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Denise Karbon im Interview: „Habe das Sommertraining nicht vermisst“

© Gerwig Löffelholz / Denise Karbon (ITA)

© Gerwig Löffelholz / Denise Karbon (ITA)

KASTELRUTH (ar) – Im März beendete Denise Karbon ihre Karriere. Sie wurde im Riesentorlauf Juniorenweltmeisterin und gewann zwei WM-Medaillen. Sie siegte bei sechs Weltcuprennen und holte sich in der Saison 2007/08 die kleine Kristallkugel in der Riesenslalom-Disziplinenwertung. Wir sprachen mit der Kastelrutherin.

Denise, wie fühlen Sie sich als Neo-Skipensionistin?

Ich fühle mich sehr gut, danke. In den letzten Monaten habe ich das Sommertraining und den Skizirkus noch nicht vermisst. Im Gegenteil, es tut mir gut, nicht mehr den Trainings- und Zeitdruck zu spüren und bewusster den Sommer genießen zu können, auch wenn ich viel unterwegs war und Stress hatte, aber ein anderer Stress als aktive Athletin.

Was haben Sie in Ihrem ersten „trainingsfreien Sommer“ seit langer Zeit gemacht?

Ich bin viel auf Skiern unterwegs gewesen, zuerst beim Instruktorkurs in Livigno und am Tonalepass, dann mit einer jungen Athletin, die ich über den Sommer ein bisschen betreut habe. Ansonsten war ich am Meer, bin auf den Bergen gewesen zum Wandern, Klettern und Mountainbiken, habe an ein paar Wochenenden Freunde besucht, etwas mehr Zeit mit meinen Patenkindern verbracht und, wenn ich mal zuhause war, auf meinen Garten geschaut.

Neben Ihnen haben auch die Finnin Tanja Poutiainen und die Deutsche Maria Höfl-Riesch aufgehört. Ist das ein Vor- oder ein Nachteil für die jungen Athletinnen?

Wahrscheinlich schon ein Vorteil – ein paar Konkurrentinnen weniger. (lacht) Nein, ich denke weder noch. Wir routinierten Läuferinnen sind schon lange im Skizirkus dabei. Wir haben sicher eine Vorbildfunktion übernommen, und es ist das Ziel junger Läuferinnen, auch bis ganz an die Spitze zu kommen. Diese Rolle als Vorbilder bleibt, auch wenn wir gegeneinander fahren. So habe ich es zumindest empfunden, als ich als Newcomerin in den Weltcup gekommen bin. Pernilla Wiberg, Martina Ertl oder Sonja Nef zum Beispiel sind für mich bis zum Ende ihrer Karriere Vorbilder geblieben, und ich habe bis zuletzt versucht, von ihrer Erfahrung zu lernen.

© Ch. Einecke (CEPIX) / Denise Karbon

© Ch. Einecke (CEPIX) / Denise Karbon

Sie galten als Teamleaderin innerhalb des azurblauen Riesentorlaufteams. Wem kommt jetzt diese Rolle zuteil?

Es rücken die Ältesten nach. (lacht) In dem Fall werden Manu Mölgg, Chiara Costazza und Irene Curtoni die Teamleaderinnen sein. Sie wissen, wie der Hase läuft und haben auch das größte Potential, auf das Podest zu fahren. Es muss natürlich nicht mit dem Alter zu tun haben, auch eine junge Athletin kann Teamleaderin sein, wenn sie eine gewisse Sicherheit und Ausgeglichenheit auf die anderen überträgt. Das motiviert und gibt der ganzen Gruppe Selbstvertrauen.

Werden Sie, wenn Ende Oktober am Rettenbachferner in Sölden die WM-Saison 2014/15 losgeht, im Zielraum dabei sein?

Ich werde ganz bestimmt in Sölden mit dabei sein, vielleicht sogar am Start oder am Pistenrand. Hauptsache ganz nah dabei. (lacht)

Würden Sie den gleichen sportlichen Weg mit Ausnahme der schweren Verletzungen noch einmal einschlagen?

Der Skisport hat in den vergangenen 15 Jahren viel von mir abverlangt, aber er hat mir auch sehr viel gegeben: schöne Momente und Emotionen, große Erfolge, wertvolle Begegnungen mit Menschen, tolle Erfahrungen und Erlebnisse, viele Erinnerungen, wofür die ich unheimlich dankbar bin. Ich möchte nichts missen!

Vor Kurzem feierten Sie Ihren 34. Geburtstag. Was wünschen Sie sich besonders?

Ich wünsche mir in erster Linie Gesundheit. Und Zeit für die Dinge, die in den vergangenen Jahren ein wenig untergegangen sind. Zeit für meine Familie und für meine Freunde. Dass ich das machen kann, was mir Freude und Spaß macht. Und dass ich eine Idee bekomme, in welche Richtung ich in Zukunft gehen möchte. Und dass ich all das, was ich in den vergangenen Jahren gelernt und bekommen habe, irgendwie an junge Sportler weitergeben kann.

In eigener Sache:

Das Interview führte Andreas Raffeiner und wurde erstmals in der Südtiroler Bezirkszeitung PLUS 8 (2014) publiziert. Wir danken dem Schriftleiter Walter J. Werth für die Zurverfügungstellung und die Möglichkeit der Veröffentlichung.  

© Ch. Einecke (CEPIX) / Denise Karbon

© Ch. Einecke (CEPIX) / Denise Karbon

 

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