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Das waren die Gewinner und Verlierer der alpinen Ski Weltcup Saison 2020/21

Die Gewinner der großen Weltcupkugel: Alexis Pinturault und Petra Vlhová

Die Gewinner der großen Weltcupkugel: Alexis Pinturault und Petra Vlhová

Lenzerheide – Die alpine Ski Weltcup Saison 2020/21 ist Geschichte. Nun können die Athletinnen und Athleten etwas pausieren, ehe sie bald mit der Vorbereitung beginnen, was den bevorstehenden Olympiawinter betrifft. Beginnen wir mit den positiven Punkten:

Petra Vlhová aus der Slowakei hat als erste ihres Landes die große Kristallkugel in die Höhe gestemmt. Die 25-Jährige hat in nahezu allen Disziplinen Podestplatzierungen eingefahren. Sie zeigte über die Saison hinweg eine konstante Leistung und wird uns in den kommenden Saisonen noch viel Freude bereiten.

Alexis Pinturault aus Frankreich hat nach fast einem Jahrzehnt endlich den Gesamtweltcup gewonnen. Der 30-Jährige, der in seiner langen und erfolgreichen Laufbahn mehrere Kombi-Kristallkugeln gewann, gesellte in diesem Winter jene im Riesenslalom dazu.

Alex Vinatzer kann, auch wenn er im Januar eine Schwächeperiode hatte, als Aufsteiger der Saison bezeichnet werden. Der 21-jährige Slalomspezialist aus Südtirol hat mehrere Male einen Top-4-Platz erreicht. Beim saisonalen Höhepunkt war er trotz „Blech“ zufrieden. Von ihm werden wir noch viel hören.

Die azurblauen Ski-Damen fuhren 16-mal unter die besten Drei. Drei Vertreterinnen aus Italien landeten im Gesamtweltcup in den Top-10. Sofia Goggia und Marta Bassino waren in der Abfahrt und im Riesenslalom das Maß aller Dinge. So stemmten sie am Ende zu Recht die kleine Kristallkugel in die Höhe.

Das Corona-Konzept, eigentlich ein Hygiene-Konzept, das für das erste Rennen am Rettenbachferner hoch ober Sölden entworfen wurde, hat sich als sicher bewährt. Einige Coronafälle wie zum Schluss Wendy Holdener hat es gegeben, aber in der Summe war es ein unter gegebenen Umständen gutes Jahr.

Auch wenn Luca De Aliprandini bei der Heim-WM 2021 in Cortina d’Ampezzo im Riesentorlauf die Silbermedaille gewann und Alex Vinatzer im Slalom für Lichtblicke sorgte, ist die azurblaue Auswahl der Techniker weit unter ihren eigenen Erwartungen geblieben. Auch die Speedherren konnten nicht zufrieden sein. Lediglich Dominik Paris aus dem Ultental kletterte zweimal auf das Podest.

Das Saisonfinale in Lenzerheide wollte für Spannung sorgen. Doch die ausgefallenen Speedrennen und die Austragung des unnützen Teamevents sorgten bei einigen Athletinnen und Athleten für Wut, Unverständnis und Katerstimmung. So wurden möglicherweise die schweizerischen Ski-Asse Lara Gut-Behrami und Marco Odermatt um die Früchte des Erfolgs gebracht. Außerdem gab es Kritik in Richtung FIS: Man solle doch in jeder Disziplin gleich viele Rennen austragen.

Viele Athletinnen und Athleten haben sich im Laufe des Winters verletzt. Aleksander Aamodt Kilde aus Norwegen konnte seine große Kristallkugel nicht verteidigen. Seine Landsleute Atle McGrath und Lucas Braathen waren nicht mehr imstande, ihre sehr guten Leistungen im Riesenslalom zu demonstrieren. Auch die frühere Super-G-Weltmeisterin Nicole Schmidhofer hat es schwer erwischt. Man muss nun schauen, das immer aggressiver werdende Material unter Kontrolle zu bringen. Je höher das Tempo, desto höher die Verletzungsgefahr. Mehr Pausen zwischen den Rennen könnten für mehr Regeneration sorgen, denn die Anzahl der teils sehr schweren Knieblessuren ist beängstigend hoch.

Die guten Hygiene-Konzepte hatten aber auch einen Nachteil: Keine Fans durften bei den Skirennen teilnehmen. Doch der alpine Skirennsport darf niemals den Kontakt zu den Schlachtenbummlern verlieren. Besonders bei den Abfahrtsklassikern wie beispielsweise in Kitzbühel oder beim Nachtspektakel auf der Schladminger Planai sind menschenleere Zielräume ein Bild, an das wir uns nicht gewöhnen wollen.

Bericht für skiweltcup.tv: Andreas Raffeiner

Quelle: sportnews.bz

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