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Anna Fenninger im Skiweltcup.TV Interview: „Geparden und ich haben viel gemeinsam!”

© Kettner/Vitesse  /  Anna Fenninger (AUT)

© Kettner/Vitesse / Anna Fenninger (AUT)

Hallein – Seit fünf Jahren gehört die 1989 in Hallein bei Salzburg geborene Skifahrerin dem ÖSV-Kader an. Sie ist eine äußerst erfolgreiche Allrounderin, was ihr Sieg bei der Super-Kombination bei der Ski-WM 2011 mehr als eindrucksvoll beweist.

Bereits in Schulzeiten war Anna Fenninger sehr erfolgreich. In der Zeit zwischen 2002 und 2004 errang sie sechs Schülermeistertitel. Und auch bei den Topolino-Rennen war sie stets bei den Schnellsten dabei. Ab dem Winter 2005/06 fuhr sie im Europacup. Hier ließ sie nicht lange auf sich warten und drückte bereits im zweiten Rennen ihren Stempel auf und fuhr aufs Podest. Doch das war noch nicht alles. So gewann sie in ihrer allerersten Europacup-Saison bereits die Gesamtwertung und konnte bei den Junioren-Weltmeisterschaften im kanadischen Québec 2006 drei Mal Edelmetall abräumen. Ihre Erfolge waren keinesfalls eine Eintagsfliege, so dass sie im folgenden Jahr wiederum die Europacupwertung für sich entschied. Im Weltcup debütierte sie dann im zarten Blütenalter von 17 Jahren und nahm bei einigen Slaloms und Riesentorläufen teil. Auch wenn sie bei der Super-Kombination von Tarvis 2007 böse zu Sturz kam, rappelte sie sich wieder auf und kämpfte sich zurück.

Seit 2008, als die Salzburgerin erneut bei der Junioren-WM drei Medaillen gewann, gehört sie der Nationalmannschaft an. Im Dezember 2008 erreichte sie den achten Platz bei der Abfahrt von Lake Louise und beim Super-G von Cortina fuhr sie wenige Wochen später aufs Podium. Bei der WM 2009 fuhr sie zweimal knapp am Podium dabei, gewann jedoch kurze Zeit später ihre insgesamt achte Medaille bei einer Junioren-WM. Auch wenn ihre Leistungen etwas stagnierten, konnte sie sich bei den Welttitelkämpfen in Garmisch über die Goldmedaille in der Super-Kombination freuen. Seitdem geht es für Fenninger bergauf. Neben insgesamt 17 Podestplatzierungen erreichte sie im letzten Jahr den dritten Platz in der Gesamtwertung. Ein Grund mehr, um in der heurigen Olympiasaison voll anzugreifen und wieder mit vielen guten Ergebnissen aufhorchen zu lassen.

Im Interview sprach die sympathische 24-Jährige über ihren neuen Look, über ihre Formkurve, die Faszination des Skisports, die Emotionen, den frühen Rücktritt von Teamkollegin Jessica Depauli und vieles andere mehr.

skiweltcup.tv: Anna, vor kurzem hast du alle mit deinem neuen Look, den blonden Haaren im Interview mit der österreichischen Tageszeitung „Kurier“ mehr als positiv überrascht. Was war der Grund für den etwas persönlichen oder vielleicht auch eigenwilligen Tapetenwechsel?

© Kettner/Vitesse  /  Anna Fenninger (AUT)

© Kettner/Vitesse / Anna Fenninger (AUT)

Anna Fenninger: Das war, wie gesagt, eine ganz spontane Idee. Es hat mich einfach interessiert, wie das ausschauen würde und umso länger ich mich selber mit den blonden Haaren sehe, desto mehr gewöhne ich mich daran. Mittlerweile gefällt es mir sehr gut so.

skiweltcup.tv: In deiner noch jungen Karriere hast du als Allrounderin bereits drei WM-Medaillen geholt und wenn man die letzten Weltcupgesamtstände beobachtet, zeigt deine Formkurve steil nach oben. Kannst du uns einige Situationen verraten, nach denen aus dem jungen Talent eine erfolgreiche Athletin geworden ist?

Anna Fenninger: Als ich in die Skihauptschule in Bad Gastein aufgenommen wurde, war mir relativ schnell klar, dass mir Skifahren nicht nur unglaublich viel Spaß macht, sondern dass ich das Potential habe, daraus einen Beruf zu machen. Seitdem war der Spitzensport mein Ziel, und dafür arbeite ich hart.

skiweltcup.tv: In den Interviews, die mit dir geführt worden sind, habe ich dich als sehr ehrgeizig, zielsicher und willensstark erlebt. Kannst du uns erzählen, was dich am Skisport so fesselt, so fasziniert und daher motiviert und antreibt, jahrein jahraus das Bestmöglichste aus deinem Körper herauszuholen?

Anna Fenninger: Ich will mich einfach immer weiterentwickeln. Und wenn ich also oben am Start stehe, dann habe ich nur ein Ziel vor Augen: die Schnellste zu sein. Das habe ich immer im Kopf und mache ich mir auch jeden Tag bewusst. Das motiviert mich und treibt mich an, jeden Tag an fleißig zu trainieren, aufs Neue das Bestmöglichste aus meinem Körper herauszuholen.

skiweltcup.tv: Die deutsche Skirennläuferin Christina Geiger hat einmal in einem Interview zu Protokoll gegeben, dass das wahre Geheimnis des Erfolgs die Begeisterung ist. Inwiefern könntest du der DSV-Starterin Recht geben, und was möchtest du noch Passendes dazu ergänzen?

Anna Fenninger: Wenn man keine Begeisterung und keine Liebe für den Sport hat, dann kann man sicherlich auch nicht erfolgreich werden. Ich war von klein auf von dem Skisport gefesselt. Ich kann mich zwar selbst nicht mehr richtig erinnern, aber ich bekomme immer wieder die Geschichte erzählt, dass im mit drei Jahren auf einem Hügel hinter dem Bauernhof meiner Großeltern das erste Mal auf Skiern gestanden bin. Ich bin immer über kleine Hügel gesprungen und war davon total begeistert. Mittlerweile lebe ich zugegebenermaßen meinen Traum. Natürlich kommt zu der Begeisterung auch noch das Können, das nötige Potential und der stete Wille, sich zu verbessern hinzu. Da reicht die Begeisterung alleine nicht aus, aber sie ist sicherlich eine sehr gute Voraussetzung.

skiweltcup.tv: Vielen Skifans lassen die Bilder des sehr schweren Sturzes der US-Amerikanerin Lindsey Vonn bei der Alpinen Ski-WM in Schladming das Blut in den Adern gefrieren. Ist der Sturz deiner Meinung nach eine Verkettung unglücklicher Umstände oder ein Ergebnis der schmalen Gratwanderung zwischen Fahren am äußersten Limit und das Ausloten persönlicher Grenzen?

Anna Fenninger: Vor solch einem Sturz sind wir leider alle nicht gefeit. Sicherlich spielen da am Ende auch mehrere und verschiedene Faktoren eine Rolle. Ich möchte nicht urteilen, wieso dieser Sturz passiert ist; ich finde es allerdings sehr schade, dass er überhaupt passiert ist. Wir sind alle froh, dass nichts noch Schlimmeres geschehen ist.

© Kraft Foods  /  Anna Fenninger (AUT)

© Kraft Foods / Anna Fenninger (AUT)

skiweltcup.tv: Welche Rolle spielt in manchen Disziplinen das neue Material, das im Vorfeld der vergangenen Saison für vielerlei Kritik bekommen hat? Immerhin konntest du nun eine ganze Saison damit Wettkämpfe bestreiten…

Anna Fenninger: Das Material ist natürlich sehr bedeutend. Aber es ist nicht nur das Material alleine, das wichtig ist. Als Athlet muss man das Material auch verstehen. Also ist eine Abstimmung zwischen der Firma, dem Servicemann und dem Athleten das Wesentlichste überhaupt, denn nur alle drei zusammen können das Material optimieren.

skiweltcup.tv: Wenn wir kurz bei der letzten Saison bleiben, war die Slowenin Tina Maze mit ihren über 2400 Punkten im Gesamtweltcup, mit ihren fast schon unzähligen Podestplätzen und Siegen das Maß aller Dinge. Nichtdestotrotz möchte ich dich fragen, ob es etwas gibt, was die Saisondominatorin des vergangenen Ski-Winters von dir lernen kann?

Anna Fenninger: Die Frage müssen Sie Tina Maze stellen (lacht). Aber, das war wirklich eine großartige Saison von ihr. Noch einmal: Gratulation.  

skiweltcup.tv: Nahezu alle Skinationen und dadurch fast alle Athletinnen und Athleten begeben sich in den nächsten Tagen und Wochen nach Neuseeland, Chile oder Argentinien, um vor der Hitze zu flüchten und sich winterliche Trainingsmöglichkeiten zu suchen. Wie verlief dein bisheriges Sommertraining, und worauf legst du bei den nächsten Lagern besonderen Wert?

Anna Fenninger: Das bisherige Training, mit dem Hauptaugenmerk auf Ausdauer, Kondition und Muskelaufbau, verlief sehr gut. Jetzt haben wir aber auch wieder mit dem Training im Schnee begonnen.

skiweltcup.tv: Lebensgleichgewicht und Zeitsouveränität. Einige Menschen empfinden den angespannten und mit Stress beladenen Arbeitsalltag als belastend. Wo kannst du demzufolge am besten abschalten, sei es abseits der Skipiste, im Umgang mit dir, in der Berufswelt und in der Gemeinschaft?

Anna Fenninger: Natürlich kann ich in am besten in der Natur oder meinen eigenen vier Wänden mit meiner Familie und meinem Freund abschalten.

© Gerwig Löffelholz  /  Anna Fenninger (AUT)

© Gerwig Löffelholz / Anna Fenninger (AUT)

Skiweltcup.tv: In einem Film sprichst du über dein Geparden-Engagement. Was gefällt dir an Wildkatzen so sehr, und warum ist Tierschutz für dich so ein wichtiges Anliegen?

Anna Fenninger: Geparde sind einfach faszinierende Tiere. Sie sind elegant, auf der Jagd, aber rigoros und sehr schnell. So wie ich eben, wenn ich auf der Skipiste den Hang hinunter jage (lacht). Ich erkenne mich in den Geparden wieder. Zudem hat mich ein Freund und gleichermaßen der Fotograf der Bilder, Thomas Kettner, auf das Geparden- Projekt – den Cheetah Conservation Fund – aufmerksam gemacht. Ich war sofort begeistert, denn ich möchte die Geparde noch lange in freier Natur sehen.

skiweltcup.tv: Deine Teamkollegin Jessica Depauli hat mit gerade einmal 21 Jahren ihre sportliche Laufbahn beendet, die Skier an den Nagel gehängt. Stimmt es dich traurig, wenn so eine talentierte Skirennläuferin so früh einen solchen Schritt setzt, oder hat man als professionelle Sportlerin keine Zeit, sich darüber den Kopf zu zerbrechen?

Anna Fenninger: Im Ski-Business braucht man definitiv eine dicke Haut. Es kommen oft viele Dinge von außen, die man nicht kontrollieren kann. Ich musste auch erst lernen, dass ich mir nicht alles so zu Herzen nehmen darf. Manchmal fällt es mir aber immer noch schwer, weil ich dazu neige, alles persönlich zu nehmen. Als Jugendliche habe ich nicht daran gedacht, dass man als Spitzensportler so stark im Mittelpunkt steht. Diesem Interesse und dem sportlichen Druck hält einfach nicht jeder Stand und ist auch nicht jeder gewachsen. Sie (Jessica, Anm. d. Red.) wird es sich genau überlegt haben und schon wissen, weshalb sie diesen Schritt gesetzt hat.

skiweltcup.tv: Bei deinen ersten Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 verlief es nicht ganz nach Plan. Welchen Geheimplan hast du dir für die herannahenden Spiele im russischen Sotschi ausgegraben, und welche Zeitungsschlagzeile möchtest du am liebsten über dich lesen?

Anna Fenninger: Wenn ich meinen Geheimplan nun verraten würde, wäre er ja nicht mehr geheim (lacht). Was ich verraten kann: ich bereite mich einfach optimal auf die Saison vor. Bis dahin sind es aber noch ein paar Tage und vor Sotschi stehen ja zunächst die Weltcup-Rennen an. Ich hoffe also, die nächsten Monate gesund zu bleiben und damit die besten Voraussetzungen für Sotschi zu haben.

Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

© Kettner/Vitesse  /  Anna Fenninger (AUT)

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