13 November 2010

Die Rückkehr des Kalle Palander. „Es ist schön wenn man seine Träume verwirklichen kann.“

Einer der sympathischsten Skirennfahrer kehrt zurück in den Skiweltcupzirkus. Die Rede ist vom Finnen Kalle Palander. Mit Startnummer 39 geht der Slalomweltmeister von 1999 elf Jahre später bei seinem Heimrennen in Levi an den Start. 

In der Saison 2002/03 holte sich der Finne die kleine Slalom Disziplinenkugel. Im Jahr 2004 und 2006 wurde er jeweils Zweiter in dieser Wertung. Insgesamt gewann er bisher 14 Weltcuprennen und stand insgesamt, in Slalom und Riesenslalom, 30-mal auf dem Podest. 

In der Saison 2003/04 verscherzte es sich Palander kurzfristig mit den österreichischen Skitrainer. Gegenüber einem finnischen Reporter schimpfte Palander, nachdem er von den Österreichern an seinem letzten Trainings Lauf in Schladming gehindert worden war, wie ein Rohrspatz: „Es ist ganz egal, was man ihnen auf Englisch sagt. Sie verstehen nichts, sie sind solche Trottel. Ich kenne keinen netten österreichischen Trainer.“ Dabei war damals der Cheftrainer des finnischen Herren-Teams der Tiroler Christian Leitner. 

Palanders Leidensgeschichte hatte 2006 mit einem Kreuzbandriss beim Skiweltcupfinale begonnen. Der 29-jährige Finne zog sich beim letzten Riesenslalom der Saison in Are einen Kreuzbandriss zu. 

In der Saison 2006/07 startete er sein Comeback. Er wurde 10. im Gesamt Weltcup, 4. im Riesenslalomweltcup und 9. im Slalomweltcup. 

Über die gesamten Saison 2007/08 hatte er Schmerzen in seinem Unterschenkel. Eine genaue Untersuchung Anfang Februar 2008 brachte die Gewissheit: Palander hat einen Bruch im Unterschenkel und dies schon seit mehr als einem Jahr. 

Palanders Knochen war zu dem Zeitpunkt, als ÖSV-Arzt Artur Trost endlich rettend eingriff, bereits so zerfressen, dass sein einstiger Coach Christian Leitner Ende 2008 sicher war. „Außer einem wie Kalle schafft mit so etwas keiner ein Comeback mehr.“ 

Jetzt ist Palander 33 Jahre alt. Ein positiv Skiverrückter. Ein Rennfahrer vom Scheitel bis zur Sohle. Ein Sportler der in seinem Beruf eine Berufung sieht: „Ich habe erstmals verstanden wie schön es ist, wenn man seine Träume verwirklichen kann. Wenn man das tagtäglich macht, vergisst man, wie unglaublich das ist. Ich liebe diese 15 Sekunden nach jeder Zieldurchfahrt.“ 

Seinem im vergangenen Jahr an Lungenkrebs verstorbenem Vater hatte Palander versprochen, noch einmal auf die Rennpiste zurückzukehren. 

Palander wird zwar im Slalom starten, weis aber auch dass es hier sehr schwer sein wird den Anschluss an die Weltspitze zu finden: „Burschen wie Herbst oder Grange fliegen im Slalom förmlich über den Schnee.“ 

Sein österreichischer Rennchef Sigi Voglreiter ist aber überzeugt dass man Palander im Riesenslalom nicht abschreiben sollte: „Die ganz Großen wie Kalle oder auch Benni Raich, das sind Rennpferde. Die kriegen am Start Schaum vor den Mund. Im Riesenslaom trau ich ihm irgendwann wieder einen Podestplatz zu.“