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Bodenständig und schnell: Skiass Dominik Paris

Bodenständig und schnell: Skiass Dominik Paris

Bodenständig und schnell: Skiass Dominik Paris

Dass Südtirol seit jeher gute Skirennläufer hervorgebracht hat, wissen wir nicht erst seit Dominik – genannt „Domme“ – Paris. Doch wer ist der 26-jährige Sympathieträger aus dem Ultental, der  den Skiweltcup ordentlich aufmischt und sich wohltuend von anderen Athleten abhebt?

Der alpine Skiweltcupzirkus gastierte in der Saison 2012/13 in Kitzbühel. Viele Südtiroler zogen in das Mekka des „weißen Sports“ und wurden zu Zeugen des Husarenrittes eines Ultner Skirennläufers. Gar einigen war Gustav Thöni in Erinnerung, der im Jahr 1975 auf der berühmt-berüchtigten „Streif“ drei Tausendstelsekunden, später aufgerundet auf eine Hundertstel, hinter Franz Klammer als Zweiter abschwang. Doch nun passte alles, es war auch kein Drama und es ging nicht um einen Wimpernschlag. Dominik Paris sorgte dafür, dass der 26. Jänner 2013 der bis dato schönste Tag seines Lebens wurde. Er gewann die Abfahrt mit einem Vorsprung von 0,13 Sekunden vor dem Kanadier Erik Guay. Der drittplatzierte Hannes Reichelt aus dem Salzburger Land lag mehr als dreieinhalb Zehntelsekunden zurück. Kein Wunder, dass am gleichen Tag das ganze Ultental Kopf stand und eine Riesenparty feierte. Schon wenige Wochen zuvor durfte sich Paris über einen Sieg bei der Abfahrt auf der selektiven „Stelvio“-Piste in Bormio freuen; dort musste er seinen Erfolg noch mit Hannes Reichelt teilen, in Kitzbühel stand Paris ganz allein auf dem obersten Podest und strahlte.

Kleine Schritte, große Erfolge

Bis zu jenem Tag im Jänner 2013 musste „Domme“ jedoch einige Herausforderungen meistern. Er wuchs in einfachen Verhältnissen auf, musste schon früh zuhause anpacken und arbeitete, um Geld für die Familie zu verdienen, als Maurer. Mit 18 Jahren traf er eine Entscheidung: Er verließ die Familie und arbeitete rund drei Monate als Hirte auf einer Alm. Durch diese Arbeit erlangte Paris die für den Abfahrtssport unerlässliche Disziplin.

Rückblickend erzählt Paris, dass er durch die Arbeit auf der Alm gelernt habe, wie wichtig es sei, sich auf das zu konzentrieren, was einem wichtig ist, und dass es keine Alternative für harte und strenge Arbeit gibt.

Im Sommer 2007 ging der „geläuterte“ Athlet ans Training und später in seine ersten Rennen. Im Februar 2008 feierte er mit dem Super-G von Sella Nevea seinen ersten Sieg bei einem Europacuprennen. Bei der Junioren-WM 2008 erreichte der Ultner Rang 5 im Riesenslalom. Auch wenn er bei seinem Weltcupdebüt im Dezember 2008 noch keine Punkte einfuhr, bestach er bei der Junioren-WM 2009 in Garmisch-Partenkirchen. Sowohl in der Abfahrt als auch in der Kombinationswertung belegte Platz 2. Im Super-G freute er sich über den dritten Platz, und auch im Weltcup mischte Paris langsam, aber sicher mit. Bormio und dann Kitzbühel waren bis zum Februar 2013 die Höhepunkte seiner noch jungen Karriere.

WM 2013 Tüpfelchen auf dem „i“

Die Ski-WM 2013 gastierte im steirischen Schladming. Der Ultner war nach seinen Erfolgen in Bormio und in Kitzbühel einer der Mitfavoriten und bei der Abfahrt schlug seine große Stunde. Mit dem Gewinn der Silbermedaille konnte der Südtiroler zufrieden sein. Der für seinen angriffslustigen Stil bekannte Athlet richtet sein skifahrerisches Leben stets nach dem Motto seines Vaters und ersten Förderers „Gib auf der Abfahrt immer Gas“ aus.

Freud und Leid liegen oft eng zusammen

Dominik Paris hatte auch einen älteren Bruder. Mit ihm maß er sich schon von klein auf. Beide waren gute Athleten, jedoch der Charakter unterschied sie. Während Domme das atemberaubende Tempo liebte, war René der etwas ruhigere. Dennoch musste Dominik Paris 2013 in den Tagen seiner Erfolge Renés tödlichen Motorradunfall im Ultental verkraften. Domme trainierte und trainierte – das Skifahren wurde zur Therapie.

Musik als Ausgleich

Dominik Paris ist nicht nur ein begnadeter Skirennläufer, sondern auch in der Musikszene bekannt. Sein bester Kumpel Siegi Klotz und er hätten sich in punkto Unterhaltung längst schon eine Kristallkugel verdient. Die YouTube-Videos sind kultig, aber auch ein Teil des Lebens von Paris, der alles mit der Gitarre gibt, wenn Klotz, aus Pawigl stammend, mit dem Akkordeon seine ersten Noten zu Gehör bringt.

Paris mag aber auch Heavy Metal. Da blüht der Sportler aus dem Ultental auf und lässt seinen Emotionen freien Lauf. So wie nach dieser Saison, als er nach vielen Top-Platzierungen wieder in Kitzbühel – dieses Mal im Super-G – gewann und am Ende über den zweiten Rang in der Super-G-Wertung hinter dem Wikinger Kjetil Jansrud jubeln durfte.

Aufgeben? Nie!

Auch wenn die Ski-WM 2015 in Vail/Beaver Creek nicht optimal verlief und keiner aus der Squadra Azzurra mit Edelmetall nach Hause kam, meint Paris: Aufgeben tut man nur einen Brief! Der bodenständige Athlet wird alles dransetzen, in der nächsten Saison, auch wenn sie keinen Höhepunkt hat, in den Speeddisziplinen erfolgreich zu sein. Insgesamt konnte Paris über zehn Mal auf ein Weltcup-Podest klettern. Der zweifache Italienmeister im Super-G hat das Können, diese ordentliche Bilanz nach oben zu schrauben.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: Die Südtirolerin 5 (2015), S. 18-19

In eigener Sache: Wir bedanken uns bei Herrn DDr. Karl Mittermaier, dem Schriftleiter des Gesellschaftsmagazins „Die Südtirolerin“ für die Möglichkeit, den Text über Dominik Paris in unserem Portal zu veröffentlichen.

 

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