei Sekunden unterbot der Ennepetaler seine am Vortag erzielte schnellste Zeit auf der Stelvio und platzierte sich am Ende auf der 31. Position. Die zweiten Weltcup-Punkte im zweiten Rennen verpasste er damit um sage und schreibe 3/100 Sekunden. 

Mit Superlativen soll man stets vorsichtig umgehen. Doch diese Leistung kann gerade in Bormio, wo zahlreiche Teilnehmer nach den etwas mehr als zwei Fahrminuten im Ziel vor Erschöpfung regelrecht umfallen, nicht zu hoch bewertet werden. Immerhin musste Sander fast 40 Sekunden mehr als seine Kollegen fahren. Das selbst gesteckte Ziel, nämlich in Bormio unter die Top 40 zu fahren, unterbot der Wahl-Oberstdorfer damit bei Weitem. 

Sander selbst sah seinen Auftritt ob der Ereignisse natürlich zweigeteilt. „Ich weiss nicht wie oft mir das mit dem Abwinken schon passiert ist, vier-, fünfmal bestimmt. Aber weil ich mir beim ersten Start weit oben einen groben Schnitzer erlaubt habe, dachte ich, dass das Pech auch eine zweite Chance sei. Die zweite Fahrt war dann überraschenderweise viel besser. Aber spätestens nach der Hälfte der Fahrt habe ich dann wirklich gemerkt, dass das nicht meine erste Fahrt heute war. Die Beine taten extrem weh. Dann ist es natürlich auch sehr ärgerlich, wenn ich die Punkte so knapp verpasse. Insgesamt muss und kann ich aber mit dem Ergebnis zufrieden sein. Mehr ging wirklich nicht, ich bin total kaputt“, sagte ein sichtlich erschöpfter Sander im Ziel. 

Auch bei der vor Ort anwesenden Familie herrschte große Zufriedenheit: „Da hat sich die lange Anreise wirklich gelohnt“, strahlte Vater Michael, bevor er mit Sohn Christian und Tochter Nina die Heimreise nach Ennepetal antrat. 

Zukünftig wird Andreas Sander wohl aber wieder im Europacup die „Ski-Schulbank“ drücken. Nach zwei tollen Auftritten im Weltcup liegt der Fokus in den nächsten Wochen wieder auf der dieser Nachwuchsserie, wo Sanders eigentlich Saison-Ziele liegen.

Weitere Informationen unter www.andreas-sander.com

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