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Corona-Pandemie: Mikaela Shiffrin und die ganz andere Ski Weltcup Saison 2020/21

Corona-Pandemie: Mikaela Shiffrin und die ganz andere Ski Weltcup Saison 2020/21 (Foto: © Erich Spiess/ASP/Red Bull Content Pool)

Corona-Pandemie: Mikaela Shiffrin und die ganz andere Ski Weltcup Saison 2020/21 (Foto: © Erich Spiess/ASP/Red Bull Content Pool)

Vail – Die US-amerikanische Skirennläuferin Mikaela Shiffrin zieht es, nach dem Fitnesstraining in Colorado und den ersten Skitrainings in Oregon, nach Europa. Aufgrund der Corona-Pandemie  warten auf sie, in einer bekannten Umgebung, noch unbekannte Bedingungen. Wenn wir in Betracht ziehen, dass mit Viktoria Rebensburg, Tina Weirather und Anna Veith drei Top-Athletinnen die Skier in den Keller stellten, ist die 25-Jährige wieder die ganz große Favoritin, wenn es um den Gewinn der großen Kristallkugel geht.

Vor genau 220 Tagen bestritt Shiffrin ihr letztes Rennen. Insgesamt konnte sie bei 176 Einsätzen 66-mal auf die höchste Stufe des Podests klettern – eine Wahnsinnsleistung! Mit dem Sieg nach dem Super-G im bulgarischen Bansko begann für die US-Lady eine Achterbahn der Gefühle. Der Tod von Vater Jeff, der Rückzug aus dem Weltcupgeschehen, die Bewältigung psychischer Gesundheitsprobleme, der Versuch eines Comebacks und der Covid19-bedingte Saisonabbruch ohne Kristallkugel: Shiffrin war nicht zu beneiden.

In diesem Sommer sprach die Athletin mehrere Male über die Bewältigung der neuen Realität. Parallel dazu nutzte sie die Zeit, persönliche Gedanken zu ordnen und sich an ein Leben ohne ihren geliebten Vater zu gewöhnen, denn sie war mit ihm mehr als nur sehr eng verbunden. Des Weiteren musste das US-Aufgebot das Training in Südamerika absagen. Shiffrin und ihre Landsleute fanden in einem Skigebiet am Mount Hood östlich von Portland im Bundesstaat Portland Möglichkeiten, um sich einigermaßen gut auf den neuen Winter vorzubereiten. Und da das erste Rennen der neuen Saison, das voraussichtlich am 17./18. Oktober in Sölden in Szene geht, immer näher rückt, haben die Ski-Asse unter der Sternchen-und-Streifen-Fahne einen logistischen Plan ausgeheckt und den Umzug nach Europa ins Auge gefasst.

Die US-Delegation schaut alle Protokolle im Kontext mit dem Coronavirus in der Schweiz, in Italien und in Österreich an. Man möchte keine wertvollen Trainingstage in Quarantäne verbringen. Anfang Oktober werden die Speed-Asse in die Heimat zurückkehren, wenn die Pisten in Copper Mountain eine gute Arbeit zulassen. Die Techniker bleiben länger in Europa. Ferner ist es, wie mehrfach angedeutet, klar, dass es in der bevorstehenden Ski Weltcup Saison keine Rennen in Nordamerika geben wird. Auch die Olympiageneralprobe der Damen in Yanqing wird wohl nicht stattfinden. Der neue Winter wird voraussichtlich in begrenztem Ausmaß nur in Europa und mit strengen Maßnahmen über die Bühne gehen.

So wird es keine Begleitveranstaltungen und vielerorts wohl auch keine Fans geben. Man kann auch sagen, dass die allermeisten Events unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen werden. Die Trainersitzungen werden online abgewickelt, und auch die Pressekonferenzen werden anders aussehen. Ferner ist es klar, dass die US-Abordnung ihre Arbeitsweise an die gegebenen Umstände anpassen müssen.

Unabhängig davon, wie sich die Saison entwickelt, finden im Februar 2021 die Ski-Weltmeisterschaften in Cortina d’Ampezzo statt. Shiffrin ist hier in gar einigen Disziplinen die große Favoritin. Nach dem tragischen Ableben ihres Vaters spricht sie nicht mehr über ihre Zielsetzungen, aber es gab nie einen Spielraum für eine zurückhaltende Herangehensweise hinsichtlich ihrer Wettbewerbsaktivitäten.

Auch wenn sie im letzten Winter ohne Kristallkugel blieb, will sie wieder an die Errungenschaften der Saisonen zuvor nahtlos anknüpfen. Ihr Unbesiegbarkeitsstatus stärkt ihre Konkurrenzfähigkeit in allen Disziplinen. Auch wenn sie noch nicht das Niveau der Slowenin Tina Maze, die in ihrer Rekordsaison 2012/13 in allen Rennen immer eine Kandidatin für einen vollen Erfolg war und um Haaresbreite alle Kugeln gewann, hat, wird sie weiter Rennen gewinnen.

Aufgrund der Angstprobleme wählt die US-Amerikanerin die Rennen, an denen sie teilnimmt, sorgfältig und in einer Weise auch mit Bedacht aus. Trotzdem erweckt sie den Eindruck, dass sie immer noch Spielraum hat, den sie aufgrund einer ernstzunehmenden Bedrohung durch Rivalinnen wie etwa die Slowakin Petra Vlhová und der Italienerin Federica Brignone an der Spitze, dennoch nutzen könnte.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: siol.net

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