Home » Alle News, Herren News, Top News

Cyprien Sarrazin gewinnt Parallel-Riesentorlauf in Alta Badia

09siegerbild-alta-badia-parallelslalom-2016

Alta Badia/Hochabtei – Heute wurde der Parallel-Riesentorlauf der Herren ausgetragen. Es gewann Sensationsmann Cyprien Sarrazin aus Frankreich. Im Finale behielt er gegen den Schweizer Carlo Janka die Oberhand. Im kleinen Finale gewann Vorjahressieger Kjetil Jansrud, der seinen starken Teamkollegen Leif Kristian Haugen in die Schranken wies. Die ÖSV-Asse Philipp Schörghofer (11.), Manuel Feller und Marcel Hirscher (18.) erlebten einen rabenschwarzen Tag. Hirscher, der sich nun auf seinen Einsatz in Madonna di Campiglio vorbereitet, kam mit einem blauen Auge davon, zumal sein ärgster Gegner Alexis Pinturault nicht viel Boden gutmachte.

Fünfte Runde: Großes und kleines Finale

Am Ende hatte niemand mit diesem Siegergesicht gerechnete. Der Franzose Cyprien Sarrazin, der in seiner noch jungen Karriere erst sechs Weltcuprennen bestritt und nie über Position 22 hinauskam, bezwang im großen Finale Weltmeister und Olympiasieger Carlo Janka aus der Schweiz. Sarrazin verlor zu Beginn den linken Stock, doch am Ende war sein Kämpferherz größer, sodass er in der Summe um eine Zehntelsekunde schneller als der Eidgenosse war. Sieger Sarrazin freute sich wie ein kleines Kind über seinen Erfolg: „Es ist ein wunderbarer Tag. Mit nur einem Stock, das ist unglaublich. Unser Team ist so stark – ein Dank an die ganze Mannschaft!“ 

Kjetll Jansrud aus Norwegen gewann das teaminterne Duell gegen seinen Landsmann Leif Kristian Haugen, der sich tapfer schlug. Als Belohnung gab es für Jansrud 50, für Haugen 40 Weltcupzähler. Der entthronte Titelverteidiger sagte im ORF-Interview: „Beim Halbfinale habe ich es ein bisschen verschenkt. Ich habe gleich gewusst, dass das ein taktischer Fehler war bei der Welle. Ich war ja früher ein passabler Riesentorlauf-Fahrer. Jetzt habe ich aber zu wenig Technik, wenn es richtig steil ist. Aber wenn es so ist wie heute, es weniger dreht, dann geht es ganz gut. Die Prämie für den Südtirol-Topf geht in einen Party-Topf für die Trainer. Das habe ich schon davor angekündigt.“ 

09siegerbild-alta-badia-parallelslalom-2016-002

Vierte Runde: Halbfinale

Carlo Janka attackierte voll. Das war das Patentrezept für den Sieg des Schweizers gegen Titelverteidiger Kjetll Jansrud aus Norwegen. Cyprien Sarrazin, 22-jährig aus Frankreich, behielt im Kampf gegen den Wikinger Leif Kristian Haugen die Oberhand. 

Dritte Runde: Viertelfinale

Mit dem Duell Kjetil Jansrud gegen Stefan Luitz wurde die Runde der letzten Acht eröffnet. Doch der Deutsche musste anerkennen, dass gegen den Norweger kein Kraut gewachsen war. Der routinierte Carlo Janka setzte sich im teaminternen Wettstreit gegen Gino Caviezel um acht Hundertstelsekunden durch. Der Wikinger Leif Kristian Haugen besiegte den Franzosen Mathieu Faivre und sorgte dafür, dass die Top-3 des „normalen“ Riesenslaloms von gestern vorzeitig ausschieden. Faivres Teamkollege Cyprien Sarrazin zwang den Schweden André Myhrer in die Knie und sorgte nach dem frühzeitigen Aus Hirschers für eine weitere Sensation.

09-endstand-altabadia-parallelriesenslalom-2016

Zweite Runde: Achtelfinale

Kjetil Jansrud zeigte sich in einer guten Verfassung. Hirscher-Bezwinger Steve Missillier unterlief ein Fehler, sodass der Wikinger locker in die nächste Runde aufstieg. Der Südtiroler Florian Eisath unterlag in seinem Duell gegen Stefan Luitz. ÖSV-Starter Manuel Feller startete gut, fädelte aber ein. So ging der Sieg an den Eidgenossen Gino Caviezel.

Und weil wir gerade bei den Schweizern sind: Carlo Janka schluckte die Welle wie nichts und schlug den Norweger Henrik Kristoffersen. Der Franzose Mathieu Faivre unterstrich einmal mehr, dass der blaue Kurs der schnellere war, und siegte in seinem Duell gegen den Kroaten Žan Kranjec.

Mit Victor Muffat Jeandet verabschiedete sich ein nächster Top-Athlet. Der Wikinger Leif Kristian Haugen profitierte vom Fehler seines Gegners aus Frankreich. Philipp Schörghofer sorgte für ein Waterloo für den ÖSV. Sein Gegner Cyprien Sarrazin, ein Mann der Grand Nation, zeigte eine fehlerfreie Fahrt und kam dadurch sicher eine Runde weiter. Der Schwede André Myhrer machte es Sarrazin erfolgreich nach und demonstrierte seine Fähigkeiten als Parallel-Riesentorläufer. Der Verlierer Alexis Pinturault musste die Fertigkeit des Schweden neidlos anerkennen.

Philipp Schörghofer, der wie Hirscher und Feller vorzeitig ausschied, gab zu Protokoll: „Ich bin nicht so das Schwergewicht, ich hätte schon gerne mehr Kurven. Aber es ist nicht leicht, da einen guten Kurs zu finden, weil es schon sehr flach ist. Ich war von oben weg leicht hinten, habe alles probiert – aber es ist sich nicht ausgegangen.“

09-altabadia016

Erste Runde: Sechzehntelfinale

Das Sechzehntelfinale hatte gleich eine Überraschung zu bieten. Der im Disziplinen- und Gesamtweltcup führende Österreicher Marcel Hirscher, gestern noch strahlender Sieger auf der Gran Risa, schied gegen den Franzosen Steve Missillier aus. Roberto Nani kam ein Fehler im ersten Lauf teuer zu stehen; so zog der Italiener im Kampf gegen den norwegischen Vorjahressieger Kjetil Jansrud klar den Kürzeren.

DSV-Athlet Stefan Luitz profitierte von dem Missgeschick seines Kontrahenten Filip Zubčić. Der Kroate verpasste in Durchgang eins ein Tor und konnte im zweiten Lauf nichts mehr gutmachen. Der Südtiroler Florian Eisath, der am gestrigen Sonntag im 100. Weltcuprennen erstmals auf das Podium klettern durfte, behielt gegen den Nordtiroler Christoph Nösig, die Oberhand.

Luitz‘ Teamkollege Felix Neureuther verlor im ersten Lauf des Sechzehntelfinals gegen den Schweizer Gino Caviezel und schied trotz dem besseren zweiten Durchgang aus. Der Österreicher Manuel Feller gewann sein Duell gegen den US-Amerikaner Tommy Ford um gerade eine winzige Hundertstelsekunde. Der Eidgenosse Carlo Janka fuhr im zweiten Durchgang sehr aggressiv, doch er setzte sich gegen den Italiener Luca De Aliprandini durch. Ebenfalls die Oberhand behielt der Norweger Henrik Kristoffersen in seinem Duell gegen den jungen Swiss-Ski-Vertreter Marco Odermatt.

Sehr knapp fiel die Entscheidung zugunsten des Franzosen Mathieu Faivre aus. Der cisalpine Skirennläufer siegte gegen den Wikinger Bjørn Neteland. Aleksander Aamodt Kilde machte im zweiten Durchgang fast den ganzen Rückstand gegenüber den Kroaten Žan Kranjec auf, doch es reichte zum Schluss nicht ganz.  Nachdem ÖSV-Starter Roland Leitinger im zweiten Lauf mit sämtlicher Akrobatik einen Sturz verhinderte, musste er sich gegen Kildes Teamkollegen Leif Kristian Haugen geschlagen geben.

Um Haaresbreite geschlagen wurde Hausherr Manfred Mölgg; im Duell gegen Victor Muffat Jeandet hatte der Gadertaler nur um 0,02 Sekunden das Nachsehen. Der routinierte Österreicher Philipp Schörghofer fuhr solide und hatte gegen den US-Boy Ryan Cochran-Siegle keinerlei Probleme. Speedspezialist Dominik Paris aus dem Ultental hatte gegen den Schweden André Myhrer das Nachsehen. Das passierte auch dem Schweizer Justin Murisier im Duell gegen Cyprien Sarrazin. Der Gewinner dieses Duells fährt bekanntlich für die Equipe Tricolore. Das macht bekanntlich auch Alexis Pinturault, der gegen Mats Olsson vom Drei-Kronen-Team triumphierte.

Marcel Hirscher, der wie im letzten Jahr in der ersten Runde seinen Hut nehmen musste, sagte im ORF-Interview: „Ich habe alles gegeben, kann mir wenig vorwerfen. Ich sitze da und denke mir: Ich kann nicht schneller. So muss ich das auch stehen lassen. Wenn man hinsichtlich des Gesamtweltcups denkt, ist es ein Nuller – das tut immer weh. Ich habe alles gegeben, aber der Steve war einfach irrsinnig schnell. Ich habe nicht mehr rausquetschen können.“

Manuel Feller beschrieb seine Gefühle wie folgt: „Gottseidank ist da nichts Schlimmeres passiert. ich bin volle Attacke gefahren, habe gewusst, dass der Gino ein harter Brocken ist. Es war die erste Runde, wo ich den Übergang gut erwischt habe.“

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

09-altabadia017

Alle News zum Ski Weltcup in dein Postfach
Gib deine E-Mailadresse ein und Du bekommst
täglich alle News direkt in dein E-Mailfach:

Delivered by FeedBurner

Anmerkungen werden geschlossen.