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Carlo Janka im Skiweltcup.TV Interview: „Der Skisport ist kein Selbstläufer mehr!“

© Gerwig Löffelholz / Carlo Janka

© Gerwig Löffelholz / Carlo Janka

Obersaxen – Carlo Janka erblickte am 15. Oktober 1986 in Obersaxen im Schweizer Kanton Graubünden das Licht der Welt. Seine ersten FIS-Rennen bestritt der Eidgenosse im Dezember 2001. Vier Jahre später konnte er hier seine ersten Podiumsplatzierungen für sich verbuchen. Da diese in verschiedenen Disziplinen errungen wurden, erkannte man schon früh die Vielseitigkeit und Allrounderfähigkeiten des jungen Skirennläufers.

Ab Januar 2004 folgten die ersten Einsätze im Europacup. Bei der Junioren-WM 2006 im kanadischen Québec gewann er die Bronzemedaille im Riesentorlauf. In der gleichen Disziplin konnte er im Dezember 2005 sein Debüt im Weltcup feiern. Das war in Kranjska Gora der Fall. Im November 2008 konnte er in der Abfahrt in Lake Louise für eine positive Überraschung sorgen. Der Schweizer erreichte mit der sehr hohen Startnummer 65 den mehr als ausgezeichneten zweiten Rang. Einige Tage später konnte er den Riesenslalom in Val d’Isère für sich verbuchen, die Super-Kombination in Wengen ging ebenfalls an ihn.

Dadurch war der Schweizer endgültig in der Weltspitze angekommen. Bei der WM 2009 gewann er in der Abfahrt die Bronzemedaille, ehe er im Riesentorlauf eine Woche später Gold gewann und Benni Raich und Ted Ligety auf die nächsten Ränge verwies. In der Saison 2009/10 siegte er bei der sehr prestigeträchtigen Abfahrt in Wengen und bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver siegte er im Riesentorlauf. Unterm Strich war die Saison mehr als erfolgreich, denn so war es Janka, der erstmals seit Paul Accola in der Saison 1991/92 für die Schweiz die große Kristallkugel gewinnen konnte. Kurios ist auch der Umstand, dass er keine Disziplinenwertung für sich entschieden hatte.

In der Folge war die Karriere Jankas durch gesundheitliche Probleme gekennzeichnet. Herzrhythmusstörungen gestatteten keine maximale Leistungsfähigkeit. Rennpausen standen an der Tagesordnung. Dennoch verblüffte der Eidgenosse einige Tage nach seinem Eingriff am Herzen die Skiwelt, gewann er wieder einen Riesentorlauf in Kranjska Gora. Im vergangenen Jahr war Carlo Janka sichtlich bemüht, an vergangene Saison anzuknüpfen. Doch unterm Strich sah nur ein dritter Platz bei der Kombination in Wengen heraus, der gleichzeitig der einzigste Podestplatz der Schweizer Herren war.

Im Gespräch mit skiweltcup.tv spricht Janka über seine letzten Saison, den bevorstehenden Olympiawinter, seine Liebe zu Beaver Creek, das Carlo Janka Kids Camp und einiges mehr. Doch lesen Sie selbst.

© EMMI / Carlo Janka in Wengen

© EMMI / Carlo Janka in Wengen

skiweltcup.tv: Carlo, wenn wir kurz einen Blick zurückwerfen. Welches waren in deinen Augen Pluspunkte in der letztjährigen Saison, auch wenn sie unterm Strich mit Problemen mit der Gesundheit und dem Material keineswegs zufriedenstellend für dich verlaufen ist?

Carlo Janka: Wenn ich mir die vergangene Saison 2012/13 etwas näher ansehe, muss ich sagen, dass ein Pluspunkt, ja ein sportliches Highlight, der Podestplatz in Wengen war. Auch etwas Positives kann ich aus dem Umgang mit negativen Einflüssen abgewinnen.

skiweltcup.tv: Auch für das Swiss Skiteam war es eine sehr schwierige Saison. Mit Walter Hlebayna hat es einen Wechsel auf der Position des Herrencheftrainers gegeben. Was haben die neuen Impulse sowohl für dich als auch dem Team bewirkt?

C. J.: Es gibt andere, größere Trainingsgruppen. Das würde ich auf die Schnelle als neuen Impuls anführen. Das hat jedoch zur Folge, dass die teaminterne Konkurrenz größer wird. Es bläst dadurch innerhalb der Mannschaft ein frischer Wind, der seit dem letzten Winter gewiss nötig war.

skiweltcup.tv: Vor kurzem fiel in Sölden am Rettenbachferner der Startschuss für die Olympiasaison 2013/14. Was dürfen wir über deine Sommertrainingseinheiten in Erfahrung bringen, und welche Schwerpunkte in der Saisonvorbereitung waren für dich wichtig, gar entscheidend?

C. J.: Ich habe immer den gleichen Trainingsschwerpunkt gesetzt; in den einzelnen Disziplinen gab es keine Änderung. So konnte ich bei allen Einheiten mitmachen, habe viel trainiert und konnte keinerlei Probleme verbuchen.

skiweltcup.tv: Im Dezember 2009 hast du auf der „Birds of Prey“-Piste im US-amerikanischen Beaver Creek innerhalb von drei Tagen dreimal in drei verschiedenen Disziplinen gewonnen. Wie groß ist die Vorfreude auf die Rennen in Übersee, und wie wichtig ist ein gutes Ergebnis im Hinblick auf die Ski-WM 2015 für dich?

C. J.: Die Vorfreude ist jedes Jahr sehr groß. In der Tat ist Beaver Creek ein spezieller Ort für mich. Die Wichtigkeit eines guten Resultates schätze ich nicht sehr hoch ein, da es ja zur WM im Jahr 2015 selber noch eineinhalb Jahre hin sind.

skiweltcup.tv: Du fährst als amtierender Riesentorlaufolympiasieger praktisch von Vancouver nach Sotschi. Bei der Olympia-Generalprobe konntest du mit Rang fünf in der Abfahrt und dem siebten Platz in der Kombination überzeugen. Wie wohl fühlst du dich im Austragungsort der Olympischen Spiele 2014, und was kannst du uns über die Pisten- und Schneeverhältnisse berichten?

C. J.: Es wird sehr interessant werden, wie sich beispielsweise die Strecke vor Ort präsentiert und wie sie dann auch präpariert wird. Beim letzten Mal war sie sehr eisig. Es ist auf diese Weise alles möglich; man muss sich auf alles einstellen.

© Kraft Foods / Carlo Janka

© Kraft Foods / Carlo Janka

skiweltcup.tv: Vor kurzem erfreute uns dein Landsmann Beat Feuz mit seinem Comeback auf Skiern. Auch wenn er ein ganzes Jahr aussetzen musste und niemand weiß, wie er sich im Weltcup etablieren wird, wird gewiss ein großer Druck auf ihn lasten. Wie ist dein Verhältnis zu Beat, und wie lernst du etwa, mit einem Druck „von außen“ umzugehen und diesen in positive Energie „von innen“ umzuwandeln?

C. J.: Mein Verhältnis zu Beat ist gut. Ich bin der Meinung, dass man sich an den Druck „von außen“ gewöhnt. Der persönliche Druck, den man sich selbst oft auferlegt, ist meistens eher der größere.

skiweltcup.tv: Carlo, wie bedeutsam sind im Spitzensport im Allgemeinen und im alpinen Skisport im Speziellen das analytische Denken, die mentale Stärke, die psychische Belastbarkeit und das individuelle Erkennen von Limits? Oder bist du eher ein Athlet, der auf seine „innere Stimme“ hört und kraft Bauchentscheidungen zum erhofften Erfolg kommt?

C. J.: Die mentale Stärke ist wie bei jedem Sport sehr wichtig, wenn nicht auch entscheidend. Beim Bauchgefühl kommt es immer auf die jeweilige Situation an. Ich jedoch versuche so wenig möglich in die Lage zu kommen, wo nur noch das Bauchgefühl entscheidet.

skiweltcup.tv: Ted Ligety sagte in einem Interview, dass die Skirennläufer mit einem GPS-Sender ausgestattet werden sollen. So könnten die Fans am Fernseher verfolgen, wie schnell die Athleten sind. Die Formel 1 mache dies seit Jahren. Würden etwa beim Erkennen, dass in Kitzbühel die Skirennläufer in sechs Sekunden auf 100 beschleunigen, Fans, Fahrer, Sponsoren, TV-Sender profitieren, oder ist diese Idee Ligetys bei den Haaren herbeigezogen?

C. J.: Nein, hier liegt sehr viel Potenzial verborgen. Nun liegt der Ball bei der FIS, in diese Richtung zu gehen und etwas zu unternehmen. Der Skirennsport als solcher ist kein Selbstläufer mehr.

skiweltcup.tv: Skigymnastik, das klingt heute ab und zu alt und abgedroschen. Aber dennoch ist die Verbindung von Kraft, Beweglichkeit und Koordination immer noch das A und O für eine optimale Saisonvorbereitung. Wie siehst du das, und worauf legst du neben diesen Punkten noch Wert innerhalb deiner persönlichen Vorbereitung?

C. J.: Alle Komponenten der Konditionen sind wichtig. Und dazu zählen nicht nur die Kraft und die Beweglichkeit, alle sind von Nöten.

© Kraft Foods / Carlo Janka

© Kraft Foods / Carlo Janka

skiweltcup.tv: Mit dem „Kids Camp Carlo Janka“ versuchst du dem Nachwuchs das Einmaleins des Skisports schmackhaft zu machen? Wie wichtig sind deiner Meinung die Basisarbeit und dieser Kontakt zu den jungen Fans für dich persönlich, aber auch für den alpinen Rennsport insgesamt?

C. J.: Das ist sehr wichtig, nicht bloß im Rennsport, sondern auch für den Tourismus. Bedeutend ist es, dass wir auf die Kinder zu- und eingehen und sie für den Skisport begeistern können. Das Projekt „Carlo Janka Camp“ wird erst aufgebaut, und ich bin mit der größten Begeisterung dabei.

skiweltcup.tv: Welche Schlagzeile möchte Carlo Janka nach einer verletzungsfreien und in derselben Weise erfolgreichen Saison 2013/14 über sich lesen, oder andersrum: Was muss alles geschehen, dass der Olympiawinter inklusive dem saisonalen Höhepunkt im russischen Sotschi ein guter Winter für dich ist und du mit allem zufrieden bist?

C. J.: Als Schlagzeile würde ich mir nur drei kurze, aber nichtsdestotrotz aussagekräftige Worte: Carlo ist zurück! Was das Niveau betrifft, möchte ich wieder auf dem Leistungsstand wie vor zwei, drei Jahren sein. Dann kann ich mit allem zufrieden sein.

Bericht und Interview für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

 

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