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Der Blick zurück – Gröden 2007: Erfahrung ist Trumpf

 

© saslong.org  /  Michael Walchhofer

© saslong.org / Michael Walchhofer

SportNews blickt zurück auf die vergangenen Ausgaben der Weltcuprennen auf der Saslong. Nachdem sich 2006 Newcomer Steven Nyman den Sieg bei der klassischen Abfahrt holte, revanchierten sich ein Jahr später die Altstars und siegten mit Michael Walchhofer (AUT, 32 Jahre) sowohl in der Abfahrt als auch mit Didier Cuche (SUI, 33 Jahre) im Super G.

Ein halbes Jahr vor der Fußballeuropameisterschaft in Österreich und in der Schweiz duellierten sich die beiden Gastgebernationen auf „neutralem“ Boden, auf der Saslong. Die Schweizer legten am Freitag beim Super G mit Didier Cuche vor und holten sich den 13. Sieg in 40 Jahren Weltcup in Gröden. Cuche, der in dieser Saison schon dreimal Dritter war, kam zu seinem siebenten Sieg, dem dritten im Super G. Der 33-Jährige beendete damit eine fünf Jahre dauernde Schweizer Sieglosigkeit. Den letzten Super-G-Sieg hatte im Dezember 2002 Didier Défago ausgerechnet in Gröden errungen. Dèfago wurde 2007 in Gröden vierter und sorgte mit dem Liechtensteiner Marco Buechel, der mit den Schweizern trainiert, für ein starkes Mannschaftsergebnis der Eidgenossen. Die Freude der Schweizer wurde durch den Sturz von Silvan Zurbriggen in der Abfahrt getrübt. Beim einzigen Sturz der Woche riss sich der Schweizer beide Kreuzbänder im linken Knie.

Die Österreicher lagen also vor der Abfahrt mit ihren 15 Siegen nur noch knapp vor den Schweizern mit 13 Siegen in Führung und fürchteten sich vor einem Doppelsieg des starken Didier Cuche, es wäre der erste Zweifachsieg an einem Rennwochenende in Gröden seit dem Abfahrtsdoppelsieg von Franz Klammer seit 1971 gewesen. Doch dazu kam es nicht. Cuche musste sich in der Abfahrt Michael Walchhofer geschlagen geben. Der Salzburger rettete die Ehre der Österreicher und stellte mit seinem Erfolg, 18 Hundertstelsekunden vor Didier Cuche, den alten Zwei-Siege-Vorsprung für Österreich wieder her. Der Erfolgsdruck, der auf Walchhofers Schultern lastete, spornte den Ex-Weltmeister noch mehr an: „Am Start war ein großer Druck da, der sich in den letzten Tagen aufgebaut hat. Die Fragen nach diesem Sieg, der mir hier noch gefehlt hat, wurden immer häufiger. Es schaut aber so aus, als ob ich mit diesem Druck gut umgehen kann. Ich glaube sogar, dass er mich stärker macht.“

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Der ewige Zweite verewigt sich auf der Saslong

Vier zweite Plätze hatte der Österreicher Michael Walchhofer bis 2007 bei der Abfahrt auf der Saslong zu Buche stehen. Dann gelang dem ewigen Zweiten endlich der langersehnte Sieg. Mit dem Erfolg auf der Saslong hat Walchhofer alle klassischen Weltcupabfahrten (Gröden, Bormio, Kitzbühel, Wengen, Val d’Isere, Garmisch) gewonnen und war damals nach Pirmin Zurbriggen (SUI) und Lasse Kjus (NOR) der dritte Fahrer, der in Gröden sowohl Abfahrt als auch Super G (2004) gewonnen hat. Walchhofers Sieg auf der Saslong hatte sich schon im Training angekündigt. Der 32-Jährige aus Zauchensee brachte seine Topform aus Amerika (Sieg in Beaver Creek) mit nach Europa und ließ die Konkurrenz im ersten Trainingslauf um Welten hinter sich: 1,3 Sekunden legte der Weltmeister von 2003 und Olympiazweite von Turin 2006 zwischen sich und dem Zweitschnellsten, dem Südtiroler Kurt Sulzenbacher.

Cuche verpasst das Double um 0,18 Sekunden

Auch Didier Cuche konnte mit seinem Gröden-Wochenende zufrieden sein. Zwar verfehlte er um 18 Hundertstel Sekunden das Double, doch auch einen Sieg und einen zweiten Platz erringt man nicht alle Jahre auf der Saslong. So sah es auch Cuche: „Ein erster und ein zweiter Platz hier in Gröden: Ich konnte mir wirklich nicht mehr erwarten. Ich habe gewusst, dass sich Walchhofer, Guay und ich den Sieg untereinander ausmachen werden und so war es dann auch.“ Bei seiner Prognose hat Cuche die Rechnung ohne den Drittplatzierten Scott Macartney gemacht. Er hat den erfahrenen Fahrern zwar nicht den Sieg streitig machen können, an den zwei Renntagen in Gröden war er aber der einzige mit einem Alter unter 30 Jahren, der den Sprung auf das Siegespodest geschafft hat. Vor Gröden war in der Abfahrt Platz acht in Beaver Creek 2006 das beste Ergebnis der US-Amerikaners.

„Bauchplantscher“ von Nyman

Nach den Siegen von Bode Miller und Steven Nyman im Jahr zuvor blieben die US-Boys in Gröden 2007 zwar ohne Sieg, doch immerhin stiegen sie wieder zwei Mal aufs Podest. Miller verpasste knapp die Wiederholung seines Super-G-Sieges vom Vorjahr, während Steven Nyman in der Abfahrt den wohl kürzesten Versuch einer Titelverteidigung auf der Saslong unternahm: Schon nach wenigen Metern legte der Amerikaner einen „Bauchplantscher“ hin, wie er im Bilderbuch steht. Wie Fritz Strobl vor einigen Jahren überkreuzte auch Nyman beim Abstoßen aus dem Zielhaus die Skienden und landete auf dem Gesicht. Humor ist, wenn man trotzdem lacht, dachte sich Nyman und steckte sein Missgeschick mit einem Lächeln weg. Nymans Akrobatennummer ist übrigens auf Youtube als 15-Sekunden-Videoclip zu bewundern. Apropos Videoclip: Erstmals wurden die Skifans in der gesamten Weltcupwoche mit aktuellen Viedointerviews versorgt. Die Videointerviews waren jedoch nur eine der zahlreichen Neuerungen in Gröden.

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40 Jahre Weltcup mit vielen Neuerungen

Die Weltcupmacher unter dem Langkofel haben sich zum 40-jährigen Weltcupjubiläum nicht nur eine stimmungsvolle Jubiläumsfeier geschenkt, sondern auch ein neues Logo entwickelt und eine völlig überarbeitete Internetseite online gestellt. Zudem ist ein Sonderheft zu 40 Jahre Weltcup erschienen und – last but not least – ist die Piste im Zielschuss verbreitert worden. FIS-Renndirektor Günter Hujara war natürlich besonders von dieser Neuerung angetan: „Über die Verbesserungsarbeiten im Zielhang sind wir sehr glücklich. Dort sind jetzt noch zwei Sprünge drin, weil das die Geländeformation hergibt. Jetzt können wir speziell im Super G mehr Radien einbringen und die Abfahrt gewinnt, weil der Zielhang nicht mehr nur ein gerader Schuss ist. Jetzt ist es im Zielhang auch möglich, andere Disziplinen zu fahren. Die Sicherheit der Läufer ist erhöht worden, die Kurssetzer haben neue Möglichkeiten in der Streckenführung und für die Zuschauer im Zielraum wird das Rennen deutlich attraktiver.“

Abfahrt ausverkauft

Die Saslong wurde immer mehr zum Zuschauermagneten. Zu den 35.000 vom Weltcupfinale 1975 fehlten zwar noch einige, doch herrschte im Zielraum der Saslong, dem wohl kältesten im gesamten Weltcup, 2007 eine Superstimmung. Davon hat sich nicht nur die Lokalprominenz, sondern auch der wichtigste Sportfunktionär Italiens, Giovanni Petrucci, der Chef des Olympischen Komitees Italiens, überzeugt. Petrucci war von der Stimmung tief beeindruckt und  zeigte sich von der tollen Stimmung fasziniert. Hält der Zuschaueraufschwung bei den Weltcuprennen an und setzen in Zukunft weitere Fahrer auf das Erfolgsgeheimnis Wohnwagen, dann dürften die Grödner Weltcupveranstalter im kommenden Jahr ein Parkplatzproblem haben. Erfolgsgeheimnis Wohnwagen? Im Super G stellte sich heraus, dass zwei der drei Erstplatzierten, Bode Miller (USA) und der 36-jährige Evergreen Marco Büchel (LIE) im Wohnwagen übernachten bzw. entspannen. Büchel und Miller haben sich bei der Pressekonferenz nach dem Super G köstlich über ihre gemeinsame Wohnmobil-Leidenschaft amüsiert. Miller meinte: „Eine Zeit lang war ich der einzige, der im Wohnmobil von Weltcuport zu Weltcuport gezogen ist. Deswegen haben mich einige schon auf den Arm genommen. Aber jetzt ist auch Marco Büchel auf das Wohnmobil umgestiegen und wir sind beide erfolgreich. Das Wohnmobil könnte Schule machen.“

Didier Cuche, der einzige auf dem Super-G-Siegespodest, der nicht per Wohnmobil durch den Weltcup tingelt, sagte schließlich: „Ich glaube, ich könnte mich an ein Leben im Wohnmobil gewöhnen, aber nur wenn es so groß ist, wie jenes von Bode.“ Aber vielleicht brauchen ja nur die Fahrer reiferen Alters einen Wohnwagen. 99 Jahre waren auf dem Super-G-Siegespodest versammelt. Dass sich ältere Sportler langsamer von den Strapazen auf der Saslong erholen, scheint eine Tatsache zu sein.

Quelle: www.Sportnews.bz

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