13 Oktober 2019

Blick auf die Saison 2019/20: Mikaela Shiffrin kann sich vermutlich nur selbst schlagen

Mikaela Shiffrin und ihre "Rennwaffe" (Foto: © Atomic)
Mikaela Shiffrin und ihre „Rennwaffe“ (Foto: © Atomic)

Sölden – Wenn in zwei Wochen der Ski Weltcup Winter 2019/20 beginnt, wird Mikaela Shiffrin aus den USA die große Gejagte und große Favoritin sein, wenn es um die große Kristallkugel geht. Die 24-Jährige hat sicher ihre Gegnerinnen. Sofia Goggia und Federica Brignone aus Italien gehören dazu; ähnliches können wir rein vom Papier auch von der Slowakin Petra Vlhovà berichten. Hier wollen wir die Anwärterinnen im Hinblick auf die Gesamtwertung präsentieren.

Mikaela Shiffrin

Wer kann die US-Amerikanerin ernsthaft vom Thron stoßen? Im Slalom gewinnt sie wie am Fließband und durch ihre sehr guten Ergebnisse in den anderen Disziplinen ist Shiffrin längst zu einer Allrounderin geworden, sodass dass es durchaus möglich ist, dass sie erneut die magische Schallmauer von 2.000 Punkten durchbricht. Mehr noch: Die US-Lady ist es selbst, die die Bestmarke von Tina Maze aus der Saison 2012/13 knacken will. Sollte die 24-Jährige einige Speedrennen mehr in ihr Programm aufnehmen, wären die 2.414 Zähler der Slowenin über kurz oder lang Makulatur. Im vergangenen Winter hat Shiffrin 17 Saisonsiege errungen. Auch hier hat sie noch viel Luft nach oben. So könnte sie auch in der Kombinationen ihre Klasse ausspielen, denn im Slalom ist sie eine Macht.

Petra Vlhovà

Die Slowakin kann durchaus als ernstzunehmende Konkurrentin angesehen werden. Doch es wird nicht leicht für sie. Die Enttäuschung von Pyeongchang ist vergessen, doch der große Rückstand auf Shiffrin in der Gesamtwertung stimmt die Gegnerschaft nachdenklich. Im WM-Riesenslalom von Åre konnte Vlhovà Shiffrin besiegen. Die Slowakin möchte gut in die Saison starten und der US-Amerikanerin so lange wie möglich, Paroli bieten. Vielleicht geht sich eine kleine Kristallkugel aus. Das Duell der gleichaltrigen Gigantinnen wird uns noch lange erhalten bleiben.

Sofia Goggia

Die italienische Skirennläuferin ist bereit, nach ihrer Verletzung in der letzten Saison, eine weitere gute Saison zu erleben. Die Abfahrtsolympiasiegerin von Pyeongchang will es wissen und möchte weiterhin in den Speeddisziplinen erfolgreich sein. Doch die Konkurrenz aus Österreich, Slowenien und der Schweiz schläft nicht. Für die azurblaue Athletin ist es ein großes Ziel, 1.000 Punkte und mehr zu erreichen. Sofia Goggia ist immer für gute Ergebnisse zu haben, auch wenn sie in den City Events und in den Parallelbewerben noch nicht auf der höchsten Stufe ihrer Leistungsfähigkeit angelangt ist. Im Riesenslalom will sie zur alten Stärke zurückfinden.

Wendy Holdener

Die Schweizerin ist ein Paradebeispiel an Konstanz. Auch wenn ihr erster Weltcupsieg überfällig ist, weiß die Eidgenossin, was sie kann. In den Parallelrennen und Slaloms, sowie  auch in den Kombinationen punktet sie ordentlich. In der Saison 2017/18 hat sie 1.168 Weltcuppunkte gesammelt. Im Torlauf zählt sie zu den größten Gegnerinnen von Shiffrin und Vlhovà, zumal die Schwedin Frida Hansdotter ihre Skier in die Ecke gestellt hat. Wendy wird den Kalender gut studieren müssen, wenn sie angreifen möchte. Im Super-G kann die Swiss-Ski-Athletin auch für Furore sorgen. Und das kann uns im Hinblick auf einen hoffentlich spannenden Winter nur Recht sein.

Federica Brignone

Federica Brignone ist eine weitere italienische Skihoffnung, wenn es um den Gesamtweltcup geht. Sie ist in mehreren Disziplinen schnell unterwegs und kann mit ihrer Teamkollegin Sofia Goggia auf die gleiche Stufe gestellt werden. Sie hat endlich einen Sommer ohne Wehwehchen erlebt und kann aus dem Vollen schöpfen. In drei Disziplinen ist die Dame aus dem Aostatal voll konkurrenzfähig. In den Parallelrennen muss sie noch etwas zulegen, doch der Wille ist da, auch hier erfolgreich zu sein. Wenn es um die Punkte geht, kann Brignone durchaus zwischen 750 und 1000 Zähler holen.

Viktoria Rebensburg

Die 1989 geborene DSV-Athletin Viktoria Rebensburg wurde bisher zweimal Dritte in der Gesamtwertung. Seit einem Jahrzehnt gehört sie zu den besten Skirennläuferinnen der Welt. Sie möchte noch viel erreichen und strengt sich dementsprechend an. Die bayerische Frohnatur hat auch schon viel gewonnen und möchte sich keineswegs auf den Lorbeeren des Erfolgs ausruhen. So ist sie auch in der bevorstehenden Saison ein heißes Eisen, was den Sprung unter die besten Fünf der Gesamtwertung betrifft.

Michelle Gisin

Die Schweizerin ist 25 Jahre alt und hat die ganze Karriere noch vor sich. Für viele hat sie in der letzten Saison im ersten Teil hervorragende Leistungen gezeigt. Der böse Sturz ihres Bruders Marc hat sie etwas aus der Bahn geworfen, doch es wäre dreist, zu behaupten, dass die Eidgenossin ihr Potenzial ausgeschöpft hat. Sie kann in fast allen Disziplinen punkten und wenn es gut geht, auch aufs Podest klettern. Bei den letzten Olympischen Winterspielen, die in Südkorea über die Bühne gingen, freute sie sich über die Goldmedaille in der Kombination. Das macht Hunger auf mehr.

Nicole Schmidhofer

Die Österreicherin belegte in der Super-G-Wertung den zweiten Platz hinter Mikaela Shiffrin. In der Gesamtwertung reichten ihre 771 Punkte für Rang fünf. In den Speeddisziplinen ist sie Abfahrtsweltcupsiegerin immer für gute Leistungen zu haben. Sofia Goggia und Ilka Stuhec werden ihr aber das Leben schwer machen. Trotzdem stehen die Chancen nicht schlecht, auch in der neuen Saison im Kampf um eine kleine Kugel einzugreifen. In St. Moritz wurde die Steirerin Weltmeisterin im Super-G. Diese Disziplin scheint wohl ihre liebste zu sein.

Ragnhild Mowinckel

Die Norwegerin Ragnhild Mowinckel ist eine bescheidene und sympathische Athletin aus dem hohen Norden Europas. Leider verletzte sie sich beim Saisonkehraus in Soldeu schwer. Sie beißt die Zähne zusammen und will nach dem siebten Endrang in Bezug auf die Gesamtwertung in der kommenden Saison an ihre Leistungen anknüpfen. Die Wikingerin hat eindeutig das Zeug dazu. In der Kombination, in der Abfahrt, im Riesentorlauf und im Super-G kann sie ums Podest kämpfen. Das zeigen die nackten Zahlen in der Olympiasaison 2017/18. Doch die Verletzung hat sie zurückgeworfen. Im Sommer stand ein weiter chirurgischer Eingriff an. Wenn sie geduldig ihre Rückkehr in den Ski Weltcup plant, kann man davon ausgehen, dass sie uns in absehbarer Zeit wieder mit guten Ergebnissen erfreuen kann.

Lara Gut-Behrami

Die Eidgenossin stemmte am Ende der Saison 2015/16 die große Kristallkugel in die Höhe. Noch ist sie auf der Suche der damaligen Top-Form. Die Verletzung, die sich beim Einfahren unmittelbar vor dem Kombi-WM-Slalom im Jahr 2017 vor heimischer Kulisse in St. Moritz zugezog, hat ihr etwas zugesetzt. Nachwievor sucht die Tessinerin nach ihrer Idealform. Im Super-G wurde sie im letzten Winter nur Siebte; sie weiß, dass sie mehr kann. In der vergangenen Saison sammelte sie nur 356 Zähler, die ihr in der Summe den für sie enttäuschenden 21. Platz bescherten. Die Schweizerin wird nicht mehr auf die Kombinationen setzen, sondern ihre Akzente auf die Speedrennen setzen. Auf jede Fälle will sie der Fachwelt zeigen, was sie kann. Ein ganz großer Clou ist durchaus möglich, das Potenzial hat sie auf alle Fälle.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: www.neveitalia.it

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